Tupí

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Dieser Artikel handelt vom Volk der Tupi. Ihre Sprache ist die Tupi-Sprache.
Eine Tupi-Frau, Gemälde von Albert Eckhout (1610–1665)

Die Tupí waren – neben den verwandten Guaraní – eine der größten Ethnien Brasiliens vor der Kolonialzeit und dominierten zur Zeit der Conquista die gesamte Atlantikküste.

Die Tupí bildeten keine politische Einheit, sondern zerfielen in eine Reihe regionaler ethnischer Gruppen. Sie bauten Häuser aus Holz und Palmstroh (maloca) und lebten in von Palisaden umschlossenen Dörfern (taba). Die Tupí lebten hauptsächlich von der Landwirtschaft – insbesondere Maniok – und vom Fischfang.

Den Europäern bekannt waren sie vor allem durch Berichte über ihren Kannibalismus, ihre ständigen Kriege mit Nachbarvölkern, ihr Nacktsein und ihre sexuelle Freizügigkeit. Einige der überlieferten Berichte - insbesondere zum Ausmaß des Kannibalismus - werden von Forschern inzwischen angezweifelt.[1]

Ihre Ursprünge waren vermutlich in Amazonien, von wo aus sie sich vor etwa 3000 Jahren bis an die Atlantikküste ausbreiteten. Um 1500, bei der Ankunft der ersten Portugiesen, belief sich die Bevölkerungszahl auf schätzungsweise eine Million. Es ließen sich Volksstämme von jeweils etwa 300 bis 2000 Menschen unterscheiden, Beispiele sind die Tupinambá und die Potyguara.

Vom sechzehnten Jahrhundert an wurden die Tupí, wie auch andere Indigene der Region, von den Jesuiten missioniert und mit der Zeit assimiliert. Für viele bedeutete der Kolonialismus jedoch Versklavung oder physische Vernichtung. Ihre Sprache, das Tupí, diente noch bis zur Vertreibung der Jesuiten 1759, ähnlich wie bis heute das Guaraní in Paraguay, als allgemeine Verkehrssprache in Brasilien, auch für die weißen Siedler.

Im Südosten Brasiliens machten die Tupí einen großen Anteil der Vorfahren der heutigen portugiesischsprachigen Bevölkerung aus. Nachkommen leben heute vor allem in Paraíba, Pernambuco und Espírito Santo.

Siehe auch[Bearbeiten]

Belege[Bearbeiten]

  1. William Arens: The Man-Eating Myth: Anthropology & Anthropophagy. New York, Oxford University Press, 1979; ISBN 0-19-502793-0

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Tupí – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien