Tupungatito

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Tupungatito
Der Vulkan Tupungatito fällt zwischen den umliegenden Bergen kaum auf. Die Luftaufnahme zeigt rechts von der Bildmitte den flachen Blick aus nordwestlicher Richtung in die mit Eis und Schnee gefüllte Caldera, deren Rand schwarze Bergspitzen säumen. Links davon ist der herausragende Kegel des Tupungato zu sehen.

Der Vulkan Tupungatito fällt zwischen den umliegenden Bergen kaum auf. Die Luftaufnahme zeigt rechts von der Bildmitte den flachen Blick aus nordwestlicher Richtung in die mit Eis und Schnee gefüllte Caldera, deren Rand schwarze Bergspitzen säumen. Links davon ist der herausragende Kegel des Tupungato zu sehen.

Höhe 5650 m
Lage Santiago de Chile; Grenze Argentinien / Chile
Gebirge Anden
Koordinaten 33° 23′ 14″ S, 69° 48′ 49″ W-33.387222222222-69.8136111111115650Koordinaten: 33° 23′ 14″ S, 69° 48′ 49″ W
Tupungatito (Chile)
Tupungatito
Typ Stratovulkan
Gestein Andesit[1]
Letzte Eruption 1986[1]

Der Tupungatito[A 1], auch Bravard genannt,[3] ist ein aktiver Stratovulkan in den Anden, 80 km östlich von Santiago de Chile, auf der Grenze zu Argentinien gelegen. Seine Höhe wird mit 5650 m[A 2] angegeben, er ist aber nur von seiner Basis aus sichtbar.[1]

Über einer Grundfläche von 44 km² nimmt der Vulkan ein Volumen von 30 km³ ein. Er hat acht gut erhaltene Krater die sich am Nordrand einer halbkreisförmigen, nach Nordwesten offenen Depression befinden. Die Depression ist mit einer ausgedehnten, 15 bis 190 m mächtigen Eis- und Schneemasse gefüllt, die über den Glaciar del Azufre (Schwefelgletscher) nach Nordwesten abfließt. Das Schmelzwasser des Gletschers speist den Río Colorado, der seinerseits in den Río Maipo mündet.[1] Beim Gipfel gibt es einen hyper-sauren Kratersee (pH: 0,34 bis 0,6; Temperatur: 32,2 bis 35,2 °C; gelöste Feststoffe (TDS): 38,9 bis 45,1 g/l).[4]

Der Tupungatito hat sich vor weniger als 55.000 Jahren gebildet und ist damit jünger als der benachbarte, inaktive Tupungato.[1] Von den 13 Vulkanen in Zentral-Chile (zwischen 33 und 36° Süd) ist der Tupungatito neben dem Planchón-Peteroa-Vulkanmassiv einer der aktivsten. Er zeichnet sich durch ständige Fumarolenaktivität aus.[4][5] Seit 1646 wurden 25 Eruptionen dokumentiert, die bisher letzte im Jahr 1986.[1]

Tupungatito (Zentral-Chile)
Tupungatito
Tupungatito
San José
San José
Olla Blanca
Olla Blanca
Don Casimiro
Don Casimiro
Andrés
Andrés
Palomo
Palomo
  Atuel
  Atuel
 Overo
 Overo
Vulkane in Zentral-Chile und dem angrenzenden Argentinien.
Volcano red 32x32.svg aktiver Vulkan
Volcano white 32x32.svg inaktiver Vulkan
AS-góra-icon.svg Berg
Red pog.svg Siedlungen

Weblinks[Bearbeiten]

Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. Tupungatitito: Diminutiv von Tupungato, aus Quechua tupu-katru „das Maß übersteigen“, oder Mapudungun tu pun katrü „gelegentlich in der Nacht jagen“[2]
  2. Die Höhenangaben variieren je nach Veröffentlichung:
    5600 m[4], 5603 m[1], 5640 m[5], 5650 m[3], 5660 m[6]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d e f g Tupungatito. Servicio Nacional de Geología y Minería, Gobierno de Chile, abgerufen am 11. März 2014 (html, spanisch).
  2. Toponimia. www.profesorenlinea.cl - Querelle y Cia Ltda. Santiago de Chile, abgerufen am 11. März 2014 (html, spanisch).
  3. a b Cumbres en Zona Fronteriza. Volcán Tupungatito o Bravard. Ministerio de Relaciones Exteriores de Chile, Dirección Nacional de Fronteras y Límites del Estado (DIFROL), abgerufen am 11. März 2014 (html, spanisch).
  4. a b c  Oscar Benavente, Franco Tassi, Felipe Aguilera, Mariano Agusto, Alberto Caselli, Francisco Gutiérrez, Orlando Vaselli, Martin Reich: Preliminary geochemical investigation of Tupungatito and Planchón-Peteroa (Argentina-Chile) hyperacidic crater lakes. In: Conference Proceeding of: 8th International workshop on Volcanic lakes. CVL8-O9, 2013 (online, abgerufen am 10. März 2014).
  5. a b  Rafael Hidalgo Carrasco: Riesgos volcánicos en la comuna de San José de Maipo Región Metropolitana de Santiago. Aspectos básicos de un complejo problema. In: Boletín de Geografía. Nr. 12-13, 2000, ISSN 0717-0793, S. 97-104 (online, abgerufen am 10. März 2014).
  6. Tupungatito. In: Global Volcanism Program. Smithsonian Institution, abgerufen am 11. März 2014 (html, englisch).