Tuff-E-Nuff

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Tuff-E-Nuff
Thomas Cunningham Sr., 1895

Thomas Cunningham Sr., 1895

p1
Schiffsdaten
Flagge Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten
andere Schiffsnamen

Thomas Cunningham Sr.

Schiffstyp Bergungsschlepper
Rufzeichen WC6219[1]
Bauwerft Neafie & Levy
Baunummer 886[2]
Baukosten 21.000 US$[3]
Stapellauf 1895
Indienststellung 1895–2007
Verbleib Schiffsfriedhof
Schiffsmaße und Besatzung
Länge
20,88[1] m (Lüa)
Breite 5,21 m
Tiefgang max. 2,62 m
Vermessung 65 BRZ / 44 NRZ
Maschine
Maschine Dampfmaschine, seit 1948 Dieselmaschine
Maschinen-
leistung
206 PS (154 kW)[4]
Geschwindigkeit max. 8 kn (15 km/h)

Tuff-E-Nuff, ursprünglich bekannt als Thomas Cunningham Sr., war ein Schlepper aus dem späten 19. Jahrhundert, der insgesamt 112 Jahre in Betrieb gewesen ist. Noch im Mai 2007 war er als funktionstüchtiger Schlepper unterwegs.[5]

Tuff-E-Nuff ist die ironische Schreibweise von tough enough, was "zäh genug" bedeutet.

Geschichte[Bearbeiten]

Thomas Cunningham Sr., Namensgeber des Schleppers

Der Bau der Thomas Cunningham Sr. erfolgte 1895 von Neafie & Levy in Philadelphia (Pennsylvania) für das United States Army Corps of Engineers. Seitdem war sie mehr als 80 Jahre lang für das Harbour Board im Hafen von Richmond in Virginia in Betrieb.

Nach einer Dienstzeit von 45 Jahren wurde der Schlepper in Newport News einer Inspektion unterzogen, wo man ihn unter „durance vile“ setzte – d.h. eine sichere Bedienung des Schiffes konnte nicht weiter garantiert werden.[6] Bis zur Fertigstellung der Reparaturen wurden alle Papiere beschlagnahmt und die Thomas Cunningham Sr. musste bis dahin außer Dienst gestellt werden. Das Hauptproblem stellten Mängel am Deck dar.[7] Die Stadtverwaltung von Richmond genehmigte sofort eine Budget-Erhöhung von 8.000 US-Dollar[8], um die Reparaturen so frühzeitig wie möglich abzuschließen und den Schlepper schnell wieder zurückzubekommen.

Ab Ende 1948 erhielt die Thomas Cunningham Sr. schließlich eine dringend benötigte Umrüstung. Das aus Holz bestehende Steuerhaus und das Deck wurden durch Ausführungen aus Stahl ersetzt. Anstatt der ursprünglichen Dampfmaschine kam ein 500 PS (370 kW) starker Achtzylinder-Dieselmotor des Typs Cleveland 8-268A zum Einsatz. Die Gesamtkosten des Projekts, einschließlich der Umschulung des Wartungspersonals in Cleveland, beliefen sich auf 65.927,02 US-Dollar.[3] Von den neun Bewerbern für die Durchführung der Arbeiten gewann Dunn’s Marine Railway, Inc. aus West Norfolk die Ausschreibung und beendete die Arbeiten mit 11.000 US-Dollar unter dem geplanten Budget.[9]

1977 gelangte das Schiff in Privatbesitz,[10] später wurde es als Bergungsschlepper in Florida gesichtet. Im Mai 2007 bot ein Bergungsunternehmen den Schlepper zum Verkauf für interessierte Restauratoren an. Einer registrierten Meldung der US-Küstenwache zufolge war die Tuff-E-Nuff von 2007 bis Oktober 2008 als Freizeitschiff unterwegs.[1]

Im September 2010 befand sich die Tuff-E-Nuff auf einer Sandbank in Georgia, wo sie von einem Unternehmen als künstliches Riff versenkt werden sollte.[11]

Seit Januar 2011 befindet sich das Wrack vor der Küste von St. Lucie (Florida) auf dem Meeresgrund. Es dient nun als Kyle Conrad Memorial Reef, benannt nach einem jungen Fußballspieler, der 2010 bei einem Unfall ums Leben kam.[12][13][14]

Sammlung im Mariners’ Museum[Bearbeiten]

1949 erwarb das Mariners’ Museum in Newport News den originalen Motor, der seitdem wieder im betriebsfähigen Zustand hergestellt werden konnte – wenn auch mit Strom anstatt mit Dampf angetrieben – und nun im Museum ausgestellt wird.[4]

Der Motor ist eine Zweizylinder-Verbunddampfmaschine mit einem Hub von 46 cm und einer theoretischen Leistung von 206 PS (154 kW). Der Hochdruckzylinder hat einen Durchmesser von 32 cm, während der Durchmesser des Niedrigdruckzylinders 61 cm beträgt. Der Motor wiegt etwa 14 Tonnen und ist 3,086 Meter hoch.[4]

Neben dem Motor wird im Museum auch ein handgefertigtes Schnittmodell der Thomas Cunningham Sr. im Maßstab 1:24 ausgestellt,[10] ebenso das originale Fabrikschild des Motors.[2]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c USCG CGMIX PSIX Vessel – TUFF E NUFF. United States Coast Guard Maritime Information Exchange (CGMIX), abgerufen am 3. Januar 2013 (englisch).
  2. a b Builder’s plate, Thomas Cunningham – Accession Number: 1986.0064.000001. Objekt-Datenbank der Mariners' Museum Collection, abgerufen am 3. Januar 2013 (englisch).
  3. a b Cunningham Repair Cost Below Budget, Richmond News Leader vom 28. Januar 1950, S. 3.
  4. a b c Compound Engine – Accession Number: 1949.0069.000001A. Objekt-Datenbank der Mariners' Museum Collection, abgerufen am 3. Januar 2013 (englisch).
  5. Anyone got a home for an old tugboat? Colton Company website, 4. Mai 2007, abgerufen am 3. Januar 2013 (englisch).
  6. Bedeutung und Herkunft des Wortes „Durance“. Merriam-Webster, abgerufen am 3. Januar 2013 (englisch).
  7. City Tug in Durance Vile U.S. Officials Hold Boat, Richmond News Leader vom 28. Mai 1940, S. 1.
  8. $8000 Repairs to City Tug Put 4 Yr. Cost at $42,635, Richmond News Leader vom 29. Mai 1940, S. 2.
  9. New Finish for Old Boat, Richmond News vom 30. August 1949, S. 19.
  10. a b Thomas Cunningham Sr. 1895, american steel-hulled steam tugboat – Accession Number: 1988.0004.000001A. Objekt-Datenbank der Mariners' Museum Collection, abgerufen am 3. Januar 2013 (englisch).
  11. Tuff-E-Nuff, Name an artificial reef. TISIRI, 9. Oktober 2010, abgerufen am 3. Januar 2013 (englisch).
  12. Kyle Conrad Memorial Reef. Martin County Artificial Reef Program, abgerufen am 3. Januar 2013 (englisch).
  13. British student hangs on to bridge for dear life by his fingertips as best friend plummets to death in icy river. In: Mail Online. 14. Dezember 2010, abgerufen am 3. Januar 2013 (englisch).
  14. Versenkter Schlepper erinnert an tödlich verunglückten Taucher. 18. Januar 2011, abgerufen am 5. Januar 2013 (deutsch).

27.2662-80.016516666667Koordinaten: 27° 15′ 58″ N, 80° 0′ 59″ W