Tux (Tirol)

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Tux
Wappen von Tux
Tux (Tirol) (Österreich)
Tux (Tirol)
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Tirol
Politischer Bezirk: Schwaz
Kfz-Kennzeichen: SZ
Fläche: 111,13 km²
Koordinaten: 47° 9′ N, 11° 44′ O47.15458333333311.7252222222221281Koordinaten: 47° 9′ 16″ N, 11° 43′ 31″ O
Höhe: 1281 m ü. A.
Einwohner: 1.925 (1. Jän. 2014)
Bevölkerungsdichte: 17 Einw. pro km²
Postleitzahl: 6293
Vorwahl: 05287
Gemeindekennziffer: 7 09 34
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Lanersbach 470
6293 Tux
Website: www.tux.tirol.gv.at
Politik
Bürgermeister: Hermann Erler
Lage der Gemeinde Tux im Bezirk Schwaz
Achenkirch Aschau im Zillertal Brandberg Bruck am Ziller Buch in Tirol Eben am Achensee Finkenberg Fügen Fügenberg Gallzein Gerlos Gerlosberg Hainzenberg Hart im Zillertal Hippach Jenbach Kaltenbach Mayrhofen Pill Ramsau im Zillertal Ried im Zillertal Rohrberg Schlitters Schwaz Schwendau Stans Steinberg am Rofan Strass im Zillertal Stumm Stummerberg Terfens Tux Uderns Vomp Weer Weerberg Wiesing Zell am Ziller Zellberg TirolLage der Gemeinde Tux (Tirol) im Bezirk Schwaz (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
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Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Tux ist eine Gemeinde mit 1925 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2014) Bezirk Schwaz und im Gerichtsbezirk Zell am Ziller im österreichischen Bundesland Tirol.

Geografie[Bearbeiten]

Tux liegt in den Tuxer Alpen, einer Untergruppe der Zillertaler Alpen. Die Gemeinde nimmt den hinteren und größten Teil des Tuxertals ein, eines Seitentals des Zillertals, das bei Mayrhofen südwestwärts abzweigt. Das Gemeindegebiet reicht dabei bis zum 3476 m hohen vergletscherten Olperer und bis zum 2338 m hohen Tuxer Joch, einem schon in der Frühzeit vielbegangenen Übergang zwischen dem Zillertal und dem Wipptal. Weitere markante Erhebungen im Gemeindegebiet sind die 3288 m hohe Gefrorene-Wand-Spitze und der 3231 m hohe Hoher Riffler. Die höchstgelegenen Bauernhöfe liegen auf 1630 m.

Ortsteile[Bearbeiten]

Tux besteht aus den fünf Ortsteilen Vorderlanersbach, Lanersbach, Juns, Madseit und Hintertux.

Am 25. Januar 2005 wurde durch die Landesregierung die Umbenennung von Lanersbach in Tux beschlossen, da zwar die Gemeinde insgesamt Tux heißt, es aber keinen Ortsnamen Tux gab.

Vorderlanersbach[Bearbeiten]

Kirche in Vorderlanersbach

(1257 m ü. A.) ist der erste Ortsteil an der Straße von Finkenberg. Am Berghang oberhalb des Ortes liegen die Weiler Schöneben und Gemais. Die Bauernschaft Gemais auf 1450 m wurde aufgrund ihrer stilistischen Geschlossenheit, die bis ins 17. Jahrhundert zurückreicht, unter Denkmalschutz gestellt. Sie entwickelte sich aus einem ehemaligen Schwaighof. Das 2292 m hoch gelegene Geiseljoch auf dem Weg ins Inntal war früher ein vielbegangener Weg für den Warenaustausch zu den Märkten in Hall in Tirol und Innsbruck. Von Vorderlanersbach erschließt eine Einseil-Umlaufgondel das Skigebiet Rastkogel, das mit den benachbarten Skigebieten Penken und Eggalm verbunden ist.

Lanersbach[Bearbeiten]

Lanersbach, zentraler Ortsteil der Gemeinde, im August 2012

(1281 m ü. A.) liegt etwa zwei Kilometer hinter Vorderlanersbach und bildet den kulturellen und gesellschaftlichen Mittelpunkt des Tuxertals. Lanersbach ist sowohl Sitz der Gemeinde Tux, als auch der seit 1891 bestehenden Pfarre. Die Pfarrkirche in Lanersbach wurde 1686 anstelle einer früheren gotischen Kirche errichtet und 1750 barockisiert. In der südlich des Ortes auf ca. 1800 m gelegenen Höllensteinhütte ist ein kleines Bauernmuseum eingerichtet. Eine Einseilumlaufbahn führt in das Ski- und Wandergebiet der Eggalm.

Juns[Bearbeiten]

(1340 m ü. A.) ist ein langgezogenes Dorf etwa 2 km taleinwärts hinter Lanersbach. Es besteht aus einigen kleineren Hotelbauten und Wohnhäusern. Sehenswert ist eine Schaumühle, in der noch vor wenigen Jahrzehnten die hier angebaute Gerste gemahlen wurde. In Juns enden zwei ca. 5 km lange Rodelbahnen, die von der Höhlensteinhütte und der Grieralm herabführen. Die Bahnen sind beleuchtet, so dass ein Abendrodeln möglich ist.

Madseit[Bearbeiten]

(1402 m ü. A.) liegt hinter dem Ortsteil Juns und ist eine kleine Siedlung mit einigen Hotelbauten, Pensionen und Wohnhäusern. Hinter der kleinen Siedlung, an der Mündung des Madseitbachs in den Tuxerbach, verengt sich das Tal.

Hintertux[Bearbeiten]

Hintertux im September 2006

(1493 m ü. A.) liegt im hintersten Teil des Tals, am Fuße des Hintertuxer Gletschers (eine der beliebtesten Sommerskiregionen Österreichs), und ist umrahmt von Bergen und Gletschern. Er besteht aus Hotels, Gasthöfen und vereinzelten Bauernhäusern. Die Kirche Maria Himmelfahrt wurde 1952 anstelle eines 1941 gesprengten Vorgängerbaus fertiggestellt.

In Hintertux befindet sich mit verschiedenen Heilquellen das höchstgelegene Thermalbad Europas. In unmittelbarer Nähe des Spannagelhauses liegt die Spannagelhöhle, die mit über 10 km Länge die größte Naturhöhle der Zentralalpen ist. Die unter Denkmalschutz stehende Höhle ist unter fachkundiger Leitung zu besichtigen.

Am Tuxer Ferner liegt ein Ganzjahresskigebiet mit einem breiten Angebot an Liften. Die Ortschaft ist Ausgangspunkt zahlreicher Wanderungen und hoch-alpiner Touren. In den Herbstmonaten startet die Skisaison am Hintertuxer Gletscher. Das Skigebiet Hintertuxer Gletscher gehört zum Skigebiet Zillertal 3000. Der Hintertuxer Gletscher ist auch ein beliebtes Sommerskigebiet, das das ganze Jahr über geöffnet hat.

Hintertux hat 178 Einwohner (Stand: 2006). Es gehörte bis 1926 zur Gemeinde Schmirn am Brenner.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Finkenberg, Hippach, Kolsassberg, Navis, Schmirn, Schwendau, Wattenberg, Weerberg

Geschichte[Bearbeiten]

Erstmals urkundlich erwähnt wurde das Tal im Jahr 1280.

Das Tuxer Tal war schon in vorgeschichtlicher Zeit begangen, davon zeugen Funde aus der mittleren Steinzeit. Die ersten Bewohner des Tals waren wahrscheinlich Breonen, die zu dem Stamm der Räter zählen und im Wipptal siedelten.

Hirten und Bergbauern besiedelten das Tal vom Schmirntal aus über das Tuxer Joch und kultivierten es durch ihre Rodungstätigkeit. 889 kam das Tuxer Tal mit anderen Teilen des Zillertals an das Erzbistum Salzburg. Im Jahre 1280 wird der Name Tux (Tukkes) erstmals urkundlich erwähnt. Ursprünglich eine reine Gewässerbezeichnung, ging die Bezeichnung auf das Tal über. Sie leitet sich wahrscheinlich von der indogermanischen Sprachwurzel „teg“ ab, was laufen, fließen, dahinschmelzen bedeutet. Die ersten Höfe waren Schwaighöfe, die ihren Zins in Naturalien abliefern mussten.

Das hinterste Tal zwischen Lanersbach und Hintertux war bis zum Jahr 1438 Lehen des Gerichts Matrei am Brenner und später Steinach am Brenner. Bis 1926 gehörte Hintertux zur Gemeinde Schmirn. 1926 schloss sich Hintertux mit Lanersbach und der Hauptmannschaft Lämperbichl zur Gemeinde Tux zusammen.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Tux (Tirol)

Natureispalast Hintertux am Hintertuxer Gletscher. Führungen auch mit den Aspekten Wissenschaft und Abenteuer durch 40 m lange Teile einer Gletscherspalte 25 m unter der Piste der Gefrorenen Wand.[1]

Wirtschaft[Bearbeiten]

Landwirtschaft[Bearbeiten]

Auf den Wiesen und Almen des Tuxertales wird bis heute Landwirtschaft betrieben, auch wenn die meisten Betriebe diese lediglich als Nebenerwerb weiterführen.

Tourismus[Bearbeiten]

Der Tourismus mit zahlreichen Gastgewerbe- und Beherbergungsbetrieben ist der wirtschaftlich bedeutendste Erwerbszweig des Tales. Für den Skitourismus wurden insgesamt drei Skigebiete erschlossen: im Jahr 1961 zuerst das Gebiet Eggalm, ab 1968 der Hintertuxer Gletscher und ab 1984 der Rastkogel, welcher ab 2001 mit einer Pendelbahn mit dem Skigebiet Penken verbunden wurde. Vor allem in den 2000er-Jahren wurden in allen Skigebieten durch den Ausbau der Liftinfrastruktur die Kapazitäten massiv erhöht. Der Hintertuxer Gletscher wird von Beginn an als Ganzjahresskigebiet betrieben. Ebenso wichtig ist für die Region der Zusammenschluss der Tuxer Schigebiete in Richtung Finkenberg und Mayrhofen (Penken). Nach Mayrhofen hat Tux die zweithöchsten Nächtigungszahlen im Zillertal aufzuweisen.

Magnesitwerk[Bearbeiten]

Von 1927 bis 1976 bestand etwa 500 m oberhalb von Vorderlanersbach das Magnesitbergwerk Tux, das höchstgelegene Europas. Im Tagebau und Stollenabbau wurde dort von bis zu 400 Arbeitern Magnesit gewonnen. Spezielle Seilbahnen für Personen und Materialtransport verbanden das Werk mit Lanersbach und dem Verladebahnhof im Zillertal bei Mayrhofen. Auf der Schrofenalm, etwa 500 m vom Werk entfernt entstand eine kleine Siedlung mit Wohnungen, einer Schule, einem Lebensmittelladen, einem Kino, etc. für die Werksangehörigen und deren Familien. Nach Einstellung des Betriebes 1976 wurde das Werk komplett abgetragen und renaturiert. Erhalten blieben lediglich die 1947 nach den Plänen von Hubert Prachensky mit Fresken von Max Weiler errichtete Barbarakapelle sowie zwei ehemalige Wohnhäuser, die „Schrofenhäuser“.

Verkehr[Bearbeiten]

Tux ist von Mayrhofen über eine Straße erreichbar. Vom Bahnhof Mayrhofen der Zillertalbahn besteht ein Busverkehr. Der nächstliegende Bahnhof der ÖBB ist Jenbach, welches gleichzeitig der Ausgangsbahnhof der Zillertalbahn ist. Innerhalb des Tuxertales verkehrt tagsüber zwischen Vorderlanersbach und Hintertux der kostenfreie Tuxer Sportbus. In den Wintermonaten gibt es zusätzlich einen kostenpflichtigen Nightliner bis zwei Uhr früh.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. www.natureispalast.at Natureispalast Hintertux

Weblinks[Bearbeiten]

 Wikivoyage: Hintertux – Reiseführer