Tuchscherer

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Tuchscherer (Begriffsklärung) aufgeführt.
Tuchschererbrunnen in Monschau
Tuchscherer aus dem Ständebuch von 1568

Tuchscherer ist ein alter Handwerksberuf des Textilgewerbes. Die Tätigkeit des Tuchscherens ist ein wichtiger Veredelungsschritt bei der Feintuchherstellung. Sie wird seit Mitte des 19. Jahrhunderts durch Schermaschinen ausgeführt.

Während die Weber ursprünglich in Heimarbeit ihrer Tätigkeit nachgingen, waren die Tuchscherer Beschäftigte der Tuchkaufleute, wohnten und arbeiteten zumeist in deren Manufakturen. Erste Arbeitskämpfe gegen die schweren Arbeitsbedingungen sind bereits aus dem 18. Jahrhundert bekannt, hiervon leitet sich der Begriff „Schererei“ ab.

Mit bis zu 18 kg schweren Scheren wurden die feinen, aus dem Tuch überstehenden Wollfaserreste abgeschnitten, bis der Stoff eine glatte Oberfläche hatte. Mitte des 18. Jahrhunderts wurde in England eine als Scheermühle bezeichnete Maschine erfunden, die das Scheren der Tuche durchs Wasserkraft verrichtete, so dass ein Tuchscherer vier bis fünf Tische zugleich bedienen konnte. Vermutlich blieb die Schere dabei unverrückt und das Tuch bewegte sich auf dem Schertisch darunter her[1].

Weblinks[Bearbeiten]

  • Tuchscherer aus den Hausbüchern der Nürnberger Zwölfbrüderstiftung.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Scheermühle in der Oeconomischen Encyclopädie (1773 - 1858) von J. G. Krünitz