Twardawa

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Zur deutschen Buchhändlerin, Autorin und Verlegerin siehe Susanne Twardawa.
Twardawa
Twardawa führt kein Wappen
Twardawa (Polen)
Twardawa
Twardawa
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Oppeln
Landkreis: Prudnik
Gmina: Oberglogau
Geographische Lage: 50° 21′ N, 17° 59′ O50.34305555555617.989444444444Koordinaten: 50° 20′ 35″ N, 17° 59′ 22″ O
Einwohner:
Postleitzahl: 47-340
Telefonvorwahl: (+48) 77
Kfz-Kennzeichen: OPR
Wirtschaft und Verkehr
Nächster int. Flughafen: Katowice
Kirche
Der Friedhof mit Mausoleum der Familie Latzel
Ortsbild
Das Schloss

Twardawa (polnisch: Twardawa) ist eine Ortschaft in Oberschlesien. Twardawa liegt in der Gemeinde Oberglogau (Głogówek) im Powiat Prudnicki (Kreis Neustadt O.S.) in der polnischen Woiwodschaft Oppeln.

Geografie[Bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten]

Twardawa liegt neun Kilometer östlich vom Gemeindesitz Oberglogau, 30 Kilometer östlich von der Kreisstadt Prudnik (Neustadt O.S.) und 37 Kilometer südlich von der Woiwodschaftshauptstadt Opole (Oppeln).

Westlich von Twardawa fließt der Bach Straduna, ein Nebenfluss der Oder. Nördlich von Twardawa verläuft die Bahnstrecke von Prudnik (Neustadt O.S.) nach Koźle (Cosel), die im Ort einen Haltepunkt hat.

Nachbarorte[Bearbeiten]

Nachbarorte von Twardawa sind im Nordwesten Rosnochau (Rozkochów), im Nordosten der Weiler Malkowitz (Malkowice) und Dobersdorf (Dobieszowice), im Osten der Weiler Marienhof (Marianków) und Nesselwitz (Pokrzywnica), im Süden Trawniki (Trawnig) und im Südwesten Schwesterwitz (Zwiastowice).

Geschichte[Bearbeiten]

Der Ort wurde am 8. September 1223 erstmals urkundlich in einem in Leubus verfassten Dokument als „Tuardova“ erwähnt. In diesem Dokument bestimmte Lorenz, Bischof von Breslau, auf die Bitte des Abts Günther von Leubus den Sprengel der Marienkirche zu Kasimir, dem Twardawa zugeordnet wurde.[1] Der Ort wurde 1295 im Liber fundationis episcopatus Vratislaviensis urkundlich als "Twardowa" erwähnt. Am 13. Juli 1305 wurde erstmals eine Kirche am Ort erwähnt. 1603 war Georg Twardawa Besitzer des Patronatsdominiums. Die ältesten Einträge in der Pfarrchronik stammen aus dem Jahr 1629. 1835 wurde das Vorwerk Marienhof angelegt. 1865 zählte der Ort zusammen mit der Kolonie Malkowitz 21 Bauern-, 33 Gärtner- und acht Häuslerstellen. Zu diesem Zeitpunkt hatte der Ort eine zweiklassige Schule mit 125 Schülern.[2][3]

Bei der Volksabstimmung in Oberschlesien am 20. März 1921 stimmten 362 Wahlberechtigte für einen Verbleib bei Deutschland und 86 für die Zugehörigkeit zu Polen, im Gutsbezirk Twardawa stimmten 112 Personen für Deutschland und zwei für Polen.[4] Twardawa verblieb beim Deutschen Reich. 1933 lebten im Ort 1035 Einwohner. Am 15. Juni 1936 wurde der Ort in Hartenau umbenannt. 1939 hatte der Ort 979 Einwohner.[5] Bis 1945 befand sich der Ort im Landkreis Neustadt O.S.

1945 kam der bisher deutsche Ort unter polnische Verwaltung, wurde in Twardawa umbenannt und der Woiwodschaft Schlesien angeschlossen. 1950 kam der Ort zur Woiwodschaft Oppeln und seit 1999 gehört er zum wiedergegründeten Powiat Prudnicki. Am 22. April 2009 wurde in der Gemeinde Oberglogau, der Twardawa angehört, Deutsch als zweite Amtssprache eingeführt. Am 1. Dezember 2009 erhielt der Ort zusätzlich den amtlichen deutschen Ortsnamen Twardawa.

Sehenswürdigkeiten und Denkmale[Bearbeiten]

  • Katholische Kirche aus dem 17. Jahrhundert mit Kirchturm aus dem Jahr 1799.[6]
  • Schloss aus dem 19. Jahrhundert im klassizistischen Stil
  • Bildstock
  • Wegkapelle
  • Kapelle
  • Wegkreuze
  • Gefallenendenkmal
  • Bahnhofsgebäude aus dem Jahr 1905
  • Friedhof mit zahlreichen historischen Grabsteinen und mit Mausoleum

Verweise[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Twardawa – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. Codex diplomaticus Silesiae, Band 7 (Ausgabe 1)
  2. Vgl. Felix Triest: Topographisches Handbuch von Oberschlesien, Breslau 1865
  3. Internetseite der Gemeinde, abgerufen im Juni 2012
  4. Vgl. Ergebnisse der Volksabstimmung in Oberschlesien von 1921
  5. Deutsche Verwaltungsgeschichte: Landkreis Neustadt in Oberschlesien
  6. Denkmalverzeichnis der Woiwodschaft Oppeln (PDF; 454 kB)