Tundra-Orbit

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Ein Tundra-Orbit ist die hoch-elliptische Umlaufbahn eines geosynchronen Satelliten mit einer Inklination von meist 63,4°. Die Bezeichnung rührt von dem Interesse her, Satelliten-gestützte Ortungs- und Übertragungsverfahren auch in den wirtschaftlich genutzten Tundra-Zonen insbesondere auf der nördlichen Hemisphäre einsetzbar zu machen.

Drei geostationäre Satelliten erfassen fast die gesamte Erdoberfläche, hauptsächlich wegen der Abflachung der „Erdkugel“ an den Polen aber lediglich bis zu einer geografischen Breite von maximal 81,3°. Hingegen deckt eine Konstellation von vier Satelliten auf Tundra-Orbits die gesamte Erde - einschließlich der Polarkappen - ab.

Eine vergleichbare Abdeckung erreichen Satelliten auf Molnija-Orbits mit geringerer Umlaufzeit von 12 Stunden und hoher Exzentrizität. Bei einem Molnija-Orbit gelang der Satellit bei jedem Erdumlauf in den Van-Allen-Gürtel, was für die Satellitenelektronik eine Belastung darstellt. Hingegen ist der erdnächste Punkt bei Tundra-Orbits höher als der Van-Allen-Gürtel.[1]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Michel Capderou: Satellites: Orbits and Missions. Springer, Paris 2005, Seite 228.