Typenschild

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Typenschild des EBA an einem Nebenfahrzeug
Typenschild eines stillgelegten Industrie-Ventilators
Typenschild eines BMW-Automobils

Ein Typenschild, auch Leistungsschild oder manchmal Typschild genannt, ist eine vom Hersteller (oder vom verantwortlichen Importeur) angebrachte Kennzeichnung eines Gegenstandes mit identifizierenden, beschreibenden und klassifizierenden Daten, oft entsprechend den gesetzlichen Vorschriften, den Vorschriften von Überwachungsinstitutionen oder gemäß den Regeln einer Branche.

Zweck[Bearbeiten]

Das Typenschild dient u. a. zur eindeutigen Identifizierung eines Gegenstandes und zur Zuordnung zu den Auftragsbüchern eines Herstellers oder Importeurs.

Anwendung[Bearbeiten]

Sehr gebräuchlich ist ein Typenschild insbesondere bei Kraftfahrzeugen, bei denen es sich normalerweise vorne rechts an einer Stelle zu befinden hat, die nach Öffnen einer Tür oder Haube einfach eingesehen werden kann.

Inhalt[Bearbeiten]

Für viele Waren und Dinge gibt es gesetzliche Vorschriften zum verpflichtenden Inhalt und zum Aussehen von Typenschildern. In der Regel finden sich auf dem Typenschild der Hersteller, der Bautyp bzw. die Ausführung, die wichtigsten Leistungsdaten und das Baujahr, in vielen Fällen auch eine Seriennummer oder eine Bestellnummer, in manchen Fällen sogar eine Person, die das Objekt hauptverantwortlich fertigte oder es endprüfte.

Die Daten eines Typenschildes sind teils vorgedruckt für die festen Daten, z. B. für die Einheiten und Bezeichnungen der Angaben, die variablen Angaben sind oft mit Schlagzahlen eingeschlagen, sodass sie nicht so leicht verändert werden können.

Typenschilder für Maschinen[Bearbeiten]

Die Richtlinie 2006/42/EG (Maschinenrichtlinie) vom 29. Juni 2006 regelt das Inverkehrbringen von Maschinen in der Europäischen Union. Seit dem 29. Dezember 2009 ist die Anwendung der Richtlinie zwingend vorgeschrieben. Danach müssen nach Anhang I 1.7.3 der Richtlinie folgende Angaben erkennbar, deutlich lesbar und dauerhaft auf Maschinen angebracht sein:

  • Firmenname und vollständige Anschrift des Herstellers und ggf. seines Bevollmächtigten
  • Bezeichnung der Maschine
  • CE-Kennzeichnung
  • Baureihen- oder Typenbezeichnung und gegebenenfalls Seriennummer
  • Baujahr beziehungsweise Jahr, in dem der Herstellungsprozess abgeschlossen wurde

Typenschilder für Kraftfahrzeuge[Bearbeiten]

Auf dem gesetzlich vorgeschriebenen Typenschild für Kraftfahrzeuge sind nach der Verordnung (EU) Nr. 19/2011 über die Typgenehmigung des gesetzlich vorgeschriebenen Fabrikschilds und der Fahrzeug-Identifizierungsnummer für Kraftfahrzeuge und Kraftfahrzeuganhänger zur folgende Angaben in der nachstehenden Reihenfolge unauslöschbar aufzuführen:

Zusätzlich schreibt die Verordnung vor, bei Kraftfahrzeugen der Klasse N3, O3 oder O4 die technisch zulässige Gesamtmasse einer Achsengruppe anzugeben. Bei Kraftfahrzeugen der Klasse M3, N3, O3 oder O4 kann der Hersteller die vorgesehene zulässige Gesamtmasse für Zulassung/Betrieb (=amtliche Gewichte) auf dem gesetzlich vorgeschriebenen Fabrikschild angeben. In diesem Fall ist der Abschnitt des gesetzlich vorgeschriebenen Fabrikschilds, auf dem die Massen angegeben sind, in zwei Spalten zu teilen: Die vorgesehenen zulässigen Gesamtmassen für Zulassung/Betrieb sind in der linken Spalte, die technisch zulässigen Gesamtmassen in der rechten Spalte aufzuführen.

Anbringung[Bearbeiten]

Das Beschriften solcher Typenschilder geschieht in der Regel bei auftragsbezogener Einzel- oder Kleinserienfertigung gegen Ende der Produktion, z. B. nach den Ergebnissen eines Prüflaufes. In der Serienfertigung (z. B. Kraftfahrzeuge) sind oft fast alle Daten des Typenschildes fest gedruckt, nur die Seriennummer selbst wird noch eingeschlagen, entweder auf dem Typenschild selbst oder unmittelbar daneben. Das Schild selbst wird am Objekt in aller Regel angenietet: bei diesem Schild auf dem Beispielfoto sind kleine Rundkopf-Kerbnägel aus Aluminium verwendet worden, die sich zwar entfernen, dann aber nicht mehr ohne weiteres erneut befestigen lassen.

Neue Aluminium-Kerbnägel würden einige Zeit der Verwitterung benötigen, bis der Umstand, das Typenschild mal gelöst zu haben, nicht mehr sichtbar würde, also wird eine gewisse Sicherheit gegen Verfälschen angestrebt und erreicht, z. B. erkennen zu können, ob ein Objekt genügend „jung“ ist, um evtl. im Fehlerfalle noch einer Gewährleistung zu unterliegen. So kann sich der Hersteller dagegen sichern, dass unberechtigte Leistungen für ältere Maschinen in Anspruch genommen werden sollten.

Beispiele[Bearbeiten]

Die Typenschilder bei Haushaltsgeräten sind je nach Hersteller üblicherweise an folgenden Stellen angebracht:[1]

Herde In der Schublade oder an der Rückseite oder Türkante der Backofentür.
Backofen innerhalb des Ofen an der Klappe oder Türkante.
Kochfeld unterhalb des Kochfelds an der Seite des Rahmens
Waschmaschine Beim Frontlader innerhalb der Tür am Rahmen ,An der Waschmittelschublade oder hinter dem Filterdeckel
Waschmaschine Toplader unter dem Deckel,An der Rückseite oder im Flusensieb Deckel
Ablufthaube unterhalb des Fettfilters, unterhalb des Lampenglas oder am Motor
Abzugshaube unterhalb des Fettfilters , unterhalb Lampenglas, oder am Motor
Trockner hinter der Tür am Rahmen seitlich, oder am Maschinenkörper
Kühlschrank innen am Gehäuse links oder rechts, meist unten im Gerät im Bereich der Gemüsefächer
Gefriertruhe unter dem Deckel, oder an der Rückseite des Geräts
Gefrierschrank an der Gehäusewand innen links oder rechts
Geschirrspüler links oben an der Stirnseite der Tür , in der Türkante seitlich oder an der Rückseite
Mikrowelle hinten an der Rückseite des Geräts, am Türrahmen unten oder rechts

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Haushaltsgeräte Typenschilder. Elektrotechnik Hilpoltsteiner, abgerufen am 14. November 2013.