Tsakonisch

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Zweisprachiges Schild (Tsakonisch-Griechisch) in Leonidi
Ethnografische Karte der Peloponnes (Alfred Philippson) 1890 mit dem tsakonischen Sprachraum in hellblau

Tsakonisch (griechisch Τσακωνική διάλεκτος Tsakoniki dialektos) ist ein griechischer Dialekt, der noch in wenigen Dörfern der Regionen Lakonien und Arkadien auf der Peloponnes aktiv gesprochen wird. Tsakonisch ist der einzige noch heute gesprochene griechische Dialekt, der sich nicht aus der hellenistischen Gemeinsprache (Koine), sondern aus dem antiken dorischen Dialekt entwickelt hat.

Wiederentdeckt wurde das Tsakonische durch den französischen Gelehrten Jean-Baptiste Gaspard d’Ansse de Villoison auf dessen Griechenlandreise (1784–1786). Erstmals gründlich erforscht wurde es durch den Deutschen Michael Deffner, der 1881 eine Zakonische Grammatik herausgab, und durch den Kreter Georgios N. Chatzidakis.

Typische Merkmale des Tsakonischen sind:

  1. Rhotazismus: Wandel des [s]- Auslautes in [r], wenn der Anlaut des nachfolgenden Wortes Vokal ist. Beispiele: ταρ αμερί (της ημέρας), καλέρ ένι (Kαλός είναι), πούρ επέτσερε (πώς είπες)
  2. Erhalt des dorischen ā [a:]: αμέρα (ημέρα), ψαφού (ψηλαφώ)
  3. Wandel des [θ] in [s]: σάτη (θυγάτηρ), σέρι (θέρος)
  4. Erhalt des Digamma-Anlautes im Wort: βάννε < Fαρήν (αρνί)

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