Tugan Taimurasowitsch Sochijew

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Tugan Sochijew (Russisch: Туган Сохиев; Ossetisch: Тугьан Сохиты; auch unter der englischen Transkription Tugan Sokhiev bekannt;* 22. Oktober 1977 in Wladikawkas, Nordossetien), ist ein russischer Dirigent.

Tugan Sochijew bei der Vorstellung des Konzertprogramms des DSO Berlin am
24. April 2012 in Berlin

Leben[Bearbeiten]

Sochijew begann mit sieben Jahren mit dem Klavierunterricht, mit 17 dirigierte er zum ersten Mal. Er wurde hierzu vom Dirigenten des Staatlichen Nordossetischen Philharmonischen Orchesters, Anatoli Briskin, angeregt. Danach studierte er am Konservatorium in Sankt Petersburg bei Juri Chatujewitsch Temirkanow und Ilja Musin.

Seine erste Opernproduktion außerhalb Russlands dirigierte Sochijew mit La Bohème 2001 in Island. Der Generaldirektor der Welsh National Opera, Anthony Freud, ernannte ihn noch im selben Jahr zum Musikdirektor für eine Fünfjahresperiode ab 2003. 2004 trat Sochijew von seinem Posten bei der Welsh National Opera zurück. Ab 2005 wurde er Gastdirigent beim Orchestre National du Capitole de Toulouse (ONCT) und dort im Jahr 2008 zum Musikdirektor berufen.

2010 unterzeichnete Tugan Sochijew einen Vertrag als Chefdirigent und Künstlerischer Leiter des Deutschen Symphonie-Orchesters Berlin (DSO Berlin), ein Amt, das er im September 2012 antrat. Sochijew hatte bereits 2003 im Rahmen der Talentreihe „Debüt im Deutschlandradio Kultur“ erstmals am Pult des Berliner Klangkörpers gestanden und es in den Folgejahren mehrfach erfolgreich geleitet. Er war nach dem Ausscheiden Ingo Metzmachers als Chefdirigent der Wunschkandidat des Orchesters. [1]

Im Januar 2014 wurde er außerdem zum Musikdirektor des Bolschoi-Theaters in Moskau und als Chefdirigent des dort ansässigen Orchesters ernannt. Er trat damit die Nachfolge des russischen Dirigenten Wassilij Sinaiski an, der die musikalischen Geschicke des Hauses zuvor für drei Jahre geleitet hatte.[2] Hier war er unter anderem im September 2014 für die Inszenierung der Oper Die Jungfrau von Orléans nach Friedrich Schiller, komponiert von Pjotr Iljitsch Tschaikowski, verantwortlich.

Auch mit dem Mariinski-Theater in St. Petersburg und dem Londoner Philharmonia Orchestra verbindet Sochijew eine regelmäßige Zusammenarbeit. Darüber hinaus ist er ein weltweit gefragter Gastdirigent führender Opernhäuser und Orchester. Seine Debüts am Pult der Wiener Philharmoniker und Berliner Philharmoniker 2009 und 2010 führten unmittelbar zu Wiedereinladungen. 2013 debütierte er mit großem Erfolg beim Chicago Symphony Orchestra und beim Gewandhausorchester Leipzig.

Ehrungen[Bearbeiten]

  • Sochijew ist „Volkskünstler der Republik“ Nordossetien.
  • 1999: Preisträger beim III. Internationalen Prokofjew-Dirigierwettbewerb in St. Petersburg.
  • 2005: Auszeichnung als Frankreichs „Musikentdeckung des Jahres“ in der Kategorie Instrumentalmusik durch den Verband der französischen Musikkritiker (Syndicat de la critique Théâtre, Musique et Danse).
  • 2013: Chevalier des französischen Ordre national du Mérite.
  • 2014: Auszeichnung als Frankreichs „Musikerpersönlichkeit des Jahres“ in der Kategorie Instrumentalmusik durch den Verband der französischen Musikkritiker.

Diskografie[Bearbeiten]

  • Prokofjew: Iwan der Schreckliche, Deutsches Symphonie-Orchester Berlin, Sony Classical, Deutschland 2014, CD.
  • Strawinski: L'oiseau de feu, Le sacre du printemps, Orchestre National du Capitole de Toulouse, Naïve, Frankreich 2012, CD.
  • Prokofjew: Violinkonzert Nr. 2, Rachmaninow: Symphonische Tänze, Orchestre National du Capitole de Toulouse, Naïve, Frankreich, 2011, CD.
  • Mussorgski: Bilder einer Ausstellung, Tschaikowski: Symphonie Nr. 4, Orchestre National du Capitole de Toulouse, Naïve, Frankreich 2006, CD.
  • Prokofjew: Peter und der Wolf, Orchestre National du Capitole de Toulouse, Naïve, Frankreich, 2007, CD.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.tagesspiegel.de/kultur/symphonie-orchester-tugan-sokhiev-ihr-sollt-mich-kennenlernen/1920090.html
  2. http://www.dso-berlin.de/content/e640/e37875/e55383/index_ger.html

Weblinks[Bearbeiten]