Tyskie

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Zwei Flaschen Tyskie mit dem alten (links) und dem 2009 neu eingeführten Etikett.
Eine Dose Tyskie, wie sie vor allem in Polen verkauft wird.
Tyskie neben anderen Biermarken in einem Berliner Getränkemarkt.

Tyskie [ˈtɪskjɛ] ist eine polnische Biermarke und stammt aus der gleichnamigen Brauerei in der oberschlesischen Stadt Tychy (deutsch Tichau). Die Brauerei gehört seit 1999 zur polnischen Brauereigruppe Kompania Piwowarska und damit zum global agierenden Konzern SAB Miller.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Brauerei zählt zu den ältesten in Europa und befand sich ab 1629 im Besitz der Familie von Promnitz. 1824 unterzog man sie einer grundlegenden Modernisierung, dank der bis in die späten 1930er Jahre über 260.000 Hektoliter Bier pro Jahr hergestellt werden konnte. Von 1861 an stand sie schließlich als „Fürstliche Brauerei in Tichau“ unter der Verwaltung von Hans von Hochberg aus dem Hause der Fürsten von Pless. Zwischen 1918 und 1939 fusionierte die Brauerei mit benachbarten Konkurrenzbetrieben, kam aber zeitweise ab 1934 aufgrund ausbleibender Steuerabgaben unter kommissarische Verwaltung des polnischen Staates. Während des Zweiten Weltkrieges wurde die Brauerei unter die Leitung der Besatzungsbehörden gestellt.[1]

Nach dem Krieg konnte die Produktion wieder angekurbelt und ab 1951 eine jährliche Produktion von rund 476.000 Hektolitern Bier erreicht werden. 1971 erzeugte man schließlich über eine Million Hektoliter Bier pro Jahr. Im Zuge planwirtschaftlicher Reformen fusionierte die Brauerei 1975 mit den staatlichen Brauereibetrieben in Zabrze, wodurch es jedoch zu einem deutlichen Produktionsrückgang und zahlreichen Entlassungen kam. 1981 erlangte die Brauerei ihre unternehmerische Selbstständigkeit zurück und konnte nach dem politischen Umbruch von 1989 auf eine Privatisierung vorbereitet werden, die schließlich 1995 in Form der gegründeten Aktiengesellschaft „Browary Tyskie Górny Śląsk“ eintrat. 1996 wurde diese Teil des Konzerns SAB Miller.[2]

Das 1629 erstmals gebraute Bier hat eine helle Farbe und ist in den Varianten „Gronie“ (vollmundiges Helles) und „Klasyczne“ (klassisches Lagerbier) erhältlich. Heute ist Tyskie mit einem Marktanteil von etwa 18 Prozent (Stand 2009)[3] vor Żubr und Lech (beide ebenfalls zur Kompania Piwowarska gehörig) sowie Żywiec und Warka (beide Grupa Żywiec) und Okocim (Carlsberg)[4] das beliebteste Bier Polens und hat mehrere Preise des „The Brewing Industry International Awards“ errungen. Derzeit werden in Tychy jährlich mehr als acht Millionen Hektoliter Bier erzeugt.

Das auf dem Gelände der Brauerei in Tychy seit 2004 befindliche Brauereimuseum „Tyskie Browarium“ ist zudem einer von aktuell drei „Ankerpunkten“ der Europäischen Route der Industriekultur in Polen.

Export[Bearbeiten]

Tyskie gehört zu den weltweit bekanntesten polnischen Biermarken und wird unter anderem nach Australien, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Honduras, Irland, Japan, Kanada, Neuseeland, in die Niederlande und die USA (nach Illinois, Michigan, New York, New Jersey und Wisconsin) exportiert.

2006 wurden erstmals über 100.000 Hektoliter Bier ins Ausland exportiert, davon über 26.000 in die USA.[5] In Deutschland wird Tyskie vor allem in Getränkemärkten neben anderen polnischen Biermarken, wie Żywiec, Lech, EB oder Warka angeboten. Eigenen Angaben zufolge werden in Deutschland im Schnitt pro Minute zehn Flaschen Tyskie getrunken.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

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  • Grand Prix und Goldmedaille der „The Brewing Industry International Awards“
  • Silbermedaille der „The Brewing Industry International Awards“
    • 2004 in Burton-upon-Trent
  • Goldmedaille der „Selection du Monde“

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Tyskie – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Chronik der Unternehmensgeschichte (polnisch)
  2. Historische Daten auf der Internetpräsenz des Brauereimuseums (polnisch)
  3. Kerndaten zum Unternehmen (englisch)
  4. Artikel zum Verkauf des Biers in Großbritannien (guardian.co.uk vom 30. Oktober 2006, englisch)
  5. Informationen zum Export des Biers (polnisch)