Tschamsulwara Bagomedowitsch Tschamsulwarajew

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Tschamsulwara Bagomedowitsch Tschamsulwarajew (russisch Чамсулвара Багомедович Чамсулвараев, aserbaidschanisch Çamsulvara Çamsulvarayev; * 6. September 1984 in Chamsik, Dagestanische ASSR, Russische SFSR, Sowjetunion) ist ein aserbaidschanischer Ringer russischer Herkunft. Er wurde 2009 Europameister im freien Stil im Weltergewicht.

Werdegang[Bearbeiten]

Tschamsulwara Tschamsulwarajew stammt aus der russischen Teilrepublik Dagestan. Er begann dort auch im Jahre 1999 mit dem Ringen. Er konzentrierte sich dabei auf den freien Stil. Aus jenen Jahren ist nicht bekannt, welchem Verein er angehörte und wer ihn trainierte. Er kämpfte sich aber bis zum Jahre 2005 in die russische Elite der Freistilringer im Weltergewicht hinein. Aus diesem Jahre ist ein erstes Ergebnis von ihm bekannt. Er belegte bei der russischen Meisterschaft im Weltergewicht hinter Arsen Gitinow und Dschamaludin Aliew den 3. Platz. Im gleichen Jahr kam er auch beim sogenannten "Supercup", einem Vergleich der Nationalmannschaften der Vereinigten Staaten und Russlands, zum Einsatz. In Colorado Springs unterlag er dabei im Mittelgewicht gegen den UA-Amerikaner Mo Lawal nach Punkten.

Aus dem Jahre 2006 sind von ihm keine Resultate bekannt. Seit Beginn des Jahres 2007 startet er für Aserbaidschan. Er gehört dort dem Sportclub Neftchi Baku an und wird von Magomed Gadschiew und Firdausi Umudow trainiert. Einer der Gründe, warum er diesen Schritt ging, wird wohl der gewesen sein, dass er in Russland in seiner Gewichtsklasse mit Buwaisar Saitijew, Machatsch Murtasalijew und Irbek Walentinowitsch Farnijew drei Konkurrenten hatte, die er wohl kam besiegen konnte. Aus diesem Grunde kam er in Russland auch zu keinen Einsätzen bei den internationalen Meisterschaften.

Für Aserbaidschan startete er erstmals bei der Europameisterschaft 2007 in Sofia. Ihm glückte dort ein gelungener Einstand, denn nach einer Auftaktniederlage gegen Machatsch Murtasalijew siegte er über Edgaras Vojtechovskis aus Litauen und Michail Ganew aus Bulgarien und gewann damit gleich eine Bronzemedaille. Auch bei der Weltmeisterschaft des gleichen Jahres in Baku gewann er diese Medaille. Er verlor dort gegen Emzarios Bentinidis auch Griechenland und besiegte im Kampf um den 3. Platz Joseph Heskett aus den Vereinigten Staaten.

Auch bei der Europameisterschaft 2008 in Tampere kam er im Weltergewicht auf den 3. Platz. Ihm gelang dort nach hartem Kampf (2:1 Runden, 13:9 techn. Punkte) u.a. ein Sieg über den deutschen Starter Andriy Schiika. Nach einer Niederlage gegen Machatsch Murtasalijew besiegte er dann im Kampf um den 3. Platz den Ex-Weltmeister Ibragim Aldatow aus der Ukraine. Bei den Olympischen Spielen 2008 in Peking war Tschamsulwara Tschamsulwarajew kein Erfolg beschieden, denn er verlor dort gleich in seinem ersten Kampf gegen Murad Gaidarow aus Weißrussland, obwohl er mehr technische Punkte erzielte als dieser (1:2 Runden und 4:3 techn. Punkte), weil für einen Sieg letztlich nur die gewonnene Rundenzahl ausschlaggebend ist. Da Gaidarow seinen nächsten Kampf verlor und ausschied, kam Tschamsulwara Tschamsulwarajew nicht in die Trostrunde und schied aus. In der Endabrechnung kam er damit nur auf den für ihn enttäuschenden 15. Platz.

Im Jahre 2009 nutzte er dann die Gunst der Stunde und wurde in Vilnius mit vier Siegen Europameister im Weltergewicht. Er schlug dabei den Franzosen Luca Lampis, erneut Andriy Schiika, Kiril Tersijew aus Bulgarien und Firat Binici aus der Türkei. Bei der Weltmeisterschaft in Herning/Dänemark kam er zu vier Siegen und traf im Finale auf den russischen Neuling Denis Zargusch, dem er mit 0:3 techn. Punkten und 0:2 Runden unterlag. Er wurde damit Vize-Weltmeister 2009.

Im Jahre 2010 war Tschamsulwara Tschamsulwarajew nicht ganz so erfolgreich wie im Jahre 2009. Bei der Europameisterschaft in Baku unterlag er im Halbfinale gegen Kiril Tersijew aus Bulgarien, erkämpfte sich aber mit einem Sieg über Georg Harth aus Deutschland noch eine EM-Bronzemedaille. Bei der Weltmeisterschaft in Moskau besiegte er in seinem ersten Kampf Dusan Babrnak aus der Slowakei, unterlag aber in seinem zweiten Kampf gegen den ehemaligen Weltmeister Iván Fundora aus Kuba. Da dieser aber das Finale nicht erreichte, kam Tschamsulwara Tschamsulwarajew nicht in die Trostrunde und musste sich mit dem 16. Platz begnügen.

Internationale Erfolge[Bearbeiten]

Jahr Platz Wettbewerb Gewichtsklasse
2007 3. EM in Sofia Welter nach einer Niederlage gegen Machatsch Murtasalijew, Russland u. Siegen über Edgaras Vojtechovkis, Litauen u. Michail Ganew, Bulgarien
2007 3. WM in Baku Welter mit Siegen über Raido Jalas, Estland u. Ramesh Kumar, Indien, einer Niederlage gegen Emzarios Bentinidis, Griechenland u. Siegen über Gela Sagiraschwili, Georgien u. Joseph Heskett, USA
2008 3. EM in Tampere Welter mit Siegen über Ahmet Gülhan, Türkei u. Andriy Schiika, Deutschland, einer Niederlage gegen Machatsch Murtasalijew u. einem Sieg über Ibragim Aldatow, Ukraine
2008 1. Golden-Grand-Prix in Baku Welter vor Masoud Mustafa Jokar u. Iman Mohammadian, bde. Iran, Arsen Gitinow, Kirgisistan u. Nikolai Bagajew, Russland
2008 15. OS in Peking Welter nach einer Niederlage gegen Murad Gaidarow, Weißrussland
2009 1. Welt-Cup in Teheran Welter vor Yunieski Blanco Mora, Kuba, Dimitri Komisar, Ukraine u. Sadegh Goudarzi, Iran
2009 3. "Iwan-Yarigin"-Turnier in Krasnojarsk Welter hinter Machatsch Murtasalijew u. Irbek Walentinowitsch Farnijew, gemeinsam mit Chadschimurad Murtasalijew, alle Russland, vor Murad Gaidarow
2009 1. EM in Vilnius Welter mit Siegen über Luca Lampis, Frankreich, Andriy Schiika, Kiril Tersijew, Bulgarien u. Firat Binici, Türkei
2009 2. WM in Herning/Dänemark Welter mit Siegen über Jakub Kacenak, Slowakei, Apostolos Taskoudis, Griechenland, Alexander Burca, Moldawien u. Ranesh Kumar, Indien u. einer Niederlage gegen Denis Zargusch, Russland
2010 3. "Yasar-Dogu"-Memorial in Istanbul Welter hinter Aniuar Borissowitsch Gedujew u. Kemal Malikow, bde. Russland, gem. mit Seyed Riyahi, Iran
2010 2. Welt-Cup in Moskau Welter hinter Murad Gaidarow, Weißrussland, vor Aniuar Gedujew, Russland u. Sadegh Saeed Goudarzi, Iran
2010 3. EM in Baku Welter mit Siegen über Gia Tschikladse, Ukraine u. Oleg Motsalin, Griechenland, einer Niederlage gegen Kiril Tersijew, Bulgarien u. einem Sieg über Georg Harth, Deutschland
2010 3. Golden-Grand-Prix in Baku Welter hinter Alexander Gostijew, Russland u. Trent Paulson, USA
2010 16. WM in Moskau Welter nach einem Sieg über Dusan Babrnak, Slowakei u. einer Niederlage gegen Ivan Fundora Saldivar, Kuba

Erläuterungen[Bearbeiten]

  • alle Wettkämpfe im freien Stil
  • Weltergewicht = Gewichtsklasse bis 74 kg Körpergewicht
  • OS = Olympische Spiele, WM = Weltmeisterschaft, EM = Europameisterschaft

Quellen[Bearbeiten]

  • Datenbank des Instituts für Angewandte Trainingswissenschaften der Universität Leipzig,
  • Fachzeitschrift Der Ringer,
  • Webseiten des US-amerikanischen, des russischen und des iranischen Ringerverbandes

Weblink[Bearbeiten]

Profil von Tschamsulwara Tschamsulwarajew beim Institut für Angewandte Trainingswissenschaft