Troyes

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Dieser Artikel behandelt die Gemeinde in Frankreich. Zu dem Brettspiel siehe Troyes (Spiel).
Troyes
Wappen von Troyes
Troyes (Frankreich)
Troyes
Region Champagne-Ardenne
Département Aube (Präfektur)
Arrondissement Troyes
Kanton Hauptort von 7 Kantonen
Koordinaten 48° 18′ N, 4° 5′ O48.2988888888894.0780555555556107Koordinaten: 48° 18′ N, 4° 5′ O
Höhe 100–126 m
Fläche 13,20 km²
Einwohner 60.013 (1. Jan. 2011)
Bevölkerungsdichte 4.546 Einw./km²
Postleitzahl 10000
INSEE-Code
Website www.ville-troyes.fr

Troyes [tʀwa] ist eine Stadt mit 60.013 Einwohnern (Stand 1. Januar 2011) im Nordosten Frankreichs und Verwaltungssitz des Départements Aube (10. Département) in der Region Champagne-Ardenne. Troyes liegt an der Seine. Mit Vororten beläuft sich die Bevölkerung auf 136.000 Einwohner (genannt C.A.T. für Communauté de l’Agglomération Troyenne), und mit städtischem Ballungszentrum auf 172.497 Einwohner.

Geschichte[Bearbeiten]

Troyes war der Hauptort des Keltenstammes der Tricassen (Tricassii oder Tricasses) und wurde von den Römern Augustobona Tricassium oder Augustomana Tricassiorum genannt (bei Ptolemaeus). Im 4. Jahrhundert wurde die Stadt Bischofssitz (siehe: Bistum Troyes). Westlich von Troyes fand 451 die Schlacht auf den Katalaunischen Feldern zwischen Attila und Aëtius statt.

Im 10. Jahrhundert war Troyes Zentrum der Grafschaft Troyes, die im Besitz des Grafenhauses Vermandois war, einer Linie der Karolinger.

Altstadt
Altstadt
Altstadt
Altstadt
Außenansicht der Kathedrale
Innenraum der Kathedrale Saint-Pierre et Saint-Paul

In der Stadt wirkte unter anderem Raschi (1040–1105), einer der bedeutendsten jüdischen Gelehrten des Mittelalters. Seine berühmten Kommentare zur Bibel und zum Talmud, die er in Troyes niederschrieb, werden noch heute in den meisten jüdischen Bibeln und im Talmud mit abgedruckt. Weiterhin wirkte der mittelalterliche Dichter Chrétien de Troyes (etwa 1140–1190) in der Stadt – zu der Zeit, als Troyes Residenz der Grafen von Champagne war. Auf Chrétien de Troyes geht die Parzival-Erzählung um die Suche nach dem heiligen Gral zurück.

Im Jahr 1129 fand hier das Konzil von Troyes statt.

Ab dem 12. Jahrhundert wurden in Troyes zwei der sechs Jahrmärkte oder Messen abgehalten, für die die Champagne berühmt wurde. Hier wurden Waren von den Niederlanden (Tuch) bis Italien (Seide, orientalische Waren) gehandelt. Unter den Grafen der Champagne, die Troyes zu ihrer Hauptstadt gemacht hatten, organisierte sich auch einer der ersten europäischen Geldmärkte.

Während des Hundertjährigen Kriegs (1337–1453) schwand die Bedeutung der Stadt. Troyes lag auf dem von den Engländern besetzten Gebiet. Nicht zuletzt aus diesem Grund wurde hier im Jahr 1420 der Vertrag von Troyes unterzeichnet. Mit diesem Vertrag verbündeten sich der König von Frankreich Karl VI. (auf Betreiben seiner Gemahlin Isabeau), der König von England Heinrich V. und der Herzog von Burgund Philipp III., um den Kronprinzen und späteren Karl VII. von Frankreich von der Thronfolge auszuschließen. Neun Jahre später waren die Engländer vertrieben und Jeanne d’Arc konnte den Dauphin zur Krönung nach Reims führen.

Im späten Mittelalter und der frühen Renaissance stieg Troyes zu einem der bedeutendsten Zentren der Bildhauerkunst auf, in dem unter anderem der Meister von Chaource und Jacques Bachot wirkten.

Eine erneute Schwächung der Stadt erfolgte durch die Verlagerung des Handels vom Landweg auf den Seeweg. Troyes wandelte sich im 16. und 17. Jahrhundert von einem Handelszentrum zu einem Zentrum der Textilindustrie. Gleichzeitig wurde die Stadt eine der Hochburgen der Hugenotten, und damit durch die Aufhebung des Edikts von Nantes 1685 schwer getroffen.

Das Edikt von Troyes, erlassen von Ludwig XIII., legte 1630 fest, dass die Städte Clairmont und Montferrand zu einer Stadt namens Clermont-Ferrand zusammenzuschließen seien. Es wurde 101 Jahre später durch Ludwig XV. bestätigt.

Wappen[Bearbeiten]

Beschreibung: In Blau ein schrägrechter weißer Balken mit Mäandersaum zu beiden Seiten. Im blauen Schildhaupt drei goldene Lilien.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Die Stadt lebt wirtschaftlich hauptsächlich vom Tourismus, von der lokalen Schmelzhütte sowie von der Textil- und Gummiindustrie. Des Weiteren wird Weinbau betrieben. Die Trauben werden fast ausschließlich zu Champagner verkeltert.

Mit über 1000 Beschäftigten ist die Firma Devanlay (Lacoste) mit Textilfabriken in Troyes ansässig. Die Devanlay S.A. ist eine der letzten Textilfirmen, die in Frankreich produzieren. Polohemden, T-Shirts, Pullover, Hemden und diverse andere Kleidungsstücke werden dort für die Modefirma Lacoste hergestellt.

Die Troy-Unze bezieht sich auf Troyes.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Häuser des 16.–18. Jahrhunderts in der sanierten Altstadt
  • Kirchen der Gotik und der Renaissance:
    • Kathedrale Saint-Pierre-et-Saint-Paul: 13.–17. Jahrhundert, mit einem Kirchenschatz und Glasgemälden aus dem 13.–16. Jahrhundert
    • ehemalige Stiftskirche Saint-Urbain: 1262 von Papst Urban IV. gegründet
    • Saint-Jean (14.–17. Jahrhundert)
    • Sainte-Madeleine: 12.–16. Jahrhundert, mit einem Lettner im Flamboyantstil (1508–1516)
    • Saint-Martin-des-Vignes: Renaissancekirche aus 1589–1610
    • Saint-Rémy: 14.–16. Jahrhundert
    • Saint-Pantaléon: 16. Jahrhundert, mit einer Barockfassade
  • Musée d’Art Moderne: im Bischofspalast aus dem 16.–18. Jahrhundert
  • Musée Saint-Loup: (Schöne Künste, Archäologie, Naturhistorisches) in der Abbaye St Loup aus dem 17./18. Jahrhundert
  • Das Apothicairerie de l’Hôtel Dieu-le-Comte: Museum der Pharmazie aus dem 18. Jahrhundert
  • Musée de Vauluisant im Hôtel de Vauluisant aus dem 16. Jahrhundert
  • Maison de l’outil et de la Pensée Ouvrière: im Hôtel de Mauroy aus dem 16. Jahrhundert

Hochschulen[Bearbeiten]

Sport[Bearbeiten]

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Troyes – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien