Trutz Rendtorff

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Trutz-Gotthilf Peter Rendtorff (* 24. Januar 1931 in Schwerin) ist ein deutscher evangelischer Theologe.

Leben[Bearbeiten]

Rendtorff, wie der Alttestamentler Rolf Rendtorff ein Sohn des Mecklenburger Landesbischofs Heinrich Rendtorff, besuchte das Marienstiftsgymnasium in Stettin und machte in Kiel in der Kieler Gelehrtenschule 1951 Abitur. Von 1951 bis 1956 studierte er Evangelische Theologie und Soziologie in Kiel, Bloomington (Indiana State University), Göttingen, Basel und Münster. 1956 wurde er in Münster zum Dr. theol. promoviert. Anschließend war er Assistent am Institut für Christliche Gesellschaftswissenschaften der Universität Münster. 1961 habilitierte er sich in Münster für Systematische Theologie. Von 1962 bis 1968 war Rendtorff Dozent und außerplanmäßiger Professor an der Universität Münster, von 1968 bis 1999 ordentlicher Professor für Systematische Theologie mit dem Schwerpunkt Ethik an der Ludwig-Maximilians-Universität München. 1999 wurde er emeritiert.

Rendtorff ist Mitbegründer des Instituts TTN (Technik-Theologie-Naturwissenschaften) an der Universität München und war von 1998 bis 2003 der Vorsitzende des Trägervereins TTN.

Von 1979 bis 1984 war Rendtorff Vorsitzender der Wissenschaftlichen Gesellschaft für Theologie. Bis 1994 war er Präsident der im Jahre 1981 von ihm mitgegründeten Ernst-Troeltsch-Gesellschaft.

Rendtorff hat auch im kirchlichen Raum zahlreiche Funktionen wahrgenommen. Von 1979 bis 1997 war er Mitglied der Synode der EKD. In den Jahren 1980 bis 1997 leitete er als Vorsitzender die Kammer der EKD für öffentliche Verantwortung; in dieser Zeit erschienen die Friedensdenkschrift (Frieden wahren, fördern und erneuern, 1981), die Demokratiedenkschrift (Evangelische Kirche und freiheitliche Demokratie, 1985) und die Wirtschaftsdenkschrift (Gemeinwohl und Eigennutz, 1991).

Auszeichnungen und Ehrungen[Bearbeiten]

Schriften (Auswahl)[Bearbeiten]

  • Die soziale Struktur der Gemeinde. Die kirchlichen Lebensformen im gesellschaftlichen Wandel der Gegenwart. Eine kirchensoziologische Untersuchung. Hamburg: Furche-Verl., 1958 (Studien zur evangelischen Sozialtheologie und Sozialethik; 1). Zugleich erweiterte Dissertation, Münster/Westfalen.
  • Kirche und Theologie. Die systematische Funktion des Kirchenbegriffs in der neueren Theologie. Gütersloh: Gütersloher Verlagshaus Mohn, 1966. Habilitationsschrift, Münster/Westfalen, Überarbeitung.
  • Theorie des Christentums. Historisch-theologische Studien zu seiner neuzeitlichen Verfassung. Gütersloh: Mohn, 1972, ISBN 3-579-04097-9.
  • Politisches Mandat der Kirchen? Grundfragen einer politischen Theologie. Trutz Rendtorff antwortet Winfried Hassemer. Düsseldorf: Patmos-Verlag, 1972, ISBN 3-491-00326-1.
  • Gott, ein Wort unserer Sprache? Ein theologisches Essay. München: Kaiser, 1972, ISBN 3-459-00830-X (Theologische Existenz heute; [N.F.], 171).
  • Politische Ethik und Christentum. München: Kaiser, 1978, ISBN 3-459-01153-X (Theologische Existenz heute; [N.F.], 200).
  • Ethik. Grundelemente, Methodologie und Konkretionen einer ethischen Theologie. Bd. 1+2 Stuttgart, Berlin: Kohlhammer, 1980/1981 (2., durchgesehene Auflage 1990, Nachdruck Mohr Siebeck: Tübingen 2011, ISBN 978-3-16-150715-1).
  • Theologie in der Moderne. Über Religion im Prozeß der Aufklärung. Gütersloh: Gütersloher Verlagshaus Mohn, 1991, ISBN 3-579-00189-2 (Troeltsch-Studien. Bd. 5).
  • Vielspältiges. Protestantische Beiträge zur ethischen Kultur. Stuttgart/Berlin/Köln: Kohlhammer 1991, ISBN 3-17-011544-8.
  • Religionsfreiheit – Krise des Christentums? Zum grundrechtlichen Status der Menschenrechte in christentumstheoretischer Perspektive. In: Theologische Ethik der Gegenwart, hrsg. von Friederike Nüssel. Tübingen: Mohr Siebeck, 2009, S. 207–225.
Als Herausgeber
  • zusammen mit Karl Gerhard Steck: Protestantismus und Revolution. München: Kaiser, 1969 (Theologische Existenz heute; [N.F.], 161).
  • Die Realisierung der Freiheit. Beiträge zur Kritik der Theologie Karl Barths. Gütersloh: Gütersloher Verlagshaus Mohn, 1975, ISBN 3-579-04050-2.
  • Religion als Problem der Aufklärung. Eine Bilanz aus der religionstheoretischen Forschung. Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht, 1980, ISBN 3-525-87493-6.
  • zusammen mit Anselm Hertz, Wilhelm Korff und Hermann Ringeling: Handbuch der christlichen Ethik. Freiburg i. B.: Herder, Gütersloh: Mohn. Bd. 1 und Bd. 2, 1978, Bd. 3, 1982.
  • zusammen mit Kurt Nowak, Otto Gerhard Oexle und Kurt-Victor Selge: Adolf von Harnack: Christentum, Wissenschaft und Gesellschaft. Wissenschaftliches Symposion aus Anlaß seines 150. Geburtstages. Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht, 2003 (Veröffentlichungen des Max-Planck-Instituts für Geschichte, Göttingen, Band 204).

Literatur[Bearbeiten]

  • Grenzen überschreiten. Festschrift zum 70. Geburtstag von Trutz Rendtorff. Hrsg. von Roger J. Busch, München : Utz, 2001.
  • Reiner Anselm: Ethische Theologie. Zur ethischen Konzeption Trutz Rendtorffs, in: ZEE 36 (1992), 259-274.
  • Martin Laube: Theologie des neuzeitlichen Christentums. Studien zu Genese und Profil der Christentumstheorie Trutz Rendtorffs, Tübingen 2006.
  • Stefan Atze: Ethik als Steigerungsform von Theologie?, Berlin New York 2008.
  • Mit Trutz Rendtorff im Gespräch, in: Klaus Tanner (Hrsg.); Christentumstheorie. Leipzig 2008, 239-273.

Schriftenverzeichnis[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]