Troposcatter

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Troposcatter im Vergleich mit Richtfunkstrecken
Troposcatter-Richtfunkantennen im White Alice Communications System
US Army TRC-170 Troposcatter-Funkstelle

Troposcatter, auch Troposphärenfunk oder Überhorizontrichtfunk, ist die Ausbreitung von Funkwellen, die an der Troposphäre zurückgestreut werden. Dadurch sind Reichweiten bis zu 200 km möglich, welche mit einer Richtfunkstrecke aufgrund der Erdkrümmung nicht erreicht werden können.

Wegen der geringen Rückstreuung der Signale sind für Troposcatter hohe Sendeleistungen und Richtantennen erforderlich. Ein Beispiel war vor der Etablierung von Kommunikationssatelliten das White Alice Communications System in Alaska. Das in den Staaten des Warschauer Pakts installierte Troposphären-Nachrichtensystem „BARS“ basierte auch auf diesem Effekt.

Troposcatter ist nicht zu verwechseln mit troposphärischen Überreichweiten von UKW-Signalen bei Inversionswetterlage.

Beispiel Berlin[Bearbeiten]

Eine bekannte Anwendung des Überhorizont-Richtfunks war die Realisierung einer Richtfunkverbindung zwischen der Bundesrepublik Deutschland und West-Berlin in den 1950er bis 1990er Jahren.

Lediglich die Verbindung vom Sender Gartow Richtung Berlin-Frohnau war eine direkte Richtfunkverbindung (ca. 133 km Luftlinie), die aufgrund der sehr großen Höhe der beiden Masten gewährleistet werden konnte (Mast Gartow: 344 m; Mast Frohnau: 358,58 m).

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]