Tusla

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Tusla
Tuzla island.jpg
Gewässer Straße von Kertsch
Geographische Lage 45° 16′ 6″ N, 36° 33′ 0″ O45.26833333333336.55Koordinaten: 45° 16′ 6″ N, 36° 33′ 0″ O
Tusla (Ukraine)
Tusla
Länge 6 km
Breite 500 m
Fläche 3,5 km²
Einwohner 50
14 Einw./km²
Die Straße von Kertsch mit der Insel Tusla- die Insel in der Mitte (die untere Insel) - erstreckt sich ganz schmal von Nordwesten nach Südosten    Tusla
Die Straße von Kertsch mit der Insel Tusla
- die Insel in der Mitte (die untere Insel) -
erstreckt sich ganz schmal von Nordwesten nach Südosten
Tusla (Krim)
Tusla
Tusla

Tusla (ukrainisch und russisch Тузла; krimtatarisch Tuzla) ist der Name einer etwa 200 bis 500 m breiten und 6 km langen Insel in der Straße von Kertsch, zwischen der Halbinsel Krim und der Taman-Halbinsel. Vor den Ereignissen auf der Krim im Frühjahr 2014 war die staatliche Zugehörigkeit der Insel zwischen Russland und der Ukraine bereits umstritten.

Auf der Insel leben etwa 20 Familien, die vom Fischfang und einigen Erholungsheimen ukrainischer Betriebe leben, zudem befinden sich dort ein kleiner Posten der ukrainischen Grenztruppen und ein paar Ferienhäuser.

Die Insel trennte sich erst in den 1920er Jahren durch Erosion von der Taman-Halbinsel ab, deren äußerstes Ende sie bis dahin war. 1941 übertrug der Oberste Sowjet der RSFSR die Verwaltung der Insel von der Region Krasnodar an die zu diesem Zeitpunkt ebenfalls russische Krim. 1954 wurde die Krim von Russland an die Ukraine übergeben, die Insel Tusla aber mehr oder weniger übersehen, da sie zu diesem Zeitpunkt militärisches Sperrgebiet war und daher direkt von der RSFSR verwaltet wurde. Im Jahr 1973 beschlossen die Verwaltungen der Krim und der Region Krasnodar gemeinsam, dass die Insel von der Krim verwaltet werden solle. Ein völkerrechtlicher Vertrag oder eine sonstige formelle Regelung zwischen der Ukraine und Russland erfolgte jedoch bisher nicht.

Für Russland wie die Ukraine hat die Insel großen strategischen Wert, da sie auf der östlichen, der Krim gegenüberliegenden Seite der Meerenge liegt. Bei Kontrolle über die Insel kann die Ukraine somit die Fahrrinne der Meerenge zwischen Asowschem und Schwarzem Meer kontrollieren und Gebühren von russischen Schiffen verlangen. Zudem hängt vom Besitz der Insel indirekt die Seegrenzziehung zwischen beiden Staaten ab. Da unter der Straße von Kertsch größere Erdgasvorkommen vermutet werden, hat dies auch wirtschaftliche Bedeutung.

Der Konflikt um die Insel schwelte bereits seit dem Ende der UdSSR, wurde jedoch erst im Jahr 2003 akut, als Russland begann, gegen den erklärten Willen der ukrainischen Regierung einen Straßendamm von ihrem Territorium zur Insel zu bauen. Die Ukraine verstärkte daraufhin ihren Grenzposten militärisch und ließ mit einem Schwimmbagger die Meerenge zwischen Insel und russischem Festland vertiefen.

Im Dezember 2010 kündigte das ukrainische Außenministerium die Demarkation des genauen Grenzverlaufs für das folgende Jahr an.[1] Ein erstes Treffen der russisch-ukrainischen Demarkations-Kommission fand bereits am 20. Dezember 2010 in Moskau statt.[2] Nach langen Verhandlungen soll am 12. Juli 2012 bei einem Treffen der Präsidenten der Ukraine und Russlands in Jalta eine Vereinbarung unterzeichnet werden, nach der die Insel Tusla sowie die Fahrrinne der Meerenge zwischen Asowschem und Schwarzem Meer unter ukrainischer Hoheit bleiben, der Wasserweg aber gemeinsam verwaltet werden soll. Der genaue Verlauf der Seegrenze wird derart festgelegt, dass beiden Staaten die gemeinsame Nutzung der vermuteten Rohstoffvorkommen ermöglicht wird.[3]

Seit April 2014 gehören die gesamte Halbinsel Krim und somit auch die Insel Tusla de facto zur Russischen Föderation. Völkerrechtlich wird dies de jure von den meisten Staaten nicht anerkannt. Die geplante Brückenverbindung zwischen Russland und der Krim soll über die Insel führen.[4]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.nrcu.gov.ua/index.php?id=475&listid=136258
  2. http://bsanna-news.ukrinform.ua/newsitem.php?id=14977&lang=en
  3. http://kommersant.ua/doc/1978150?isSearch=True
  4. http://de.ria.ru/politics/20140815/269305732.html