Tschehel Sotun

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Dieser Artikel erläutert den Tschehel Sotun in Isfahan; zu anderen Bedeutungen siehe Pavillon Tschehel Sotun in Qasvin.
Tschehel Sotun
Tschehel Sotun

Tschehel Sotun

Daten
Ort Isfahan, Iran
Architekt Scheych Bahai[1]
Baustil Esfahani
Baujahr 1647[1]
Grundfläche 67,000[1] m²
Koordinaten 32° 39′ 26″ N, 51° 40′ 19″ O32.65722222222251.671944444444Koordinaten: 32° 39′ 26″ N, 51° 40′ 19″ O
Tschehel Sotun (Iran)
Tschehel Sotun

Tschehel Sotun auch Tschihil Sutun, englische Umschriften Chehel Sotoun, Chihil Sutūn, (persisch ‏چهل ستون‎, ‚Vierzigsäulenpalast‘) ist ein Palast aus safawidischer Zeit in der Stadt Isfahan. Der Palast liegt inmitten einer großen Gartenanlage in der Nähe des Ali-Qapu-Palastes und wurde unter Abbas II. fertiggestellt.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Palast gehört zu den schönsten Beispielen safawidischer Architektur, unter anderem, weil er neben dem Hascht-Behescht-Palast von 1669 zu den wenigen gehört, die noch von der einstigen Gartenanlage umgeben sind. Neben einer Veranda mit zwanzig Säulen aus Zypressenholz, die sich im Becken spiegeln, gibt es einen Spiegelsaal und zahlreiche Fresken mit Darstellungen vom Leben am Hofe der Safawiden und historischen Ereignissen. Außerdem findet man kunstvolle Spiegelkachelungen und Stuckverzierungen.

Die Fresken zeigen die Schlacht von Taher Abad bei Merw, 1510, die Schlacht bei Tschaldiran gegen den Osmanen Selim I. 1514, den Empfang des Mogulherrschers Humayun 1544, ein Bankett zu Ehren des Emirs von Buchara im Jahre 1611, und der Empfang des usbekischen Königs im Jahr 1646. Ein weiteres Fresko zeigt den Sieg Nadir Schahs gegen die indische Armee in der Schlacht von Karnal 1739. Unterhalb der Fresken befinden sich kleinere Darstellungen, die sich stilistisch den persischen Miniaturen annähern. Nachdem sie unter den Kadscharen mit Gips bedeckt worden waren, wurden sie später kunstvoll restauriert. Heute sind diese Bilder teilweise wieder übertüncht.[2]

Die Tradition eines Gartenpalastes ist in der islamischen Welt zwischen Andalusien (Alhambra) und Indien (Fatehpur Sikri) weit verbreitet. Die Architektur des Tschehel Sotun kann am ehesten mit sassanidischen Palästen verglichen werden, weil der zum Thronsaal führende Durchgang funktionell dem sassanidischen Iwan entspricht. Der Grundplan ist symmetrisch und klar angelegt. Durch den Säulenportikus (talar) gelangt man in eine annähernd quadratische Thronhalle mit einem Wasserbecken, die von Nebenhallen flankiert wird, und weiter durch einen Iwan in einen quer liegenden Kuppelsaal.[3]

Das Gebäude wurde ab 1958 als archäologisches und ethnologisches Museum genutzt. Nach einer zehnjährigen Schließung wurde es 1988 wiedereröffnet. In den Räumen des Palastes befinden sich zahlreiche Kunstobjekte, darunter Teppiche, Porzellan und Münzen.

Galerie[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Tschehel Sotun – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c 'Hosseyn Yaghoubi: Rāhnamā ye Safar be Ostān e Esfāhān (Reiseführer nach der Provinz Isfahan) (persisch). Rouzane, 2004, ISBN 964-334-218-2.
  2. siehe Bild
  3. Robert Hillenbrand: Safavid Architecture. In: Ders.: Studies in Medieval Islamic Architecture. The Pindar Press, London 2006, Band 2, S. 499f