Tullaghoge Fort

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Bild des Thrones - Mitte unten - von Richard Bartlett

Tullaghoge Fort (irisch Tulaigh Óg „Hügel der Jungen“) ist ein Rundhügel, eine Art Rath und vom 11. bis zum Ende des 16. Jahrhunderts eine Inaugurationsstelle im County Tyrone in Nordirland.

Ob der Platz zuvor bereits eine Kultstätte war, ist offen. Dort wurde jedes führende Mitglied der O’Neill in sein Amt eingesetzt. Tullaghoge liegt im Townland von Ballymully Glebe, südlich von Cookstown, zwischen der Stadt und dem Dorf Stewartstown und gehörte zunächst den O’Hagans, die mit den O’Cahans für die Einsetzung zuständig waren.

Mit der Krönung eines kontinentalen Monarchen gleichwertig gab die Inauguration (die Amtseinführung) in Irland dem jeweiligen Individuum das Recht, den Titel (hier der O’Neills) zu tragen und Familienoberhaupt jenes Clans zu sein, der jahrhundertelang über Tyrone geherrscht hat. Das Herrschaftsgebiet der O’Neill's (zunächst Cenél nEógain, dann Uí Néill geschrieben), war besonders anfangs viel größer als jenes, das von dem modernen County Tyrone abgedeckt wird. Einige seiner Herrscher erhoben den Anspruch Hochkönig von Irland zu sein.

Die Amtseinführungszeremonie begann mit dem Werfen eines Schuhs über den Kopf des neuen O’Neill-Oberhauptes, um anzuzeigen, dass er in die Fußstapfen seiner angesehenen Vorfahren treten werde. In den letzten Jahren ihres Lebens war Königin Elizabeth I. von England entschlossen, Hugh O’Neill, den Earl von Tyrone, zu stürzen und ihm Titel und Lordschaft abzuerkennen. Sir Charles Blount, 8. Lord of Mountjoy und Lord Lieutenant of Ireland, gelobte dieser im April 1603 den Namen und den Titel der O’Neill aufzugeben.

Der erste O’Neill soll auf Tullaghoge auf einem Steinthron eingesetzt und von St. Patrick gesegnet worden sein. 1602 zerschlug Mountjoy diesen ehrwürdigen Thron, den Richard Bartlett noch 1602 in seiner Tyrone Map (No. 511) gezeichnet hat. Nicht einmal Überreste davon blieben erhalten. Was überlebte, ist die heute reich bewaldete Stelle. Ein von einem niedrigen Wall umgebener Zentralbereich mit einem größeren Wall und weit getrennt davon ein zweiter Graben, der konzentrisch verläuft. Die Erdwälle bestimmen die Grenzen des zeremoniellen Gebietes; sie wurden nicht errichtet, um die Stelle von Angriffen zu schützen.

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54.61-6.7230555555556Koordinaten: 54° 36′ 36″ N, 6° 43′ 23″ W