Tschitti Tschitti Bäng Bäng (Film)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Filmdaten
Deutscher Titel Tschitti Tschitti Bäng Bäng
Originaltitel Chitty Chitty Bang Bang
Produktionsland UK
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 1968
Länge 144 Minuten
Altersfreigabe FSK 6
Stab
Regie Ken Hughes
Drehbuch Roald Dahl, Ken Hughes
Produktion Albert R. Broccoli
Musik Richard M. Sherman,
Robert B. Sherman,
Irwin Kostal
Kamera Christopher Challis
Schnitt John Shirley
Besetzung

Der britische Musical-Fantasyfilm Tschitti Tschitti Bäng Bäng wurde 1968 von Regisseur Ken Hughes inszeniert und basiert auf dem gleichnamigen Buch von Ian Fleming, bekannt vor allem als Autor der James-Bond-Romane. Produziert wurde der Film von Albert R. Broccoli, der wiederum als Produzent von siebzehn James-Bond-Filmen bekannt wurde. Die Musik stammt von den Sherman-Brüdern.

Handlung[Bearbeiten]

Der mittellose Erfinder Caractacus Potts kauft seinen Zwillingen Jemima und Jeremy zuliebe vom Schrottplatz das Wrack eines einst für Rennsportzwecke genutzten Autos. Eifrig wird der Wagen repariert, auf Hochglanz poliert und aufgrund seiner merkwürdigen Motoren- und Auspuffgeräusche Tschitti Tschitti Bäng Bäng getauft.

Bald stellt sich heraus, dass der Wagen einiges mehr auf Lager hat als ein normales Auto. Denn als die Familie eines Tages zusammen mit der hübschen Truly Scrumptious, Tochter eines reichen Süßigkeitenfabrikanten, einen Ausflug ans Meer macht, werden sie plötzlich vom bösen Baron Bomburst bedroht, der sich von offener See mit seinem Schiff nähert und Tschitti stehlen will. Inzwischen sind sie auch von der Flut eingeschlossen, aber das macht nichts: Der Wagen verwandelt sich in ein Luftkissenboot und kann Baron Bomburst so entfliehen.

Einige Zeit später jedoch sehen Caractacus, die Kinder und Truly, wie der Großvater vom Baron Bomburst entführt wird. Sie nehmen die Verfolgung auf, während derer die Familie mit dem Auto eine Klippe hinunterfällt. Doch kurz vor dem Aufschlag kann Tschitti Tschitti Bäng Bäng Flügel entfalten und, jetzt ein Flugzeug, an Höhe gewinnen. Im Autopilot bringt Tschitti Tschitti Bäng Bäng seine Fahrgäste nach Vulgaria, Baron Bombursts Land, in dem es scheinbar keine Kinder gibt. Diese werden von den Eltern in Höhlen vor der bösen Baronin versteckt, weil diese Kinder nicht ausstehen kann. Jeremy und Jemima werden von einem Kinderfänger überlistet und im Schloss eingesperrt. Zusammen mit einem Spielzeugmacher, der das Geburtstagsgeschenk für den Baron baut, und Tschitti gelingt es Caractacus und Truly, die Kinder und den Großvater zu befreien. Zum ersten Mal ist der Großvater stolz auf eine Erfindung seines Sohnes.

Caractacus, Truly und die Kinder finden sich am Strand in Tschitti wieder. Das ganze Abenteuer war nur eine Geschichte von Caractacus, um seine Mitfahrer zu unterhalten. Die Kinder fragen, ob Truly am Schluss der Geschichte ihren Vater heiraten würde. Als dieser jedoch sagt, dass dies unmöglich wäre, da er und Truly aus verschiedenen gesellschaftlichen Schichten kommen, stürmt diese wütend davon.

Als Caractacus mit seinen Kindern nach Hause kommt, trifft er dort auf seinen und Trulys Vater, die mit Zinnsoldaten spielen. Die Toot Sweets-Zuckerstangen-Pfeifen von Caractacus waren doch noch erfolgreich (allerdings als Hundepfeifen) und nun ist er vermögend. Sofort stürmt er los, um Truly einzuholen, diese kommt ihm aber schon entgegen. Beide sind überglücklich und beschließen, nun zu heiraten.

Hintergrund[Bearbeiten]

Die Dreharbeiten fanden unter anderem im Schloss Neuschwanstein, in Rothenburg ob der Tauber und in den Pinewood Studios in Großbritannien statt; der Titelsong wurde für die deutsche Bearbeitung von Rex Gildo gesungen. Von der Filmmusik gibt es mehrere Veröffentlichungen auf LP, CD und Single.[1]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Der Titelsong des Films wurde 1969 für den Oscar nominiert.

Im selben Jahr gab es Golden Globe-Nominierungen für die Beste Filmmusik sowie den Besten Filmsong.

1970 belegte der Film bei den Laurel Awards den dritten Platz.

Kritiken[Bearbeiten]

  • „Diese zweieinhalb Stunden überzuckerter Schrulligkeiten dürften selbst dem Unempfindlichsten den Magen umdrehen.“ - Monthly Film Bulletin
  • „Ein ausufernd fabulierendes Musical-Märchen nach dem dreiteiligen Roman von Ian Fleming (1964/65), das flotte Songs und Schnulzen, hübsche Tanzeinlagen und viel Klamauk zu einem ausgelassenen Vergnügen vereint.“ - „Lexikon des Internationalen Films[2]“ (CD-ROM-Ausgabe), Systhema, München 1997
  • „Ein weiterer musikalischer Rohrkrepierer im Gefolge von 'The Sound of Music' und 'Mary Poppins'." - Ronald M. Hahn, Volker Jansen, Norbert Stresau: Lexikon des Fantasy-Films. 650 Filme von 1900 bis 1986. Heyne, München 1986, ISBN 3-453-02273-4, S. 525
  • "Dieses überlange und unerhört teure Märchen-Musical teilte zusammen mit dem zwei Jahre zuvor entstandenen „Doctor Doolittle“ [sic!] das Schicksal, an den Kinokassen einen fürchterlichen Reinfall zu erleben, was aus heutiger Sicht eigentlich nicht ganz verständlich ist, denn Tschitti Tschitti Bang Bang ist eine in jeder Hinsicht amüsante und liebevoll gestaltete Fantasy-Geschichte voller skurriler Einfälle und perfekter Trickaufnahmen. (...) bonbonfarbenes Musical, das außer dem titelgebenden Song Chitty Chitty Bang Bang nur wenige schmissige Melodien enthält (...)." - -jg- in: Das große TV Spielfilm Filmlexikon. Digitale-Bibliothek- Sonderband (CD-ROM-Ausgabe). Directmedia, Berlin 2006, ISBN 3-89853-036-1, S. 12688-12689

DVD-Veröffentlichung[Bearbeiten]

  • Tschitti Tschitti Bäng Bäng. DVD - MGM Home Entertainment 2006
  • Tschitti Tschitti Bäng Bäng. Blu-Ray - MGM Home Entertainment 2010, EAN 4045167010031

Musical[Bearbeiten]

2002 wurde »Tschitti Tschitti Bäng Bäng« von Jeremy Sams für das Londoner West End in ein Bühnenmusical umgewandelt. Dazu steuerten die Sherman-Brüder sechs neue Songs bei.

Die Uraufführung der Musicalversion fand am 16. April 2002 im London Palladium unter der Regie von Adrian Noble, dem damaligen Intendanten und künstlerischen Leiter der Royal Shakespeare Company, und mit Choreografien von Gillian Lynne statt. Das Musical lief in London dreieinhalb Jahre und spielte in dem Zeitraum umgerechnet mehr als 85 Millionen Euro ein.

Im Anschluss an die Londoner Laufzeit eroberte die Produktion 2005 den New Yorker Broadway, darauf folgten Tourneeproduktionen in einer zusätzlich von Ray Roderick bearbeiteten Fassung durch die USA (2008–2009) und Großbritannien (2005–2013) mit einer Laufzeit in Singapur (2007) sowie eine Neuinszenierung in Sydney und Melbourne (2012).

2014 präsentierte das Staatstheater am Gärtnerplatz München die deutschsprachige Erstaufführung.

Literatur[Bearbeiten]

  • Ian Fleming: Tschitti-Tschitti-Bäng-Bäng. Die Abenteuer eines Wunderautos (OT: Chitty-Chitty-Bang-Bang, the Magical Car). Maier, Ravensburg 1980, ISBN 3-473-39137-9

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Tonträger mit der Filmmusik
  2. Tschitti Tschitti Bäng Bäng im Lexikon des Internationalen Films. Abgerufen am 4. April 2014.