Tunnel Denkendorf

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Dieser Artikel behandelt den geplanten Tunnel der Neubaustrecke Stuttgart–Wendlingen. Für den 2006 eröffneten Tunnel der Neubaustrecke Nürnberg–Ingolstadt siehe Denkendorftunnel.
Tunnel Denkendorf
Verkehrsverbindung Neubaustrecke Stuttgart–Wendlingen
Ort Denkendorf
Länge 768 m
Anzahl der Röhren 1
Querschnitt 81,9 m²
Bau
Bauherr Deutsche Bahn
Fertigstellung Dezember 2021 (geplante kommerzielle Inbetriebnahme)
Lage
Tunnel Denkendorf (Baden-Württemberg)
Red pog.svg
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Koordinaten
Ostportal 48° 41′ 30,5″ N, 9° 18′ 19,2″ O48.6917939.305322323
Westportal 48° 41′ 37,6″ N, 9° 17′ 57,6″ O48.6937859.299335335
Georeferenzierung Karte mit allen Koordinaten: OSM, Google oder Bing

Der Tunnel Denkendorf ist ein im Zuge des Projekts Stuttgart 21 geplanter Eisenbahntunnel der Neubaustrecke Stuttgart–Wendlingen. Das Bauwerk soll auf dem Gebiet der baden-württembergischen Gemeinde Denkendorf errichtet werden und trägt ihren Namen.

Lage und Verlauf[Bearbeiten]

Das Bauwerk liegt zwischen den Baukilometern 19,329 und 20,097. In dem Bauwerk unterquert die Neubaustrecke im Bereich der Tank- und Rastanlage Denkendorf die Bundesautobahn 8 in südöstlicher Richtung.[1]

Das Bauwerk soll zwei Gleise mit einem Gleismittenabstand von 4,50 m aufnehmen, die mit 250 km/h befahrbar sein sollen.[1]

Dem Ostportal soll ein Voreinschnitt vorgelagert werden. Ab km 20,4 geht die Strecke in einen bis zu 9 m hohen Damm über.[1]

Höhenverlauf[Bearbeiten]

Das Längsprofil (Gradiente) ist wannenförmig ausgebildet. Der Tiefpunkt des Tunnels liegt in km 20,014, 83 m vom Ostportal entfernt. Aufgrund des geringen Portalabstands beantragt die Deutsche Bahn, das Wannenprofil ohne zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen realisieren zu dürfen.[1]

Querschnitt[Bearbeiten]

Der Querschnitt soll eine lichte Weite von 11,70 m und eine lichte Höhe von 7,00 m aufweisen.[1]

Geschichte[Bearbeiten]

Planung[Bearbeiten]

In der am 6. Dezember 1996 in das Raumordnungsverfahren eingebrachten Trasse war südlich von Denkendorf ein 785 m langer Tunnel zur Unterquerung der Autobahn in südöstlicher Richtung vorgesehen.[2]

Im Zuge der Planung wurde die Lage des Tunnels um etwa 300 m nach Westen verschoben, um ein Wasserschutzgebiet (Zone II) zu umgehen.[1]

Ausschreibung und Vergabe[Bearbeiten]

Die Errichtung des Bauwerks wurde Mitte September 2013 europaweit ausgeschrieben. Der zu vergebende Bauvertrag soll vom 1. März 2014 bis zum 31. Dezember 2016 laufen. Vorbereitende Maßnahmen sollen im Januar 2014, die Hauptarbeiten im September 2014 beginnen (Stand: Oktober 2013).[3] Das Vergabeverfahren wurde bis Juni 2014 verlängert.[4] Laut Bahnangaben wurde der Bauauftrag Ende Juni 2014 für knapp 40 Millionen Euro vergeben. Beauftragt ist eine Arbeitsgemeinschaft der Unternehmen Johann Bunte und (Bad Bentheim) und Heitkamp Ingenieur- und Kraftwerksbau (Herne). Im Vergabeverfahren hätten sechs Bieter Angebote abgegeben.[5] Die Mitteilung über die Vergabe des mit 38,830 Millionen Euro bezifferten Auftrags an die ARGE Tunnel Denkendorf wurde am 23. Juli 2014 formal bekanntgemacht.[6]

Bau[Bearbeiten]

Der Baubeginn ist nunmehr für Anfang 2015 vorgesehen, die Bauzeit soll etwa 3,5 Jahre betragen.[5]

Das Bauwerk soll in offener Bauweise erstellt werden.[7] Westlich soll sich ein 144 Meter langes[8] Trogbauwerk an den Tunnel anschließen.[7]

Das Bauwerk soll auf einer Sandsteinschicht flach gegründet werden und durchgehend über dem Grundwasser liegen.[1]

Die A 8 soll in sieben Phasen abschnittsweise verlegt werden.[9]

Sicherheitskonzept[Bearbeiten]

Die Röhre soll eine Tunnelsicherheitsbeleuchtung erhalten. Seitlich ist ein Rettungsweg von mindestens 1,20 m Breite vorgesehen. Am Ostportal soll ein ca. 1.500 m² großer Rettungsplatz mit Anschluss an die Landesstraße 1204 entstehen. Auch eine Trockenleitung mit Löschwasserbehälter soll eingerichtet werden.[1]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d e f g h DBProjektBau GmbH (Hrsg.): Umgestaltung des Bahnknotens Stuttgart. Ausbau- und Neubaustrecke Stuttgart - Augsburg. Bereich Stuttgart - Wendlingen mit Flughafenanbindung. Planfeststellungsabschnitt 1.4 Filderbereich bis Wendlingen. Bau-km 15.3+11.0 bis 25.2+00
    Anlage 1: Erläuterungsbericht. Teil III: Beschreibung des Planfeststellungsabschnitts.
    Dokument mit Stand vom 31. Mai 2006, planfestgestellt durch das Eisenbahn-Bundesamt, Außenstelle Karlsruhe/Stuttgart mit Beschluss vom 30. April 2008 (Aktenzeichen 59160 PAP-PS21-PFA 1.4), S. 21 f., 26, 32 f, 45, 54, 83.
  2. DBProjekt GmbH Stuttgart 21 (Hrsg.): Projekt »Stuttgart 21«: Das Raumordnungsverfahren. Achtseitige Broschüre, Stuttgart, ca. 1997, S. 4 f.
  3. [1]Bauleistungen Zeitplan 2013 - Stand Oktober 2013
  4. 11. Sitzung des Lenkungskreises Stuttgart 21, 9. Mai 2014, Seite 11. Abgerufen am 2. Juni 2014.
  5. a b Bahnprojekt Stuttgart–Ulm e. V. (Hrsg.): Bahnprojekt Stuttgart–Ulm: Bauarbeiten in großem Umfang im Gang. Presseinformation 032/2014 vom 2. Juli 2014.
  6. Deutschland-Stuttgart: Tunnelbauarbeiten. Dokument 2014/S 139-250282 vom 23. Juli 2014 im Supplement zum Elektronischen Amtsblatt der Europäischen Union.
  7. a b Deutschland-Stuttgart: Tunnelbauarbeiten. Dokument 2013/S 178-307797 vom 13. September 2013 im Supplement zum Elektronischen Amtsblatt der Europäischen Union.
  8. Eisenbahn-Bundesamt (Hrsg.): Planfeststellungsbeschluss nach § 18 ff Allgemeines Eisenbahngesetz (AEG) für das Projekt Stuttgart 21 Planfeststellungsabschnitt 1.4 Filderbereich bis Wendlingen von Bau-km 15.3+11,0 bis 25.2+00.0 der Strecke 4813 von Stuttgart nach Augsburg. 30. April 2008, S. 4.
  9.  Roland Kurz: Im Takt übers Tal. In: Esslinger Zeitung. 20. November 2013, ZDB-ID 125919-2 (online).