Tukaram

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Tukaram wird in den Himmel (vaikunth) Vishnus aufgenommen

Tukaram (* 1608; † 1649[1]) war ein indischer Dichter und hinduistischer Mystiker aus dem 17. Jahrhundert. Er gilt als Heiliger und ist einer der geistigen Repräsentanten der Marathen[2].

Leben und Lehre[Bearbeiten]

Die Bedeutung des Namens ist nicht klar. Die dritte Silbe ram bezieht sich auf den Gott Rama.

Tukaram war ein reicher Kaufmann, der während einer großen Hungersnot seinen Besitz an Hungernde verschenkte, dadurch verarmte und schließlich in Konkurs ging. Er verließ seine Familie und lebte in Tempeln. Während einer Meditation soll er den göttlichen Auftrag erhalten haben, eine Million Gedichte über Gott zu schreiben.

Tukaram war ein wichtiger Vertreter der Bhakti-Bewegung, deren höchstes Ziel die Gottesliebe ist. Er ging davon aus, dass Hingabe an Gott allein den Menschen heilige, nicht aber die Zugehörigkeit zu einer hohen Kaste."Kastenstolz hat noch niemals irgend jemanden geheiligt, sagt Tuka, aber die Unberührbaren haben den Ozean des Lebens durch Hingabe an Gott überquert."[3]

Sonstiges[Bearbeiten]

Das Leben Tukarams wurde in dem filmhistorisch bedeutenden indischen Heiligenfilm Sant Tukaram (1936) verfilmt.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Axel Michaels: Der Hinduismus. Geschichte und Gegenwart. C.H.Beck, München 1998, ISBN 3-406-44103-3, S.63.
  2. R.C.Zaehner: Der Hinduismus. Seine Geschichte und seine Lehre. W.Goldmann Verlag, München 1980, ISBN 3-442-39028-1.
  3. R.C.Zaehner: Der Hinduismus. Seine Geschichte und seine Lehre. W.Goldmann Verlag, München 1980, ISBN 3-442-39028-1, S. 152.