Tutuala
| Subdistrikt Tutuala | ||
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| Hauptstadt | Tutuala | |
| Fläche | 310,36 km²[1] | |
| Einwohnerzahl | 3.836 (2010)[1] | |
| Sucos | Einwohner (2010)[2] | |
| Mehara | 2.534 | |
| Tutuala | 1.302 | |
| Übersichtskarte | ||
Tutuala (ehemals Nova Sagres)[3] ist ein Dorf im osttimoresischen Distrikt Lautém und Hauptort des Subdistrikts und des Sucos Tutuala.
Inhaltsverzeichnis |
Der Ort [Bearbeiten]
Tutuala liegt etwa 190 km in Luftlinie östlich von der Landeshauptstadt Dili, auf einer Meereshöhe von 71 m. Zur Distriktshauptstadt Lospalos sind es 32 km. Tutuala ist von Lospalos aus mit einem Minibus (Mikrolét) über eine schlecht ausgebaute Straße zu erreichen. Das Dorf liegt in der Nähe des Kaps Cutcha (Cabo Cutcha), dem östlichsten Punkt der Insel Timor. Dorthin führt eine nicht asphaltierte Straße steil herab durch den Wald.
Die meisten Häuser sind einfache Hütten. Am östlichen Ende des Dorfes gibt es eine Villa aus der Kolonialzeit, die eine Pension beherbergt. Regionale Bedeutung hat die Grundschule (Escola Primaria Tutuala)[4] und die Polizeistation. Daneben verfügt das Siedlungszentrum auch über eine medizinische Station.[5] Die Kirche wurde vom Salesianer Pater Bernardo João Soares errichtet, der von Kap Verde stammte. Der Liurai Joaquim Fonseca de Tutuala stellte das Land zur Verfügung. Die Kirche ist der Nossa Senhora de Fátima geweiht.
Tutuala ist der Geburtsort des timoresischen Freiheitskämpfers Nino Konis Santana.
Der Suco [Bearbeiten]
| Suco Tutuala | |||||
| Orte | Position[6] | Höhe | Orte | Position | Höhe |
| Ioro | 8° 24′ S, 127° 15′ O-8.4014792619444127.25235342972303 | 303 m | Pitileti | 8° 24′ S, 127° 16′ O-8.3964218008333127.26728796972 | ? |
| Tchailoro | 8° 24′ S, 127° 15′ O-8.39945204127.24462866778303 | 303 m | Tutuala | 8° 24′ S, 127° 15′ O-8.3935337127.255075471 | 71 m |
| Vero | 8° 24′ S, 127° 15′ O-8.4024451075127.24976778028303 | 303 m | |||
Im Suco Tutuala leben 1.302 (2010,[2] 2004: 1.339[7]). Über 99 % der Einwohner geben Fataluku als ihre Muttersprache an. Eine Minderheit spricht Tetum Prasa.[8]
Tutuala liegt im äußersten Osten der Insel Timor und hat eine Fläche von 119,69 km².[9] Im Westen liegt der Suco Mehara, im Norden die Bandasee mit der Straße von Wetar und im Süden die Timorsee. Bei der zum Suco gehörenden Insel Jaco, an der Ostspitze Timors, treffen die Meere aufeinander.
Neben dem Ort Tutuala liegen in Nachbarschaft davon südwestlich die Orte Ioro (Loro), Tchailoro (Chailoro) und Vero und südöstlich das Dorf Pitileti (Piti Leti, Petileti).[10]
Im Suco befinden sich die vier Aldeias Ioro, Pitileti, Tchailoro und Vero.[11]
Politik [Bearbeiten]
Bei den Wahlen von 2004/2005 wurde António da Fonseca zum Chefe de Suco gewählt[12] und 2009 in seinem Amt bestätigt.[13]
Der Subdistrikt [Bearbeiten]
Geographie [Bearbeiten]
Tutuala ist der östlichste Subdistrikt Osttimors. Vom Norden umschließt die Bandasee mit der Straße von Wetar, vom Süden her die Timorsee den Subdistrikt. Im Westen grenzt Tutuala an die Subdistrikte Lautém und Lospalos. Tutuala teilt sich in zwei Sucos: Dem Suco Tutuala und Mehara.
Im Subdistrikt (Suco Mehara) liegt die Lagoa Ira Lalaro (auch Suro-bec), die mit 6,5 km Länge und 3 km Breite der größte See Osttimors ist. Aus ihm fließt in Richtung Süden der Irasiquero. Ein weiterer Fluss ist der Vero (Suco Tutuala). Im Süden von Mehara liegt eine Bergkette, die mit ihrer höchsten Erhebung 925 m erreicht. Markant ist der isoliert zu den anderen Bergen stehende Paitchau mit 797 m.
Bereits seit 2000 sind der Strand von Tutuala und der dahinter liegende Wald ein Wildschutzgebiet. Am 27. Juli 2007 wurden 123.600 Hektar (68.000 Hektar Landfläche und 55.600 Hektar des Meeres) von der Regierung zum Nationalpark Nino Konis Santana erklärt, dem ersten Nationalpark des Landes. Die offizielle Einweihung fand am 4. August 2008 statt.
Einwohner [Bearbeiten]
Der Subdistrikt hat 3.836 Einwohner (2010,[1] 2004: 3.707[7]). Die größte Sprachgruppe bilden die Sprecher der Nationalsprache Fataluku. Im Suco Mehara, westlich von Tutuala leben die letzten Sprecher der Nationalsprache Makuva, der einzigen im Distrikt heimischen malayo-polynesischen Sprache. Der Altersdurchschnitt beträgt 17,8 Jahre (2010,[1] 2004: 17,4 Jahre[14]).
17 % der Haushalte in Tutuala bauen Mais an, 17 % Maniok, 16 % Kokosnüsse, 14 % Gemüse, 11 % Reis und 2 % Kaffee.[2]
Geschichte [Bearbeiten]
Nah dem Ort Tutuala befindet sich die Kalksteinhöhle Jerimalai, in der 42.000 Jahre alte archäologische Funde entdeckt wurden. Dies sind die ältesten Spuren menschlicher Besiedlung auf den Kleinen Sundainseln überhaupt. Nah dem Strand von Tutuala befinden sich die Höhlen von Ile Kére Kére (Ili-kere-kere), in denen es Höhlenmalereien gibt. Das genaue Alter der Zeichnungen wurde nie genau bestimmt, auch wenn es sicher beachtlich ist. Die Schätzungen gehen von 2.000 bis 6.000 Jahren aus.[15] Eine Steingravur ist sogar 10.000 Jahre alt.[16] Zudem fand man einen etwa vier Zentimeter langen Angelhaken, der aus einer der Schale einer Meeresschnecke hergestellt wurde. Er wird auf ein Alter zwischen 16.000 und 23.000 Jahre geschätzt und ist damit der älteste bekannte Angelhaken der Welt.[17][18]
Um Tutuala herum befinden sich Reste mehrerer Befestigungsanlagen (lata irinu), mit denen die Fataluku früher ihre Siedlungen schützten.[19]
1999 kam es auch in Tutuala zu Gewalt im Umfeld des Unabhängigkeitsreferendums in Osttimor 1999. Noch Jahre später konnte man im Ort die Ruinen zerstörter Gebäude sehen.
Kultur [Bearbeiten]
Zweimal im Jahr findet am Valu Beach, auf Jaco und weiteren Orten im Subdistrikt das Mechi der Fataluku statt, das Sammeln der Meci-Würmer (Eunice viridis). Im letzten Mondviertel vom Februar findet das kleinere Mechi kiik und bei Neumond im März das große Mechi boot statt.[20][21][22] Neben Liedern auf Fataluku, werden bei den Feiern auch solche in der „Handelssprache“ gesungen. Dabei handelt es sich um Leti, der Sprache der indonesischen Leti-Inseln, die man segelnd innerhalb eines Tages erreichen kann. Traditionell gab es einen regen Handel zwischen Tutuala und den Leti-Inseln, unter anderem mit Batik-Sarongs. Seit der Unabhängigkeit Osttimors 2002 ist der Handel über die nationalen Grenzen zurückgegangen.[23]
Noch 1970 konnte man zahlreiche heilige Häuser (Lee-teinu) im Suco Tutuala finden. Allerdings wurden sie größtenteils während der indonesischen Besatzung zerstört.[24] Inzwischen sind die auffälligen Gebäude auf Stelzen und mit den steilen Dächern ein Nationalsymbol Osttimors und werden wieder neu aufgebaut.
- Bilder von 1970
Weblinks [Bearbeiten]
- Ergebnisse des Zensus 2010 für den Suco Tutuala (Tetum; PDF; 8,6 MB)
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ a b c d Direcção Nacional de Estatística: 2010 Census Wall Chart (English) (PDF; 2,7 MB)
- ↑ a b c Direcção Nacional de Estatística: Suco Report Volume 4 (englisch) (PDF; 9,8 MB)
- ↑ João Soares: Novo Atlas Escolar Português, 5. aktualisierte Auflage, Lisboa 1954
- ↑ Liste der Wahllokale zu den Parlamentswahlen in Osttimor 2007 (PDF-Datei; 118 kB)
- ↑ UNMIT-Karte vom August 2008 (PDF; 389 kB)
- ↑ Get Coordinate - Wiki Koordinaten ermitteln
- ↑ a b Direcção Nacional de Estatística Census 2004
- ↑ Ergebnisse des Zensus 2010 für den Suco Tutuala (Tetum; PDF; 8,6 MB)
- ↑ Direcção Nacional de Estatística: Population Distribution by Administrative Areas Volume 2 English (Census 2010; PDF; 22,6 MB)
- ↑ Timor-Leste GIS-Portal
- ↑ Jornal da Républica mit dem Diploma Ministerial n.° 199/09 (Portugiesisch; PDF; 323 kB)
- ↑ Secretariado Técnico de Administração Eleitoral STAE: Eleições para Liderança Comunitária 2004/2005 - Resultados
- ↑ Secretariado Técnico de Administração Eleitoral STAE: Eleições para Liderança Comunitária 2009 - Resultados
- ↑ Direcção Nacional de Estatística: Census of Population and Housing Atlas 2004 (PDF; 14,0 MB)
- ↑ Sue O'Connor, Matthew Spriggs, Peter Veth: Excavation at Lene Hara Cave establishes occupation in East Timor at least 30,000-35,000 years ago, in: Antiquity März 2002, 76, 291, S. 45 (PDF; 1,2 MB)
- ↑ ABConline, 11. Februar 2011, Scientists find 10,000-year-old stone carvings
- ↑ Sue O’Connor et al.:Pelagic Fishing at 42,000 Years Before the Present and the Maritime Skills of Modern Humans, Science,Bd. 334, S. 1117, 2011
- ↑ Adelaide Now: World's first anglers hooked in Timor, 26. November 2011
- ↑ Peter V. Lape: Chronology of Fortified Settlements in East Timor (PDF; 2,2 MB), Department of Anthropology, University of Washington, Seattle, Washington, USA]
- ↑ Broschüre des Nationalparks Nino Konis Santana (englisch; PDF; 3,8 MB)
- ↑ The Timor-Leste Coastal/Marine Habitat Mapping for Tourism and Fisheries Development Project, Prject No 2, Coastal and Marine Ecotourism Values, Issues and Opportunities on the North Coast of Timor Leste, Final Report, Oktober 2009 (PDF; 15,2 MB), abgerufen am 28. Dezember 2012
- ↑ The Timor-Leste Coastal/Marine Habitat Mapping for Tourism and Fisheries Development Project, Project No 4, Conservation Values, Issues and Planning in the Nino Konis Santana Marine Park, Timor Leste - Final Report, Oktober 2009 (PDF; 9,2 MB), abgerufen am 28. Dezember 2012
- ↑ Lisa Palmer, Demetrio do Amaral de Carvalho: Nation building and resource management: The politics of ‘nature’in Timor Leste (PDF; 343 kB), abgerufen am 28. Dezember 2012
- ↑ 07.2 Unlawful Killings and Enforced Disappearances (PDF; 2,5 MB) aus dem Abschlussbericht der CAVR (englisch)
-8.3935337127.2550754Koordinaten: 8° 24′ S, 127° 15′ O