Tromsøbrua

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69.65105818.978839Koordinaten: 69° 39′ 3,8″ N, 18° 58′ 43,8″ O

f1

Tromsøbrua
Tromsøbrua
Nutzung Straßenbrücke
Überführt

Fernstraße Fylkesvei 862

Querung von

Tromsøysund

Ort Tromsø
Konstruktion Spannbeton-Hohlkastenbrücke[1]
Balkenbrücke
Auslegerbrücke
Gesamtlänge 1036 Meter[2]
Breite 8,3 Meter[3]
Längste Stützweite 80 Meter[1]
Höhe 36 Meter[3]
Baukosten 13,3 Mio. NKR[2]
Baubeginn 1957
Fertigstellung 1960
Eröffnung 3. Juli 1960
Zustand in Nutzung
Planer Erling Kjeldsen und Bruforeningen (Bauherren)
A. Aas-Jakobsen A/S; Erling Viksjø (Architekten)[3]

Die Tromsøbrua (deutsch „Tromsø-Brücke“) ist eine Straßenbrücke in der nordnorwegischen Stadt Tromsø, die über den Tromsøysund führt. Die Brücke verbindet das Zentrum der Stadt auf der Insel Tromsøya mit dem Tromsøer Stadtteil Tromsdalen auf dem Festland. Mit einer Länge von 1036 Metern war das Bauwerk nach seiner Fertigstellung im Jahr 1960 Nordeuropas größte Spannbetonbrücke. Die leicht bogenförmige Balkenbrücke mit ihren schlanken Säulen diente als Vorbild für nachfolgende Spannbetonbrücken in ganz Norwegen[3]. Es ist zugleich neben der Eismeerkathedrale und dem Berg Tromsdalstinden eines der prägnantesten Wahrzeichen Tromsøs.[2][3]

Über die zweispurige Straßenbrücke verläuft die Fernstraße Fylkesvei 862, die sich von Tromsdalen bis zur Insel Senja in der Kommune Berg erstreckt.

Geschichte[Bearbeiten]

Sicherheitsgitter gegen Suizidversuche

Nachdem der Tromsøer Erling Kjeldsen seine Idee zum Bau einer Brücke oder eines Tunnels vortrug, bildete sich 1951 die Brückenvereinigung Tromsø und Umgebung (Tromsø og Omegn Bruforening). Damit das Bauprojekt von den Behörden genehmigt und die Finanzierung gesichert werden konnte, wurde 1954 die Aktiengesellschaft Tromsøbrua A/S gegründet. Ein Jahr später sprach sich im Storting eine Mehrheit dafür aus, das Projekt sowohl staatlich zu fördern als auch über Maut zu finanzieren. Am 3. Juli 1960 konnte nach drei Jahren Bauzeit das 13,3 Mio. NKR teure Bauwerk, das fortan den Fährverkehr ersetzte, vom norwegischen Staatsminister Einar Gerhardsen eingeweiht werden.[2]

Im Jahr 1963 wurde Tromsøbrua mit dem Architekturpreis Betongtavlen ausgezeichnet, ein vom Norwegischen Architektenverband und der Norwegischen Betonvereinigung gestifteter Preis. Die Jury begründete ihre Entscheidung mit der „Verwendung von Beton in ästhetisch und technisch hervorragender Weise.”[4]

2005 wurde auf der Brücke ein 2,5 Meter hohes Gittern montiert, um es gegen Suizidversuche abzusichern. Zuvor gehörte die Tromsøbrua zu den landesweit bevorzugten Zielen von Selbstmordwilligen.[5][6]

Seit April 2008 ist die Tromsøbrua auf Beschluss des Leiters der Denkmalschutzbehörde Riksantikvaren, Nils Marstein, als schützenswertes Kulturgut anerkannt. Mit der Maßnahme werden Straßenbauwerke und -anlagen unter Schutz gestellt, die als Teil des norwegischen Straßennetzes deren geschichtliche Entwicklung repräsentieren.[7][8]

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Tromsøbrua – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Structurae: Tromsø-Brücke. Abgerufen am 7. Januar 2010 (deutsch, englisch, französisch)
  2. a b c d Statens vegvesen: Tromsøbrua - en stolt 50-åring. Abgerufen am 7. Januar 2011 (norwegisch)
  3. a b c d e Arkitekturguide: Tromsøbrua. Abgerufen am 7. Januar 2011 (norwegisch, englisch)
  4. Norske arkitekters landsforbund: Betongtavlen. Abgerufen am 7. Januar 2011 (norwegisch)
  5. Torgeir Skeie: Kopierer selvmordssikring In NRK vom 17. April 2008. Abgerufen am 7. Januar 2011 (norwegisch)
  6. Jørn Hagen: Sikrer Tromsøbrua mot selvmord In Radio Tromsø vom 27. August 2008. Abgerufen am 7. Januar 2011 (norwegisch)
  7. Nils Marstein, Riksantikvar: Forskrift om fredning av broer i statens vegvesens eie (PDF; 130 kB) vom 17. April 2008. Abgerufen am 7. Januar 2011 (norwegisch)
  8. Store Norske Leksikon: Tromsøbrua. Abgerufen am 7. Januar 2011 (norwegisch)