Turinsk

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Stadt
Turinsk
Туринск
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Wappen
Wappen
Föderationskreis Ural
Oblast Swerdlowsk
Rajon Turinsk
Bürgermeister Anatoli Tuschnolobow
Gegründet 1600
Stadt seit 1689
Fläche 28 km²
Bevölkerung 17.925 Einwohner
(Stand: 14. Okt. 2010)[1]
Bevölkerungsdichte 640 Einwohner/km²
Höhe des Zentrums 80 m
Zeitzone UTC+6
Telefonvorwahl (+7) 34349
Postleitzahl 623900–623905
Kfz-Kennzeichen 66, 96, 196
OKATO 65 254 501
Geographische Lage
Koordinaten 58° 2′ N, 63° 42′ O58.03333333333363.780Koordinaten: 58° 2′ 0″ N, 63° 42′ 0″ O
Turinsk (Russland)
Red pog.svg
Lage in Russland
Turinsk (Oblast Swerdlowsk)
Red pog.svg
Lage in der Oblast Swerdlowsk
Liste der Städte in Russland

Turinsk (russisch Туринск) ist eine Stadt in der Oblast Swerdlowsk (Russland) mit 17.925 Einwohnern (Stand 14. Oktober 2010).[1]

Geografie[Bearbeiten]

Die Stadt liegt im Westen des Westsibirischen Tieflandes, etwa 250 km nordöstlich der Oblasthauptstadt Jekaterinburg am rechten Ufer der Tura, eines linken Nebenflusses des Tobol im Flusssystem des Ob.

Turinsk ist Verwaltungszentrum des gleichnamigen Rajons.

Die Stadt liegt an der 1916 eröffneten Eisenbahnstrecke Jekaterinburg – Tawda. Die Station der Stadt heißt Turinsk-Uralski.

Geschichte[Bearbeiten]

Altes Stadtwappen (1785)

Turinsk entstand 1600 als Ostrog an der Land- und Flussroute in die neu eroberten Gebiete Sibiriens (später Sibirischer Trakt genannt), nachdem die hier gelegene Siedlung Jepantschin(-Jurt), Zentrum der Besitzungen des Chantenfürsten Jepansy, 1581 von einer Einheit des Kosakenatamans Jermak zerstört worden war.

Der Ort war besonders in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts Zentrum der russischen Kolonisation Sibiriens und erhielt 1689 Stadtrecht, verlor seine Bedeutung als Handels- und Verkehrszentrum jedoch im Verlaufe des 18. Jahrhunderts.

Bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts war die Stadt Zentrum des Kunsthandwerks (Holzschnitzerei, Goldstickerei, Ikonenmalerei) sowie des Schuster- und Schmiedehandwerks.

In Turinsk befand sich das Kriegsgefangenenlager 197 für deutsche Kriegsgefangene des Zweiten Weltkriegs.[2]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Jahr Einwohner
1897 3.167
1926 4.500
1939 10.444
1959 18.838
1970 22.216
1979 22.899
1989 23.189
2002 19.313
2010 17.925

Anmerkung: Volkszählungsdaten (1926 gerundet)

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

In Turinsk gibt es ein Heimat- und ein Dekabristenmuseum (hier befanden sich mehrere Dekabristen, unter ihnen Puschkins Freund Iwan Puschtschin, in Verbannung).

Turinsk ist auch balneologischer Kurort auf Grundlage von 37 °C warmen Iod-Brom-Heilwasser.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Hauptwirtschaftszweig ist die holzverarbeitende Industrie (Zellulose, Papier, Streichhölzer). Außerdem gibt es einen Zulieferbetrieb für das Ural-Werk Irbit sowie Lebensmittelindustrie auf Grundlage des Landwirtschaftsgebietes um die Stadt (Getreide, Rinder, Schweine).

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Itogi Vserossijskoj perepisi naselenija 2010 goda. Tom 1. Čislennostʹ i razmeščenie naselenija (Ergebnisse der allrussischen Volkszählung 2010. Band 1. Anzahl und Verteilung der Bevölkerung). Tabellen 5, S. 12–209; 11, S. 312–979 (Download von der Website des Föderalen Dienstes für staatliche Statistik der Russischen Föderation)
  2. Maschke, Erich (Hrsg.): Zur Geschichte der deutschen Kriegsgefangenen des zweiten Weltkrieges. Verlag Ernst und Werner Gieseking, Bielefeld 1962-1977.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Turinsk – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien