Tsau-ǁKhaeb-(Sperrgebiet)-Nationalpark

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Tsau-ǁKhaeb-(Sperrgebiet)-Nationalpark

IUCN-Kategorie II − National Park

Die Lange Wand nördlich von Lüderitz, innerhalb des Diamantensperrgebiets

Die Lange Wand nördlich von Lüderitz, innerhalb des Diamantensperrgebiets

Lage Südwest-Namibia
Fläche 26.000 km²
WDPA-ID 303691
Geographische Lage 26° 41′ S, 15° 5′ O-26.67527777777815.090277777778Koordinaten: 26° 40′ 31″ S, 15° 5′ 25″ O
Markierung
Karte der staatlichen Schutzgebiete in Namibia
Einrichtungsdatum 2008
Verwaltung Ministerium für Umwelt und Tourismus

Der Tsau-ǁKhaeb-(Sperrgebiet)-Nationalpark (engl. Tsau ǁKhaeb (Sperrgebiet) National Park)[1], zwischen 2008 und November 2012 Sperrgebiet-Nationalpark, davor Sperrgebiet oder Diamond Area 1[2] (ehemals Diamantensperrgebiet A[3]), bezeichnet eine die Hafenstadt Lüderitz umschließende Region an der namibischen Westküste Afrikas, die sich vom Oranje bis zu der Südgrenze des Namib-Naukluft-Nationalparks erstreckt. Das Diamantensperrgebiet hat eine Gesamtfläche von etwa 26.000 km²[4], damit ist es etwas größer als Mecklenburg-Vorpommern. Es wird von der Nationalstraße B4 durchquert und schließt den Küstenabschnitt der Diamantenküste, die sogenannten Klinghardtberge im Landesinneren sowie die Ortschaft Rosh Pinah im Süden mit ein.

Im Diamantensperrgebiet fand Zacharias Lewala, der Gehilfe August Stauchs, im April 1908 bei der Instandhaltung der Lüderitz-Eisenbahnstrecke Diamanten. Es gründeten sich einige deutsche Diamantengesellschaften, die das Fundgebiet parzellierten und einem geordneten Diamantenabbau zuführten. In dieser Zeit entstanden Siedlungen wie Kolmanskuppe oder Elisabethbucht, die heutzutage Geisterstädte sind. 1920 hielt man die Diamantenlager für erschöpft und veräußerte sie an Ernst Oppenheimer, den Gründer des Unternehmens Consolidated Diamond Mines of South West Africa. Diese Gesellschaft, die später von der De Beers-Gruppe übernommen wurde, perfektionierte die Diamantengewinnung und dehnte sie weit über das ursprüngliche Fundgebiet nach Norden und vor allem nach Süden aus. Zum Schutz vor einem unlizenzierten, unkontrollierten Diamantenabbau wurde das gesamte Gebiet von Bernhard Dernburg 1908 zum Sperrgebiet erklärt.[5] Nur die Stadt Lüderitz und die zu ihr führende Straße wurden für den allgemeinen Verkehr freigegeben.

Die Diamantenförderung wurde zunehmend industrialisiert und durch Einsatz von Großgeräten perfektioniert, was zu einer großflächigen Veränderung und Zerstörung der Wüstenlandschaft führte. Zugleich aber erhielten sich im Sperrgebiet einmalige Biotope von großem wissenschaftlichen Wert.

Nachdem sich die Diamantenförderung immer stärker in das Mündungsgebiet des Oranje verlagert hat, wurden die starken Zugangsbeschränkungen abgeschafft und das Gebiet zum Sperrgebiet–Nationalpark proklamiert. Die von der De-Beers-Gruppe gegründete Minenstadt Oranjemund wird bereits kommunal verwaltet und ist der Allgemeinheit nach vorheriger Genehmigung tagsüber geöffnet.

Heutzutage gibt es etliche Geisterstädte im Nationalparkgebiet, die so von den Menschen aufgegeben worden sind, dass man manchmal in Friedhöfen jener Städte mumienhafte Leichname sehen kann, die wegen der Winde der Wüste und der langen Zeit an die Oberfläche gelangt sind, ohne dass jemand sich um sie kümmert.

Literatur[Bearbeiten]

  • Namibia Nature Foundation (Hrsg.): The Sperrgebiet Land Use Plan. Windhoek 2010. (online abrufbar; PDF; 1,2 MB)
  • Paula Hardy, Matthew Firestone: Namibia & Botsuana. Mair Dumont DE 2007, ISBN 3-8297-1584-6, S.74 (eingeschränkte Online-Version (Google Books))
  • Elke Loßkarn, Dieter Loßkarn: Namibia.. DuMont Reiseverlag 1998, ISBN 3-7701-4065-6, S. 89
  • P. Sprigade, Dr. Lotz: Karte des Sperrgebietes in Deutsch-Südwestafrika., 10 Blätter, 1:100 000. Berlin (Geogr. Verlagshandlung v. Dietrich Reimer) 1913
  • Gino Noli: Wüstendiamanten. Kolmanskop Tour Company, Lüderitz 2007, ISBN 978-0-620-39750-6.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Sperrgebiet – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Sperrgebiet now called Tsau //Khaeb. The Namibian, 6. November 2012, abgerufen am 31. August 2013.
  2. Sperrgebiet. In: Encyclopædia Britannica. Abgerufen am 26. März 2012.
  3. G. Scheuring: Die mineralogische Zusammensetzung der deutsch-südwestafrikanischen Diamantsande. In: Beiträge zur geologischen Erforschung der Deutschen Schutzgebiete. Heft 8, Berlin (Geolog. Zentralstelle f.d. Deutschen Schutzgebiete) 1914, S. 6
  4. Absalom Shigwedha: Scoping the Sperrgebiet. The Namibian. 6. März 2008. Abgerufen am 23. Mai 2008.
  5. http://www.kolmanskop.de/diamantensperrgebiet/