Tschernitz

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Tschernitz (Begriffsklärung) aufgeführt.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Tschernitz
Tschernitz
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Tschernitz hervorgehoben
51.58305555555614.616666666667132Koordinaten: 51° 35′ N, 14° 37′ O
Basisdaten
Bundesland: Brandenburg
Landkreis: Spree-Neiße
Amt: Döbern-Land
Höhe: 132 m ü. NHN
Fläche: 13,26 km²
Einwohner: 1288 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 97 Einwohner je km²
Postleitzahl: 03130
Vorwahl: 035600
Kfz-Kennzeichen: SPN, FOR, GUB, SPB
Gemeindeschlüssel: 12 0 71 392
Gemeindegliederung: 2 Ortsteile
Adresse der Amtsverwaltung: Cottbuser Straße 2
03560 Tschernitz
Bürgermeister: Peter Drobig (Bündnis 93)
Lage der Gemeinde Tschernitz im Landkreis Spree-Neiße
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Über dieses Bild

Tschernitz (niedersorbisch Cersk) ist eine Gemeinde im Südosten des Landkreises Spree-Neiße (Brandenburg).

Geografie[Bearbeiten]

Der Ort liegt in der Niederlausitz etwa 30 Kilometer südöstlich von Cottbus. Die westliche Gemeindegrenze bildet die Landesgrenze zwischen Brandenburg und Sachsen. Tschernitz gehört dem Amt Döbern-Land an, das seinen Verwaltungssitz in der Stadt Döbern hat.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Die Gemeinde besteht aus zwei Ortsteilen. Der Ortsteil Tschernitz hat 1.092 Einwohner, der Ortsteil Wolfshain (sorbisch Śisej) 399 (31. März 2008).

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung in den heutigen Grenzen seit 1875
Tschernitz:
Bevölkerungsentwicklung in den heutigen Grenzen (2013)
Jahr Einwohner
1875 905
1890 965
1910 1 854
1925 1 913
1933 1 974
1939 2 066
1946 1 903
1950 2 141
1964 1 825
1971 1 867
Jahr Einwohner
1981 1 649
1985 1 850
1989 1 913
1990 1 960
1991 1 948
1992 1 958
1993 1 954
1994 1 951
1995 1 921
1996 1 883
Jahr Einwohner
1997 1 867
1998 1 832
1999 1 825
2000 1 819
2001 1 781
2002 1 717
2003 1 673
2004 1 657
2005 1 609
2006 1 577
Jahr Einwohner
2007 1 535
2008 1 486
2009 1 435
2010 1 393
2011 1 297
2012 1 289
2013 1 288

Die Quellen der Daten finden sich detailliert in den Wikimedia Commons.[2]

Geschichte[Bearbeiten]

Der Ort ist eine wendische Siedlung. Erstmals urkundlich erwähnt wurde Tschernitz am 20. Oktober 1283 in einem Schreiben des Meißener Markgrafen Heinrichs des Erlauchten.

Bis in die erste Hälfte des 19. Jahrhunderts waren Tschernitz und Wolfshain überwiegend sorbischsprachig; schon in den 1880er Jahren sprachen jedoch nur noch die Erwachsenen Sorbisch, die Kinder - vor allem bedingt durch den deutschen Schulunterricht - nurmehr deutsch.[3]

Tschernitz gehörte bis ins 19. Jahrhundert zu Schlesien. Nach der Neuorganisation der Kreisgliederung im preußischen Staat nach dem Wiener Kongress wurde der Ort dem neugebildeten Landkreis Sorau angegliedert.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Wolfshain wurde am 26. Oktober 2003 eingemeindet.[4]

Politik[Bearbeiten]

Gemeindevertretung[Bearbeiten]

Die Gemeindevertretung von Tschernitz besteht aus 12 Gemeindevertretern.

  • Liste Bündnis 93 7 Sitze
  • FW Wolfshain 4 Sitze
  • Die Linke 1 Sitz

(Stand: Kommunalwahl am 28. September 2008)[5]

Wappen[Bearbeiten]

Das heraldische Krückenkreuz in verwechselten Tinkturen erinnert an ein „T“, den Anfangsbuchstaben des Ortsnamens. Der halbe Adler verweist auf die historische Zugehörigkeit der Gemeinde zum Fürstentum Sagan. Das Stammeswappen der Familie Sagan zeigt den schlesischen Adler mit aufgelegtem Halbmond, der damit auch im Gemeindewappen erscheint.

Tschernitz ist bereits seit 1829 Standort einer Glashütte. Diese erwerbsgeschichtliche Tradition wird durch die Flammen und die Darstellung eines typischen technischen Glases aus älterer Tschernitzer Produktion symbolisiert.

Das Wappen wurde vom Heraldiker Frank Diemar gestaltet.

Flagge[Bearbeiten]

Die Gemeindeflagge ist Rot - Gelb gestreift und trägt mittig das Gemeindewappen.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Einziges Denkmal der Gemeinde ist das verschwundene Kriegerdenkmal für die 4 Opfer der Kriege 1864, 1868 und 1870 / 71.

In der Liste der Baudenkmale in Tschernitz ist die Friedhofskapelle als Baudenkmale ausgewiesen. Die Bodendenkmale sind in der Liste der Bodendenkmale in Tschernitz aufgeführt.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Durch Tschernitz führt von West nach Ost die Bundesstraße 156. Des Weiteren wird der Ort von der Bundesstraße 115 tangiert, die Cottbus mit Bad Muskau verbindet.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Quellenangaben[Bearbeiten]

  1. Bevölkerung im Land Brandenburg nach amtsfreien Gemeinden, Ämtern und Gemeinden 31. Dezember 2013 (XLS-Datei; 83 KB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Population Projection Brandenburg at Wikimedia Commons
  3. Arnošt Muka: Pućowanja po Serbach. Nakład Domowiny, Budyšin 1957, S. 56f.
  4. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2003
  5. http://www.amt-doebern-land.com/instanz_8/index.htm

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Tschernitz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien