Turbojugend

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Turbojugendliche vor dem semi-offiziellen Hauptquartier „Fred’s Schlemmereck“

Die Turbojugend (TJ) ist ein weltweiter Fanclub der norwegischen Band Turbonegro. 2007 wuchs die Zahl ihrer Mitglieder-Clubs, „Chapter“ genannt, auf über 2.000. Die Turbojugend zählt mehrere tausend Mitglieder, die an ihren Jeansjacken (Kutten) zu erkennen sind.

Geschichte[Bearbeiten]

Es begann im Jahre 1996, als Turbonegro ein Konzert im Klubhaus des FC St. Pauli gab, woraufhin Bela B. 15 Aufnäher mit der Aufschrift TJ St. Pauli anfertigen ließ. Drei Jahre später (1999) – Turbonegro hatten sich seinerzeit aufgelöst – erwarb das Hamburger Plattenlabel Bitzcore diverse Rechte an Turbonegro und ließ für sich und dreißig weitere Freunde fünfzig Levi’s-Jeansjacken mit der Aufschrift Turbojugend St. Pauli besticken. Die Wahl fiel auf diese Jacken, da Levi’s Turbonegro während ihrer Slim Fit Trucker Jacket-Werbekampagne als Sponsor unterstützten und der sogenannte „Denim Look“ ein Markenzeichen der Band war und ist.

Die TJ St. Pauli-Jacken erregten schnell Aufmerksamkeit, waren aber zum Unmut der stetig wachsenden Turbojugend-Gemeinde nicht käuflich zu erwerben. Daraufhin beschloss Bitzcore, diese Nachfrage durch Turbojugend Oslo-Jacken zu befriedigen, die weltweit versandt wurden. Bald darauf wurde die Produktion der Jacken auf jegliche Städtenamen ausgeweitet. Mit dem steigenden Kult um die Band wuchs auch die Zahl der Turbojugenden, was selbst der zu dieser Zeit aufgelösten Band Turbonegro nicht verborgen blieb. Diese Tatsache und die 2001 erschienene Zusammenstellung von Coverversionen „Alpha Motherfuckers“ mit vielen internationalen Künstlern wie Queens of the Stone Age, Bela B. und HIM, unter anderem auf Bitzcore, führten nach der erfolgreichen Therapie des Sängers Hank von Helvete zum Comeback der Band im Jahre 2002.

Verhältnis der Band Turbonegro zur Turbojugend[Bearbeiten]

Turbonegro und die Turbojugend fördern sich gegenseitig und tragen gegenseitig zur jeweiligen Popularität bei. Happy Tom beschreibt das Verhältnis der Band zur Turbojugend folgendermaßen: „The Turbojugend is a Frankenstein’s Monster, that we created and now it is out of control“ (Die Turbojugend ist ein Frankenstein-Monster, das wir erschufen, und nun ist es außer Kontrolle).

Symbolik und Gesinnung[Bearbeiten]

Das Logo der Turbojugend, die Lederkappe, wurde von Turbonegro gewählt, weil Homosexualität das einzige war, womit die von Black Metal geprägte Musikszene des Heimatlandes von Turbonegro, Norwegen, provozierbar war. Ähnlich dem Punk ist das Erscheinungsbild der Turbojugend provokativ, sie ist jedoch weitgehend unpolitisch, distanziert sich ausdrücklich von jeglichem rechten Gedankengut und macht auch ganz deutlich, dass sie keine Menschen mit rechter Gesinnung unter sich haben will.[1] Der Turbojugend gehören männliche wie weibliche Mitglieder aus den unterschiedlichsten Ländern, Kulturkreisen sowie sozialen Milieus und Schichten an.

Kutte[Bearbeiten]

Die offizielle Jacke der Turbojugend wird auch als Kutte bezeichnet. Ihr Aufdruck besteht im Wesentlichen aus dem Namen der jeweiligen Turbojugend, dem sogenannten „Warriornamen“ des Kuttenbesitzers und dem allgemeinen Logo der Jugend. Eine Kutte muss zu Veranstaltungen der Jugend, wie zum Beispiel Konzerten, getragen werden, so dass man als Mitglied der Turbojugend erkennbar ist. Die Kutte darf niemals gewaschen werden, es sei denn, sie wurde durch Erbrochenes verunreinigt, dann darf sie mit lauwarmem Wasser und einer Bürste gereinigt werden. Allerdings sollte danach die Benutzung eines Duftsprays in Erwägung gezogen werden.

Es ist gängige Praxis geworden, dass die Kutten mit Buttons anderer Turbojugend-Chapter verziert werden. Bei Konzerten werden diese Buttons getauscht, was nicht zuletzt auch den Kontakt der Jugenden untereinander fördert und ein besonderes Gemeinschaftsgefühl aufkommen lässt.

Ob es sich beim Anbringen besonderer Accessoires an der Kutte um „Verschönerungen“ oder „Verschandelungen“ handelt, bleibt dem Betrachter vorbehalten. Insbesondere bei Anhängern der Psychobilly- oder Rockabilly-Szene findet man oftmals aufgenähte Tiger- und Leopardenfellimitate.

Regelungen, was an die Kutte darf und was nicht, gibt es nur eine: Es dürfen keine Patches von Motorrad-Clubs angebracht werden.

Namen der Jugenden[Bearbeiten]

Die Bezeichnung der jeweiligen Turbojugend ist frei wählbar. Von der TJ Anette’s Rosette bis zur TJ Astra (Bier) oder TJ Bruce Lee sein Grab ist alles möglich. Allerdings nennen sich die Jugenden traditionell nach dem Ort oder der Region aus der sie stammen, etwa TJ Boston oder nach einer Abwandlung des Ortsnamens, etwa TJ Stone Church (aus Steinakirchen), TJ Scibes (aus Scheibbs) oder TJ Hotweiler (aus Ottweiler). Vereinzelt gibt es auch Turbojugenden mit Untertitel: TJ St. Pauli (Mutter aller Jugenden), TJ Allendorf (Tochter aller Jugenden) oder TJ Alkmaar (welcome to Rudi Carellstadt). Bei Großstädten ist ebenfalls der Name des entsprechenden Ortsteils möglich ("TJ Maxvorstadt" - für einen Ortsteil von München: München-Maxvorstadt, "TJ Köln-Südstädt" - für einen Ortsteil von Köln: Köln-Südstadt)

Welt-Turbojugend-Tage (WTJT)[Bearbeiten]

Gruppenfoto am Elbufer hinter der Fischauktionshalle

Einmal jährlich treffen sich seit 2004 die Chapters der Turbojugend in St. Pauli, um gemeinsam ein Wochenende lang zu feiern. Anlässlich dieser Welt-Turbojugend-Tage treten verschiedene Rockbands auf. Am zweiten Veranstaltungstag der zweiten Welt-Turbojugend-Tage spielte Turbonegro.

Mittlerweile zur Tradition geworden ist das sonntägliche Treffen auf dem Altonaer Fischmarkt, wo die WTJT einen inoffiziellen Abschluss finden.

Weblinks[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Uta Heuser: Give me Friction, Baby! Turbonegro und die Turbojugend. Verlag Andreas Reiffer, 2007. ISBN 978-3934896666

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Johann Tischewski: Im Zeichen der Jeansjacke taz vom 17. Juli 2009