Tympanoplastik
Die Tympanoplastik (gr. tympanon „Pauke“; Paukenhöhle des Ohrs; Plastik: chirurgische Wiederherstellung) ist eine Operation des Ohres, bei der Trommelfell (Membrana tympani, Myrinx) und Gehörknöchelchenkette wiederhergestellt werden.
Erforderlich wird die Tympanoplastik bei einer bleibenden Trommelfellperforation oder bei Defekten der Gehörknöchelchenkette vor allem durch Verletzung, Entzündung oder Cholesteatom.
Bei der Operation wird zur Rekonstruktion des Trommelfelles meistens körpereigenes Gewebe benutzt, meist Muskelhaut (Faszie) des Musculus temporalis oder Knorpelhaut (Perichondrium) vom Tragus oder der Ohrmuschel. Zum Ersatz der Gehörknöchelchen werden vorhandene Reste der Gehörknöchelchen des Patienten oder Prothesen aus verschiedenen Materialien wie Keramik oder Titan verwendet.
Es existieren einige etwas abweichende Einteilungen der Tympanoplastik nach dem Ausmaß der Rekonstruktion, die ursprünglich auf Horst Ludwig Wullstein zurückgehen. Nach einer gängigen Einteilung wird unterschieden:[1]
- Myringoplastik: Alleinige Wiederherstellung des Trommelfelles.
- Typ I: Wiederherstellung des Trommelfelles und sanierende Maßnahmen im Mittelohr bei intakter Gehörknöchelchenkette.
- Typ II: Wiederherstellung der Gehörknöchelchenkette (und ggf. des Trommelfelles) bei intaktem Steigbügel (Stapes) .
- Typ III: Wiederherstellung der Gehörknöchelchenkette (und ggf. des Trommelfelles) bei defektem Steigbügel (Stapes).
- Typ IV: Abdeckung des runden Fensters zum Schallschutz (Schallprotektion).
Siehe auch [Bearbeiten]
Quellen [Bearbeiten]
- ↑ Tos, M.: Manual of Middle Ear Surgery, Volume 1, Georg Thieme Verlag, Stuttgart, 1993
Literatur [Bearbeiten]
Georg Theissing, Jürgen Theissing, Gerhard Rettinger, Jochen A. Werner: HNO-Operationslehre - mit allen wichtigen Eingriffen. Georg Thieme Verlag, 2006, ISBN 978-3-13-463704-5 (eingeschränkte Vorschau in der Google Buchsuche).
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