Tscherepowez
| Stadt
Tscherepowez
Череповец
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Tscherepowez (russisch Череповец, wiss. Transliteration Čerepovec) ist eine Stadt in Nordwestrussland. Sie ist mit 312.311 Einwohnern (Stand 14. Oktober 2010) die größte Stadt der Oblast Wologda.[1]
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[Bearbeiten] Geografie
Tscherepowez befindet sich etwa 505 km nördlich von Moskau und 124 km südwestlich der Oblasthauptstadt Wologda. Es liegt am Fluss Scheksna, am Nordufer des Rybinsker Stausees. Tscherepowez ist Verwaltungszentrum des gleichnamigen Rajons.
[Bearbeiten] Geschichte
Um 1360 wurde ein Kloster in den Hügeln nahe der Scheksna gegründet. Um dieses herum entstand später die Siedlung Tscherepowez, welche 1777 die Stadtrechte verliehen bekam. Auf Wepsisch, der Sprache der finnischen Einwohner dieser Gegend, bedeutet der Stadtname in etwa „Unser Fischberg“.
In der Stadt bestand das Kriegsgefangenenlager 437 für deutsche Kriegsgefangene des Zweiten Weltkriegs.[2] Schwer Erkrankte wurden in den beiden Kriegsgefangenenhospitälern 3739 und 5091 versorgt. Das Hospital 5091 war außerdem dem Kriegsgefangenenlager 158 in Wologda und dem Kriegsgefangenenlager 150 Grjasowez zugeordnet. Auf mehreren Kriegsgefangenenfriedhöfen wurden über 30.000 Tote vorwiegend in Massengräbern bestattet.
[Bearbeiten] Wirtschaft
Tscherepowez ist die wichtigste Industriestadt der Region. Hier sind unter anderem Eisenhütten, Stahlwerke (beispielsweise Severstal), große Werften und Chemiebetriebe ansässig. Die für die Verarbeitung benötigte Kohle kommt aus Workuta, das Eisenerz von der Halbinsel Kola. Außerdem gibt es Sägewerke, in denen das Holz aus den umliegenden Nadelwäldern verarbeitet wird. Für die Entwicklung der Industrie in Tscherepowez war vor allem die günstige verkehrstechnische Lage am Kreuzungspunkt der wichtigen Wasserwege und Eisenbahnen Nordrusslands entscheidend.
[Bearbeiten] Bildung
Tscherepowez ist Sitz einer Staatsuniversität.
[Bearbeiten] Sport
Der Eishockeyverein Sewerstal Tscherepowez spielt in der Kontinentalen Hockey-Liga.
[Bearbeiten] Söhne und Töchter der Stadt
- Juri Alexandrowitsch Alexandrow (* 1988), Eishockeyspieler
- Alexander Nikolajewitsch Baschlatschow (1960–1988), Poet, Liedautor und Sänger
- Sergei Rostislawowitsch Fokitschew (* 1963), Eisschnellläufer
- Sergei Sergejewitsch Gimajew (* 1984), Eishockeyspieler
- Stanislaw Igorewitsch Jegorschew (* 1987), Eishockeyspieler
- Dmitri Sergejewitsch Juschkewitsch (* 1971), Eishockeyspieler
- Dmitri Sergejewitsch Kagarlizki (* 1989), Eishockeyspieler
- Juri Iwanowitsch Kajurow (* 1927), Schauspieler
- Bogdan Alexandrowitsch Kisselewitsch (* 1990), Eishockeyspieler
- Alexei Walentinowitsch Kosnew (* 1975), Eishockeyspieler
- Alexander Pawlowitsch Kutepow (1882–1930), General während des Russischen Bürgerkriegs
- Jewgeni Wladimirowitsch Mons (* 1989), Eishockeyspieler
- Alexei Alexandrowitsch Mordaschow (* 1965), Unternehmer
- Juri Wiktorowitsch Trubatschow (* 1983), Eishockeyspieler
- Maxim Walerjewitsch Tschudinow (* 1990), Eishockeyspieler
- Wassili Wassiljewitsch Wereschtschagin (1842–1904), Maler
- Wladimir Anatoljewitsch Worobjow (* 1972), Eishockeyspieler
[Bearbeiten] Einzelnachweise
- ↑ a b Predvaritel'nye itogi Vserossijskoj perepisi naselenija 2010 goda. Rosstat, Statistika Rossii, Moskau 2011, ISBN 978-5-902339-98-4 (Vorläufige Ergebnisse der allrussischen Volkszählung 2010; russisch; Download).
- ↑ Maschke, Erich (Hrsg.): Zur Geschichte der deutschen Kriegsgefangenen des zweiten Weltkrieges. Verlag Ernst und Werner Gieseking, Bielefeld 1962-1977.
[Bearbeiten] Weblinks
- Tscherepowez auf mojgorod.ru (russisch)
- Als Bauarbeiter in der Sowjetunion - Bericht aus vier Jahren Kriegsgefangenschaft, u. a. in Tscherepowez
- Über Tscherepowez für Touristen (russisch)
Verwaltungszentrum: Wologda
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