Tschugg
| Tschugg | |
|---|---|
| Basisdaten | |
| Staat: | Schweiz |
| Kanton: | Bern |
| Verwaltungskreis: | Seeland |
| BFS-Nr.: | 0501 |
| Postleitzahl: | 3233 |
| Koordinaten: | 572497 / 20852947.027237.076835492Koordinaten: 47° 1′ 38″ N, 7° 4′ 37″ O; CH1903: 572497 / 208529 |
| Höhe: | 492 m ü. M. |
| Fläche: | 3,3 km² |
| Einwohner: | 446 (31. Dezember 2010)[1] |
| Website: | www.tschugg.ch |
| Karte | |
Tschugg ist eine politische Gemeinde im Verwaltungskreis Seeland des Kantons Bern in der Schweiz. Tschugg ist eine Einwohnergemeinde ohne Burger- oder eigene Kirchgemeinde.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Geographie
Tschugg liegt auf einer Anhöhe des Jolimont im Berner Seeland. Die Nachbargemeinden von Norden beginnend im Uhrzeigersinn sind Gals, Erlach, Ins und Gampelen.
[Bearbeiten] Politik
Gemeindepräsidentin ist Brigitte Walther Abegglen (Stand 2010).
Die Wähleranteile der Parteien anlässlich der Nationalratswahlen 2011 betrugen: SVP 28.1 %, BDP 19.4 %, GPS 15.8 %, SP 15.6 %, FDP 6.5 %, CVP 4.3 %, glp 3.8 %, EDU 3.3 %, Jimy Hofer plus 1.1 %, EVP 0.8 %.[2]
[Bearbeiten] Geschichte
1946 wurde die bis dahin selbstständige Gemeinde Mullen mit Tschugg fusioniert.
[Bearbeiten] Sport und Freizeit
Das gesellschaftliche Leben wird durch das Vereinswesen gefördert, unter anderem durch die örtliche Schützengesellschaft und den Swingolfclub.
[Bearbeiten] Sonstiges
[Bearbeiten] Erklärung für den Mundartausdruck Tschugger
Der schweizerdeutsche Ausdruck Tschugger für Polizist soll von Tschugg kommen. Die Berner Patrizier Berset und Steiger hatten ihre Sommerresidenzen in Tschugg. Um die Rückkehr nach Bern, mit einer reichen Ernte, schadlos gegen Wegelagerer zu überstehen, wurden die kräftigsten Tschugger Männer mitgenommen, um den Tross zu überwachen. Anschliessend wurden sie zum Teil in Bern angestellt, um die Residenzen der Patrizier zu bewachen. Als negativ konnotierter Begriff freut diese Bezeichnung die heutigen Einwohner von Tschugg verständlicherweise überhaupt nicht. In Tschugg wird Weinbau betrieben; der produzierte Wein wird ebenfalls als "Tschugger" bezeichnet. Es gibt eine spezielle Weinetikette für die Tschugger (Polizei) welche nur mit dem Polizeiausweis erhältlich ist. Es wird jedoch angezweifelt, dass diese Herleitung des Ausdruckes Tschugger so vollkommen richtig bzw. der einzige Ursprung ist.
Sprachwissenschaftler vermuten, dass der Ausdruck Tschugger aus dem hebräischen chockar 'er hat gespäht', abstammt.[3] Es wäre damit über das Jiddische ins Jenische und von da ins Schweizerdeutsche gelangt, wo es 'Polizist' und/oder aber 'Schwein' bedeutet.[4] Ausserschweizerische Belege für das Wort Tschugger finden sich in den Mundarten Deutschlands: 'Schu(c)ker' für Landjäger oder 'Schogger, Schocker' in der Pfalz für Polizist.
[Bearbeiten] Weblinks
- Offizielle Website der Gemeinde Tschugg
- Anne-Marie Dubler: Mullen im Historischen Lexikon der Schweiz
- Anne-Marie Dubler: Tschugg im Historischen Lexikon der Schweiz
[Bearbeiten] Einzelnachweise
- ↑ Statistik Schweiz – STAT-TAB: Ständige und Nichtständige Wohnbevölkerung nach Region, Geschlecht, Nationalität und Alter
- ↑ http://www.nawa.apps.be.ch/nawa/action/NAWAInternetAction.do?method=read&sprache=d&typ=21&gem=501 abgerufen am 3. Februar 2012
- ↑ Schweizerisches Idiotikon, nach Siegmund Wolf: Wörterbuch des Rotwelschen. Deutsche Gaunersprache, Mannheim 1955, Nr. 5175.
- ↑ Hansjörg Roth: Jenisches Wörterbuch. Aus dem Sprachschatz Jenischer in der Schweiz. Frauenfeld 2001, S. 243f., wo sehr differenzierte Überlegungen.
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