Tucupí

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Tucupí ist die Bezeichnung für ein im Norden Brasiliens nach indianischer Tradition gewonnenes Produkt aus dem Presssaft von Bittermaniok.

Zum Auspressen der geriebenen Maniokknollen wird ursprünglich ein aus der flexiblen Rinde von Pfeilwurzgewächsen geflochtener Schlauch (tipití) verwendet, heute werden auch mechanische Pressen eingesetzt. Der frischgepresste Saft muss mehrere Stunden ruhen; dabei trennt er sich in eine geleeartige Masse (goma, unter anderem Grundstoff der Tapioka-Herstellung) und einen dünnflüssigen Überstand (tucupí) auf. Der Überstand wird abgeschöpft, gefiltert und mehrere Stunden lang gekocht, bevor er verwendet werden kann. Gekühlt oder tiefgefroren ist Tucupí über längere Zeit haltbar.

Tucupí wird zur Zubereitung von Suppen und verschiedenen Fisch-, Geflügel- und Fleischgerichten genutzt. Zu den traditionellen Gerichten auf Tucupí-Basis gehört die paraensische Suppe Tacacá (mit Garnelen, goma und Jambú-Gemüse); Pato no Tucupí (Ente in Tucupí, ebenfalls mit Jambú) ist ein traditionelles Festtagsgericht in Belém und Umgebung.