Tutow

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Tutow
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Tutow hervorgehoben
53.91666666666713.2666666666678Koordinaten: 53° 55′ N, 13° 16′ O
Basisdaten
Bundesland: Mecklenburg-Vorpommern
Landkreis: Demmin
Amt: Jarmen-Tutow
Höhe: 8 m ü. NN
Fläche: 6,05 km²
Einwohner: 1299 (31. Dez. 2007)
Bevölkerungsdichte: 215 Einwohner je km²
Postleitzahl: 17129
Vorwahl: 039999
Kfz-Kennzeichen: DM
Gemeindeschlüssel: 13 0 52 078
Adresse der Amtsverwaltung: Dr.-Georg-Kohnert-Str. 5
17126 Jarmen
Webpräsenz:
Bürgermeister: Hans-Peter Littmann
Lage der Gemeinde Tutow im Landkreis Demmin
Karte

Tutow ist eine Gemeinde im Osten des Landkreises Demmin. Bis zum 1. Januar 2004 war die Gemeinde Sitz des Amtes Tutow und ist seitdem Teil des Amtes Jarmen-Tutow.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geografie und Verkehr

Tutow liegt etwa acht Kilometer westlich von Jarmen und etwa 16 Kilometer östlich von Demmin. Der Kuckucksgraben fließt an der östlichen Gemeindegrenze in Richtung der nördlich von Tutow befindlichen Peene. Das kleine Gemeindegebiet wird geprägt durch den Tutower Flugplatz. An diesem liegt der künstlich angelegte Casinosee. Vereinzelt existieren kleine Waldflächen. Die Bundesstraße 110 verläuft an der sudöstlichen Gemeindegrenze. Der Ort ist über den Anschluss Jarmen der Autobahn 20 zu erreichen.

[Bearbeiten] Geschichte

Das Gemeindegebiet war schon in der Steinzeit besiedelt, davon zeugt ein Großsteingrab bei Marienfelde. Südlich der B 110 befindet sich ein altslawischer Burgwall mit einer Fläche von etwa zwei Hektar, die „Alte Stadt“. Westlich davon befindet sich ein jungslawischer Burgwall, die „Alte Schanze“, meist „Wallberg“ genannt. Dieser liegt in einem unzugänglichen Sumpfgebiet, der „Quebbe“, die durch den Kuckucksgraben gespeist wird. Wohl im 13. Jahrhundert ist die jüngere Befestigung zerstört worden. In derselben Zeit entstanden in der Nähe die Orte Kruckow und Tutow (heute: Tutow-Dorf).

Der jetzige Ort Tutow selbst entstand erst in den Dreißiger Jahren des 20. Jahrhunderts als Siedlung beim Bau des Flugplatzes. Das ehemalige Kruckower Vorwerk Wittenwerder wurde 1933 beim Bau des Flugplatzes Tutow abgerissen. Am 1. Oktober 1938 erhielt der Ort die offizielle Bezeichnung Tutow/Flughafen. Vor und während des Zweiten Weltkrieges war hier eine Jagdfliegerstaffel stationiert. Hier befand sich auch eine der größten Kampffliegerschulen des Deutschen Reiches. In einer Zweigstelle der Arado-Werke wurden in Tutow die Fw 190 endmontiert.

Nach dem Krieg wurden die Fluplatzgebäude von der Sowjetarmee größtenteils abgerissen, der Flugplatz jedoch von der NVA und Sowjetarmee genutzt. Ab 1985 wurde das Flugplatzgelände von der Sowjetarmee allein genutzt. 1986 erfolgte der Bau von Wohnungen, einer Schule und weiterer Sozial- und Funktionsgebäude, bevor ein Schlachtfliegerregiment aus dem Raum Cottbus hier stationiert wurde.[1] Im Jahr 1994 verließen die letzten Soldaten der GSSD die Garnison. Daraufhin übernahm die Gemeinde das vormals militärisch genutzte Plattenbauviertel von der Treuhand und bot die Wohnungen günstig an.

In einem nicht vollendeten Mehrzweckgebäude direkt an der B 110 (neben der Tankstelle), das als Hotel mit Cafe und Kino geplant war, wurde 1946 eine Konservenfabrik eingerichtet. Diese wurde 1952 enteignet und trug ab 1974 den Namen „VEB Nordfrucht“. Neben Obst- und Gemüsekonserven wurde hier auch Speisesenf produziert. Der vor der Verstaatlichung in Loitz produzierte Senf wurde als „Tutower Senf“ überregional bekannt. Nach der Wende wurde die Konservenfabrik privatisiert und wechselte mehrfach den Besitzer. Schließlich wurde die Produktion nach Stavenhagen verlagert und die Fabrik geschlossen. Der Senf wird aber weiterhin unter der Marke „Tutower Senf“ gehandelt.[2]

Aufgrund der hohen Tutower Arbeitslosigkeit (bis zu 70%) sehen viele Tutower keine weitere Alternative, als die Abwanderung. So sank die Einwohnerzahl von 1550 in Jahr 2004 auf 1372 im Jahr 2006. Die dadurch leerstehenden Plattenbauten wurden zum Teil mit Finanzmitteln von Bund und Ländern rückgebaut.

Ausgewiesene Gewerbeflächen wurden aufgrund mangelnder Nachfrage wieder aus dem Entwicklungsplan genommen. Der örtliche Discounter schloss im Januar 2006, Sparkassenfiliale und Fleischereien sind seit mehreren Jahren geschlossen. Im Schuljahr 2005/2006 wurde die Tutower Haupt- und Realschule zu einer Zweigstelle der Jarmener Schule, um so den Standort zu bewahren.

Perspektivlosigkeit ist zumeist das Thema, wenn Tutow in den Medien behandelt wird.[3]

[Bearbeiten] Sehenswürdigkeiten

Tutower Kirche

[Bearbeiten] Literatur

  • Horst Dassow: Tutow - Geschichte einer Siedlung in Vorpommern. Eigenverlag des Autors, 2. überarbeitete Auflage 1999

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Horst Dassow: Tutow - Geschichte einer Siedlung in Vorpommern. S. 51
  2. Gemeinde Tutow: Geschichtliches - Gesehen 18. November 2007.
  3. Tutow - Wo Deutschland am Ende ist
  4. DDR-Museum

[Bearbeiten] Weblinks

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