Tyche

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Zum gleichnamigen Asteroiden siehe (258) Tyche.
In diesem Artikel zur griechischen Mythologie fehlen folgende wichtige Informationen:
  • Belegstellen für Quelle(n) des Mythos
  • Weblinks

Lösche den betreffenden Listenpunkt, wenn er erledigt ist. Erläuterungen zu den einzelnen Punkten siehe hier.
Du kannst Wikipedia helfen, indem du sie recherchierst und einfügst, aber kopiere bitte keine fremden Texte in diesen Artikel.

Tyche von Antiochia, ein Werk des Eutychides, im Vatikan
Tyche mit Plutos,
2. Jahrhundert n. Chr., Archäologisches Museum Istanbul

Tyche (griechisch τύχη) ist in der griechischen Mythologie die Göttin des Schicksals, der glücklichen (oder bösen) Fügung und des Zufalls.

Tyche erhöht und erniedrigt und führt launenhaft den Wechsel der Geschichte herbei. Sie ist eine Tochter des Zeus. Ihre Attribute sind Füllhorn, Ruder, Flügel und ein Steuerruder auf einer Kugel oder einem Rad. Gelegentlich hält sie auch den als Knaben dargestellten Plutos, den Gott des Reichtums, im Arm. Im Hellenismus wuchs ihre Verehrung, Antiochia und Alexandria verehrten sie als Stadtgöttin. Die römische Entsprechung ist die Göttin Fortuna, die germanische Entsprechung ist das (abstraktere) Heil.

Ab der zweiten Hälfte des 5. Jahrhunderts v. Chr. ist ein (Agathe) Tyche-Kult nachweisbar. Seit dieser Zeit finden sich auch verschiedene Darstellungen der Tyche mit o.g. Attributen. Bekannt ist die in Antiochien gefertigte Skulptur des Bildhauers Eutychides, die die Tyche mit der Flussgottheit des Orontes, die zu ihren Füßen auftaucht, darstellt. Für Argos, Mégara, Theben, (und außerhalb Griechenlands:) Bupalos und Smyrna und vielleicht Elis, Korinth, Megalopolis, Sikyon wird mit Tempeln gerechnet. Die hellenistische Entwicklung der Tyche zu einer Stadtgöttin wie in Antiochia findet dann in der römischen Fortuna ihre Fortsetzung.

In der antiken Alltagsverwendung des Wortes schwindet dann aber die personale Vorstellung zunehmend, so dass týche auch „Schicksal“ und „Zufall“ (auch: „zufällige Begegnung“) bedeuten kann und schließlich sogar als eine Art Ausruf bei einem Fehler oder Versehen Verwendung findet.

Rezeption[Bearbeiten]

Goethe ließ in den 1770er Jahren in Weimar in Anspielung auf Tyche den Stein des guten Glücks errichten.

Der 1886 entdeckte Asteroid des Hauptgürtels trägt den Namen (258) Tyche.

Seit 1999 rechnet die Astronomie mit einem hypothetischen Planeten des Sonnensystems namens Tyche.

Literatur[Bearbeiten]

  • Ferdinand Friedrich Baur: De Tyche in pragmatica Polybii historia disputatio. s. n., Tübingen 1861
  • Gerda Natalie Busch: Untersuchungen zum Wesen der Tyche in den Tragödien des Euripides. Winter, Heidelberg 1937 (Heidelberg, Universität, phil. Dissertation v. 12. Juli 1937).
  • Tobias Dohrn: Die Tyche von Antiochia. Mann, Berlin 1960.
  • Thomas Hägg: Eros und Tyche. Der Roman in der antiken Welt (= Kulturgeschichte der antiken Welt. 36). von Zabern, Mainz am Rhein 1987, ISBN 3-8053-0934-1.
  • Robert Heidenreich: Die „Tyche des Eutychides“. Bemerkungen aus Anlaß eines Buches. In: Helikon. 8, 1/4, 1968, ISSN 0017-9981, S. 550–551.
  • G. Herzog-Hauser: Tyche und Fortuna. In: Wiener Studien. 63, 1948, ISSN 0084-005X, S. 156–163.
  • B. Fehr: Lectio graeca, lectio orientalis. Überlegungen zur Tyche von Antiochia. In: Visible Religion. 7, 1990, S. 83–92.
  • Paul Joos: Tyche, physis, techne. Studien zur Thematik frühgriechischer Lebensbetrachtung. Keller, Winterthur 1955 (Zürich, Universität, phil. Dissertation v. 11. Dezember 1953).
  • Marion Meyer: Die Personifikation der Stadt Antiochia. Ein neues Bild für eine neue Gottheit (= Jahrbuch des Deutschen Archäologischen Instituts. Ergänzungs-Heft 33). de Gruyter, Berlin u. a. 2006, ISBN 3-11-019110-5 (Zugleich: Hamburg, Universität, Habilitations-Schrift, 1996: Funktion und Bedeutung von Figuren mit Mauerkrone in hellenistischer Zeit.).
  • Andrea Peine: Agathe Tyche im Spiegel der griechischen und römischen Plastik. Untersuchungen klassischer Statuentypen und ihre kaiserzeitliche Rezeption. Münster 1998 (Münster, Universität, Dissertation, 1998).
  • Hans Strohm: Tyche. Zur Schicksalsauffassung bei Pindar und den frühgriechischen Dichtern. Cotta, Stuttgart 1944 (Zugleich: München, Universität, Habilitations-Schrift, 1940).
  • Eduard Voss: De tyche Thucydidea. In: Jahres-Bericht über das Königliche Gymnasium zu Düsseldorf, für das Schuljahr von Ostern 1878 bis Ostern 1879. ZDB-ID 14592-0.
  • Silke Vry: Zeus und Tyche in der Dekapolis. Kiel 1996 (Kiel, Universität, Dissertation, 1996).
  • Arnd Zimmermann: Tyche bei Platon. Bonn 1964 (Bonn, Universität, Dissertation v. 26. Febr. 1964).

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Tyche – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien