Tropfenkolibri

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Tropfenkolibri
Tropfenkolibri

Tropfenkolibri

Systematik
Klasse: Vögel (Aves)
Ordnung: Seglervögel (Apodiformes)
Familie: Kolibris (Trochilidae)
Unterfamilie: Eigentliche Kolibris (Trochilinae)
Gattung: Taphrospilus
Art: Tropfenkolibri
Wissenschaftlicher Name der Gattung
Taphrospilus
Simon, 1910
Wissenschaftlicher Name der Art
Taphrospilus hypostictus
(Gould, 1862)

Der Tropfenkolibri (Taphrospilus hypostictus) ist ein Seglervogel in der Familie der Kolibris (Trochilidae). Er kommt in den südamerikanischen Ländern Ecuador, Peru, Bolivien, Brasilien und Argentinien vor. Der Bestand wird von der IUCN als nicht gefährdet (Least Concern) eingestuft.

Merkmale[Bearbeiten]

Der Tropfenkolibri erreicht abhängig von der Schwanzlänge eine Körperlänge von etwa 11,9 cm, wobei der leicht eingekerbte Schwanz ca 4 cm ausmacht. Die Flügel sind ca 7 cm lang. Die Oberseite, die Flügeldecken, die Flanken und der Schwanz sind grün glänzend. Die weiße Unterseite wird von grünen Flecken durchzogen. Die schwärzlichen Unterschwanzdecken haben weiße Säume. Postokular befindet sich ein kleiner weißer Fleck. Die Flügel sind schwärzlichpurpurn. Der schwarze 2,3 cm lange Schnabel hat eine fleischfarbene Basis am Unterschnabel. Die Füße sind braun. Ein besonders auffälliger Geschlechtsdimorphismus besteht nicht, doch wirkt die Färbung die Weibchen etwas blasser.[1]

Verhalten[Bearbeiten]

Über das Verhalten dieser Art ist nicht viel bekannt. Man sieht die Vögel meist alleine auf blühenden Bäumen, beispielsweise auf Inga-Arten, sitzen. Hin und wieder sind sie auch in Gruppen mit verschiedenen anderen Kolibriarten zu beobachten.[2]

Verbreitung und Lebensraum[Bearbeiten]

Verbreitungsgebiet des Tropfenkolibris

In Ecuador findet man sie an den Rändern von feuchten Bergwäldern und den angrenzenden Waldlichtungen an den Ostenhängen der Anden vom Westen der Provinz Napo bis Zamora Chinchipe. Die Population ist im Süden am dichtesten. Die meisten Berichte von Beobachtungen in Ecuador stammen aus Höhen zwischen 500 und 1200 Meter. [3]Auch in Peru findet man sie an den Osthängen der Zentralanden in Höhen zwischen 750 und 1500 Metern. Allerdings wurde sie am Oberlauf des Tales des Río Apurímacin Höhen bis 2800 Metern beobachtet.[4] Außerdem findet man sie im zentralen und südöstlichen Boliviens, im Westen des Bundesstaates Mato Grosso in Brasilien und im Nordwesten Argentiniens.[5]

Lautäußerungen[Bearbeiten]

Ihr Ruf ist ein Mix aus einer leisen Serie von Pfiffen, surrendem Trällern und harschen Zwitschern. Die leisen Töne klingen wie tchit und die Pfiffe wie dew dew dew.[4]

Etymologie und Forschungsgeschichte[Bearbeiten]

John Gould erhielt das Typusexemplar zur Erstbereschreibung aus Quito. Es wurde vermutlich am Oberlauf des Río Napo gesammelt.[6] Als Protonym verwendete Gould Aphantochroa hyposticta.[7] Erst im Jahr 1910 schlug Eugène Simon ihn der Gattung Taphrospilus zu.

Der Begriff »Taphrospilus«, den Eugène Simon 1910 einführte,[8] leitet sich aus den griechischen Worten »terphus ταρφυς« für »aschfarben« und »spilos σπιλος« für »Flecken« ab, wobei »taphros« gleich »Grube, Graben« irrtümlich falsch von Simon verwendet wurde.[9][10] Das Artepitheton ist ebenfalls griechischen Ursprungs und setzt sich aus »hypo- ὑπο« für »unterhalb« und »polios στικτος« für »grau« zusammen.[11]

Pedro Hocking vom Museo de Historia Natural in Lima und Jon Fjeldså haben in der Nähe von Abancay eventuell eine neue Art der Gattung Taphrospilus entdeckt. Diese ist bisher aber noch nicht benannt.[12]

Literatur[Bearbeiten]

  •  Jon Fjeldså, Niels Krabbe: Birds of the High Andes: A Manual to the Birds of the Temperate Zone of the Andes and Patagonia, South America. Apollo Books, Stenstrup 1990, ISBN 87-88757-16-1.
  •  Thomas Scott Schulenberg, Douglas Forrester Stotz, Daniel Franklin Lane, John Patton O'Neill, Theodore Albert Parker III: Birds of Peru. Princeton University Press, Princeton, New Jersey 2007, ISBN 978-0713686739.
  •  Robert Sterling Ridgely, Paul J. Greenfield: Birds of Ecuador Field Guide: Status, Distribution, and Taxonomy. Bd. 1, Princeton University Press, Princeton 2001a, ISBN 978-0801487200.
  •  Robert Sterling Ridgely, Paul J. Greenfield: Birds of Ecuador Field Guide: Field Guide. Bd. 2, Princeton University Press, Princeton 2001b, ISBN 978-0801487217.
  •  Rolf Grantsau: Die Kolibris Brasiliens. Expressão e Cultura, Rio de Janeiro 1988, ISBN 978-8520801017.
  •  James A. Jobling: Helm Dictionary of Scientific Bird Names. Christopher Helm, London 2010, ISBN 978-1-4081-2501-4.
  •  John Gould: Mr. Gould on some new birds. In: Proceedings of the Zoological Society of London. 1862, S. 124–125 (online, abgerufen am 5. März 2012).
  •  Eugène Simon: Catalogue général des Trochilidés observés jusqu'a ce jour dans la Republique de l'Écuador. In: Revue française d'ornithologie. Bd. 1, Nr. 17, 1910, S. 257–270 (online, abgerufen am 5. März 2012).
  •  Eugène Simon: Histoire naturelle des Trochilidae (synopsis et catalogue). L. Mulo, Paris 1921 (online, abgerufen am 21. April 2014).

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Tropfenkolibri – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: Tropfenkolibri – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Rolf Grantsau, S. 101
  2. Robert Sterling Ridgely u.a. (2001b), S. 262
  3. Robert Sterling Ridgely u.a. (2001a), S. 354
  4. a b Thomas Scott Schulenberg u.a., S. 232
  5. Internet Bird Collection
  6. John Gould, S. 125
  7. John Gould, S. 124
  8. Eugène Simon (1910), S. 261
  9. James A. Jobling, S. 379
  10. Eugène Simon (1921), S. 319 Fussnote: Ecrit Taphropsilus par suite d’un lapsus.
  11. James A. Jobling, S. 112
  12. Jon Fjeldså u.a., S. 251