Tubal

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Tubal (Begriffsklärung) aufgeführt.

Tubal (תובל oder תבל, Θοβελ/Θωδελ) ist ein Sohn Jafets (Gen 10,2 EU), seine Brüder sind Gomer, Magog, Madai, Jawan, Meschech und Tiras.

Volk[Bearbeiten]

Das von Tubal abstammende, gleichnamige Volk (Gen 10,3 EU, Jes 66,19 EU und Ez 27,14 EU) lebte nördlich von Israel. Nach Ezechiel (Ez 27,13 EU) waren Jawan, Tubal und Meschech Händler für Tyros, „für Menschenseelen und bronzene Geräte gaben sie deine Tauschwaren“. Tubal wird oft zusammen mit Meschech erwähnt (Ez 32,26 EU). Nach dem Fall von Ägypten, Assur und Elam sieht der Prophet auch „... Meschech-Tubal und sein ganzer Prunk, Edom, die Fürsten des Nordens allesamt“ (Ez 32,30 EU) in der Hölle. In der Weissagung gegen Sidon wird der Prophet aufgefordert, über den „Fürsten von Rosch, Meschech und Tubal“ weiszusagen (Ez 38,2). In der Weissagung gegen Gog (Ez 39,1 EU) wird dieser Fürst von Rosch, Meschech und Tubal genannt, er und sein Heer finden sein Ende in Hamon Gog, und ihre Bögen dienen als Feuerholz. Jesaja erwähnt (Jes 66,19 EU) diejenigen „die den Bogen spannen“, meist als Meschech gedeutet[1] nach Tubal und Jawan.

Bereits 1897 will Jastrow [2] das Tabal der Inschriften von Chorsabad und der Annalen Sargons mit dem biblischen Tubal gleichsetzen. Die meisten Autoren setzen Tubal und das späthethitisch/luwische Königreich Tabal in der Osttürkei kommentarlos gleich[3].

Die mittelalterlichen Spanier führten ihren Ursprung auf Tubal zurück[4]. Auch die Iberer in Georgien beanspruchten Tubal als ihren Ahnherren.

Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. E. Dhorme: Les Peuples issus de Japhet d'après le chapitre X de la Genèse. 1932, S. 38.
  2. Morris Jastrow Jr.: Mešek and Tabal. In: The American Journal of Semitic Languages and Literatures. Vol. 13, Nr. 3, 1897, ISSN 1062-0516, S. 217, online.
  3. so z. B.: G. A. Wainwright: Asiatic Keftiu. In: American Journal of Archaeology. Vol. 56, Nr. 4, 1952, S. 196–212, hier S. 203; E. D. Phillips: The Scythian Domination in Western Asia: Its Record in History, Scripture and Archaeology. In: World Archaeology. Vol. 4, Nr. 2 = Nomads, 1972, ISSN 0043-8243, S. 129–138, hier S. 133; Michael C. Astour: Ezekiel's Prophecy of Gog and the Cuthean Legend of Naram-Sin. In: Journal of Biblical Literature. Vol. 95, Nr. 4, 1976, ISSN 0021-9231, S. 567–579, hier S. 569; Maurits van Loon: The Place of Urartu in First-Millennium B.C. Trade. In: Iraq. Vol. 39, Nr. 2, 1977, ISSN 0021-0889, S. 229–231, hier S. 230; Moshe Elat: The Iron Export from Uzal (Ezekiel XXVII 19). In: Vetus Testamentum. Vol. 33, Nr. 3, 1983, ISSN 0042-4935, S. 323–330, hier S. 324; etc.
  4. Peter Hoppenbrouwers: Medieval Peoples Imagined (= Working Papers European Studies Amsterdam 3). Opleiding Europese Studies – Universiteit van Amsterdam, Amsterdam 2005, S. 13.