Tsutsugamushi-Fieber

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Das Tsutsugamushi-Fieber (auch: Scrub Typhus oder Japanisches Flussfieber) ist eine mit dem Fleckfieber vergleichbare Infektionskrankheit.

Erreger in Mauszelle

Der Erreger ist der Orientia tsutsugamushi (zu den Rickettsiaceae gehörend). Er wird durch Milben übertragen, die zu den Trombidiformes zählen. Diese sitzen bevorzugt auf Sträuchern, worauf sich auch der Name Scrub bezieht. Die kleine Bisswunde wird nekroseartig sichtbar.

Symptome der Krankheit sind Fieber, Muskelschmerzen und Hautausschlag und andere unspezifische Symptome. Splenomegalie, Lymphadenopathie und Leukopenie können beobachtet werden. Zur spezifischen Diagnose kommt ein von Edmund Weil und Arthur Felix entwickeltes Verfahren in Frage, das auf Kreuzreaktion zwischen Rickettsien-Antikörpern und Proteus-Antigenen beruht. Immunfluoreszenz eignet sich zur Laborbestätigung besser, ist im Verbreitungsgebiet jedoch häufig nicht verfügbar.

Ein Impfstoff steht nicht zur Verfügung, da verschiedene Erregerstämme bekannt sind, die sich im Antigenmuster unterscheiden. Zur Prophylaxe eignet sich daher der Insektenschutz. Da die Erkrankung unbehandelt tödlich verlaufen kann, wird antibiotisch therapiert. Doxycyclin ist das Standardmittel, wegen Resistenzbildung muß jedoch teilweise auf andere Antibiotika ausgewichen werden.

Verbreitungsgebiet ist Asien, auch in den angrenzenden Regionen Australien und Ozeanien sowie bis nach Indien kann diese Infektion auftreten. Sie wird mangels Diagnosemöglichkeit in ländlichen Gegenden dort vielfach nicht erkannt. Nach dem Tōhoku-Erdbeben 2011 kam es in Japan zu einem Ausbruch der Krankheit. Im Zweiten Weltkrieg waren die Merrill’s Marauders davon betroffen.

Literatur[Bearbeiten]