Tulle
| Tulle | ||
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| Sunt rupes virtutis iter. Felsen sind der Tugend Pfad (Latein) |
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| Region | Limousin | |
| Département | Corrèze (Präfektur) | |
| Arrondissement | Tulle | |
| Kanton | Chef-lieu von 4 Kantonen | |
| Gemeindeverband | Communauté de communes Tulle et Cœur de Corrèze | |
| Koordinaten | 45° 16′ N, 1° 46′ O45.2658333333331.7722222222222235Koordinaten: 45° 16′ N, 1° 46′ O | |
| Höhe | 235 m (185–460 m) | |
| Fläche | 24,44 km² | |
| Einwohner | 15.396 (1. Jan. 2009) | |
| Bevölkerungsdichte | 630 Einw./km² | |
| Postleitzahl | 19000 | |
| INSEE-Code | 19272 | |
| Website | www.tulle.fr | |
Tulle mit dem Fluss Corrèze |
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Tulle (okzitanisch Tula) ist eine Stadt in Zentralfrankreich und Präfektur des Départements Corrèze. Ihre 15.396 Einwohner (Stand 1. Januar 2009) nennen sich Tullistes. Die Stadt ist Bischofssitz und somit ein wichtiges geistliches Zentrum des Limousin. Bekannt ist Tulle auch aufgrund seiner historischen Rolle in mehreren Industriezweigen: So gab die Stadt der Tüllspitze, die hier zuerst produziert wurde, ihren Namen; auch in der Akkordeonfabrikation und Waffenherstellung hatte sie lange Zeit eine herausragende Bedeutung.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Geographie
Tulle liegt am westlichen Rand des Zentralmassivs an beiden Ufern der Corrèze, unmittelbar vor ihrem Austritt aus dem engen Flusstal in das Bassin von Brive-la-Gaillarde.
[Bearbeiten] Klima
Durch die Lage von Tulle an der Nahtstelle zwischen dem Zentralmassiv und dem Bassin von Brive ist die Stadt bereits klimatisch begünstigt, sie erhält zugleich jedoch erhebliche Niederschlagsmengen. Das Maximum der Niederschläge entfällt hierbei auf das Winterhalbjahr, während die Sommer zeitweise trocken ausfallen können.
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Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Tulle
Quelle: Mapped Planet[1]
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[Bearbeiten] Nachbargemeinden
Folgende Städte und Gemeinden grenzen an die Stadt Tulle:
| Naves | Naves | Naves und Gimel-les-Cascades |
| Chameyrat und Naves | Chanac-les-Mines | |
| Chameyrat | Sainte-Fortunade | Chanac-les-Mines und Laguenne |
[Bearbeiten] Geschichte
Der Name Tulle leitet sich her von Tutela, der alten Kraft römischer Gottheiten, die Menschen, Sachen und Orte beschützt. Zu gallisch-römischer Zeit wurde auf der langen Reise von Armorika zum Mittelmeer hier an dem Ort, in der Nähe der Abtei Saint-Martin, Tutela angerufen. Dies geschah noch bis ins Mittelalter hinein. Im 7. Jahrhundert entstand hier ein Kloster, wo sich dann im Laufe der Zeit immer mehr Menschen ansiedelten. 1130 wurde die im 11. Jahrhundert zerstörte Abtei wieder errichtet und im Jahre 1317 wurde Tulle von Papst Johannes XXII. zum Bistum erhoben und aus der Abtei wurde eine Kathedrale. Der Kirchturm ist 75 m hoch und stammt aus dem 13. und 14. Jahrhundert.[2]
Während der Religionskriege stand Tulle auf Seiten der katholischen Liga und widerstand den Angriffen der Hugenotten im Jahre 1577, jedoch wurde die Stadt 1585 von den Truppen des Vicomte von Turenne, Henri de La Tour d’Auvergne, duc de Bouillon, verwüstet. Aber die Erschütterungen durch die französische Revolution waren noch viel weitreichender, so wurden Kathedrale und Abtei zu Waffenfabriken umgewandelt und erst 1803 wieder eröffnet und 1823 erneut zur Kathedrale geweiht.
Während des Zweiten Weltkrieges beging die 2. SS-Panzerdivision Das Reich unter Heinz Lammerding im Juni 1944 hier an zivilen Opfern 99 Geiselmorde in der Stadt sowie weitere im Umfeld, die denen in Oradour-sur-Glane unmittelbar vorangingen. Das Massaker wurde von der SS als „Volksfest“ mit Grammofonmusik inszeniert. Lammerding wurde von der deutschen Justiz nicht behelligt; er musste nur „erdulden“, von einer Zeitung als Geiselmörder bezeichnet zu werden.
[Bearbeiten] Wappen
Auf rotem Hintergrund drei goldene Felsen (2 und 1) und auf blauem Hintergrund drei goldene Lilien
[Bearbeiten] Einwohnerentwicklung
| Jahr[3] | 1793 | 1821 | 1851 | 1872 | 1901 | 1921 | 1946 | 1962 | 1968 | 1975 | 1982 | 1990 | 1999 | 2007 |
| Einwohner | 9662 | 8097 | 11895 | 13680 | 17412 | 13732 | 18202 | 19084 | 20016 | 20100 | 18800 | 17164 | 15496 | 15647 |
[Bearbeiten] Politik und Verwaltung
- Tulle ist Präfektur des Départements Corrèze.
- Tulle ist Sitz des Conseil Général de la Corrèze.[4]
- Tulle ist Hauptort von vier Kantonen aber die Stadt selbst ist in nur zwei Kantone aufgeteilt:
Die Kantone Tulle-Campagne-Sud und Tulle-Campagne-Nord haben als Hauptort die Stadt Tulle, aber Tulle selbst ist nicht Mitglied dieser Kantone.
Des Weiteren ist Tulle Sitz des Gemeindeverbandes Tulle et Cœur de Corrèze.
[Bearbeiten] Bürgermeister seit 1925
- 1925–1945: Jacques de Chammard, Radical
- 1944–1947: Jules Lafue[5]
- 1947–1949: Clément Chausson, PCF
- 1949–1959: Jean Massoulier
- 1959–1971: Jean Montalat, SFIO
- 1971–1977: Georges Mouly, RPR
- 1977–1995: Jean Bombasteil, PCF
- 1995–2001: Raymon-Max Aubert, RPR
- 2001–2008: François Hollande, PS
- 2008–heute: Bernard Combes,[6] PS
[Bearbeiten] Städtepartnerschaften
Schorndorf, Flachslanden, Deutschland
Rentería, Spanien
Bury, Vereinigtes Königreich
Lousada, Portugal
Smolensk, Russland
Dueville, Italien
Seit 1964 besteht zudem eine Partnerschaft der Handwerkskammern Osnabrück-Emsland und der der Corrèze.[7] Bis zu Beginn der 1990er Jahre gab es dabei ein jährliches erfolgreiches gegenseitiges Besuchsprogramm für Auszubildende beider Kammern.
[Bearbeiten] Wirtschaft und Infrastruktur
[Bearbeiten] Industrie
Tulle war früher Sitz einer Waffenfabrik, die heute (2011) nur noch durch ein Waffenmuseum repräsentiert ist. Seit 1919 besteht in Tulle die Firma Maugein, die Akkordeons herstellt. Ein Akkordeonmuseum ist im Entstehen.
[Bearbeiten] Verkehr
Die Stadt liegt direkt an der Achse Bordeaux–Lyon und zwar einerseits durch die Route National 89 und durch die Autoroute A89 sowie die Route National 120 zwischen Uzerche und Aurillac.
[Bearbeiten] Söhne und Töchter der Stadt
- Étienne Baluze (1630–1718), Historiker
- Christian Binet (* 1947), Comiczeichner
- Lucien Bossoutrot (1890–1958), französischer Flugpionier
- Maximin Deloche (1817–1900), Historiker
- Léon Eyrolles (1861–1945), Politiker, Unternehmer
- Laurent Koscielny (* 1985), Fußballspieler
- Marie-Anne Montchamp (* 1957), Politikerin
- Philippe Manoury (* 1952), Komponist
- Robert Nivelle (1856–1924), General
- Edmond Perrier (1844–1921), Zoologe und Anatom
- Jacques Pills (1906–1970), Sänger
- Éric Rohmer (1920–2010), Regisseur
- René Schérer (* 1922), Philosoph
[Bearbeiten] Persönlichkeiten, die mit der Stadt in Verbindung stehen
- François Hollande (* 1954), Politiker und ehemaliger Bürgermeister von Tulle
- Marcel Lefebvre (1905–1991), ehemaliger Bischof von Tulle und Gründer der Priesterbruderschaft St. Pius X.
[Bearbeiten] Literatur
- Helga Bories, Rolf Sawala: J’écris ton nom: Liberté. La France occupée et la Résistance; Schöningh, Paderborn 2002; ISBN 3140455003 (Diese Quellensammlung beginnt mit dem Bericht, wie eine der bekannten Täterinnen von 1944, genannt „Die Hündin“, im Jahr 1978 in Tulle erkannt wird, als sie regionale Feinkost zum Weiterverkauf in Deutschland erwirbt und wie die Menschen darauf reagieren.)
- Collaboration and Resistance in France; ISBN 0810941236 (auch in frz. Version gedruckt); S. 207: Bild „Lachende Deutsche neben den erhängten Zivilisten“ (eine Illustration, die genau zu Theweleits „Männerphantasien“ passt)
- Bruno Kartheuser: Reihenwerk Walter, SD in Tulle, 4 Bände & Register; Edition Krautgarten, St. Vith
- Register: Tulle Band 1–4. Namensregister. Index des noms propres. 2009
- Bd. 4: Die Erhängungen von Tulle. Ein ungesühntes Verbrechen. Franz.: Les pendaisons de Tulle. Crime sans chatiment. Deutsch: 2008 ISBN 2873160322
- Bd. 3: Die Erhängungen von Tulle. Der 9. Juni 1944. 2004. ISBN 2873160209. Franz.: Les pendaisons de Tulle. Le 9 juin 1944.
- Bd. 2: Die Tragödie des 9. Juni 1944. Das besetzte Frankreich 1940–1943. 2004 ISBN 2873160152. Franz.: La France occupée 1940–1943. 2002
- Bd. 1: Die 30er Jahre in Eupen-Malmedy. Einblick in das Netzwerk der reichsdeutschen Subversion. (viele Täter kamen aus Ostbelgien). In Niederländisch: De jaren dertig in Eupen-Malmedy. Een blik op het netwerk van de Groot-Duitse subversie. In Französisch: Les années trente à Eupen-Malmedy. Regard sur le réseau de la subversion allemande.
- ders.: Un regard vrai sur les événements de Tulle. Droit de questions. Peuple et Culture, Conférence le 10 nov. 2008, PEC Tulle. Ed. Krautgarten, St. Vith 2009
- Alan Shillaker: The martyrs of Tulle. (in englischer Sprache) ebd. 2005
[Bearbeiten] Weblinks
- Tulle im Internet
- Das Massaker in der französischen Stadt Tulle 1944
- Tulle auf lacorreze.com
- Tulle auf annuaire-mairie.fr
[Bearbeiten] Einzelnachweise
- ↑ Mapped Planet.
- ↑ www.ville-tulle.fr/web/patrimoine.
- ↑ Statistik auf cassini.ehess.fr. Abgerufen am 7. August 2011 (französisch).
- ↑ Site du conseil général de la Corrèze.
- ↑ www.ajpn.org/juste-1587.html.
- ↑ www.annuaire-mairie.fr/ville-tulle.html.
- ↑ www.hwk-os-el.de/index.php?option=com_content&view=article&id=147&Itemid=161.
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