U-18-Fußball-Europameisterschaft 1986

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Die 5. U-18-Fußball-Europameisterschaft wurde in der Zeit vom 11. bis zum 15. Oktober 1986 in Jugoslawien ausgetragen. Den Titel gewann die DDR durch einen 3:1-Sieg gegen Italien. Die Bundesrepublik Deutschland belegte den dritten Platz. Titelverteidiger Ungarn konnte sich wie Österreich und die Schweiz nicht für die Endrunde qualifizieren.

Zum ersten Mal wurde das Turnier nur mit acht Mannschaften ausgespielt. Auch der Modus mit K.-o.-System war neu.

Modus[Bearbeiten]

Die acht qualifizierten Mannschaften spielten im K.-o.-System um den Titel. Die Sieger der Viertelfinals erreichten die Halbfinals, deren Sieger das Finale. Die Halbfinalverlierer bestritten das Spiel um Platz drei. Die Verlierer der Viertelfinals spielten um zwei freie Plätze für die Junioren-Fußballweltmeisterschaft 1987. Die Halbfinalisten qualifizierten sich ebenfalls für die Weltmeisterschaft.

Teilnehmer[Bearbeiten]

Am Turnier nahmen folgende Mannschaften teil:

Mannschaften aus dem deutschsprachigen Raum[Bearbeiten]

Nach einigen früheren Erfolgen bei UEFA-Jugendturnieren qualifizierte sich erstmals eine Auswahl des DFV für die Finalrunde. Und auf Anhieb wurde sie dabei Europameister. Dabei konnten die Trainer Vogel und Gröbner auf Talente der Jahrgänge 1967-1969 zurückgreifen, die teilweise wenig später schon im DDR-Oberligafußball auf sich aufmerksam machten. Für Rico Steinmann und Matthias Sammer mündete der Erfolg sogar in einer ersten A-Nationalmannschaftsberufung am 19. November 1986 gegen keinen geringeren Gegner als Frankreich. Die weiteren Karrieren der Spieler verliefen höchst unterschiedlich. Die weitere Laufbahn von Sammer ist bekannt, er wurde schließlich 1996 Europameister. Herzog und Schuster wurden später auch in die DDR-Auswahl berufen, Ritter kam zu einer rekordverdächtig kurzen DFB-Auswahl-Karriere. Saager, Barylla, Neitzel, Minkwitz, Hiemann und Jähnig schafften ebenfalls den Sprung in den Profifußball. Marco Köller gilt als Beispiel für ein gescheitertes Talent, er wurde zum Sozialfall. Mayk Zimmermann, Uwe Amstein und Jörg Prasse haben keine Spuren mehr im leistungmäßigen Fußball hinterlassen. Außer Kruse, Barylla und Zimmermann gehörten alle Spieler auch dem DFV-Aufgebot an , welches 1987 bei der Juniorenweltmeisterschaft in Chile den dritten Platz belegte.


DDR-Auswahl[1]
Spieler Verein Einsätze Tore
Holger Hiemann FC Karl-Marx-Stadt 3 -
Uwe Amstein FC Carl Zeiss Jena 3 -
Karsten Neitzel SG Dynamo Dresden 3 -
Dirk Schuster FC Karl-Marx-Stadt 3 -
Thomas Ritter SG Dynamo Dresden 3 1
Marco Köller BFC Dynamo 3 1
Rico Steinmann FC Karl-Marx-Stadt 3 1
Stefan Minkwitz 1. FC Magdeburg 3 -
Jörg Prasse SG Dynamo Dresden 3 -
Matthias Sammer SG Dynamo Dresden 3 1
Uwe Jähnig SG Dynamo Dresden 2 -
André Barylla 1. FC Lokomotive Leipzig 3 -
Hendrik Herzog BFC Dynamo 1 -
Mayk Zimmermann BSG Schiffahrt/Hafen Rostock 1 -
Axel Kruse FC Hansa Rostock 3 2
Ingo Saager 1. FC Lokomotive Leipzig - -

Austragungsorte[Bearbeiten]

Gespielt wurde in den Städten Bačka Topola, Čantavir, Kula, Sombor, Subotica und Zenta.

Das Turnier[Bearbeiten]

Viertelfinale[Bearbeiten]

11. Oktober 1986, Subotica
Deutschland Demokratische Republik 1949DDR DDR Jugoslawien Sozialistische Föderative RepublikJugoslawien Jugoslawien 2:0
11. Oktober 1986, Bačka Topola
SchottlandSchottland Schottland Bulgarien 1971Bulgarien Bulgarien 1:0
11. Oktober 1986, Sombor
ItalienItalien Italien BelgienBelgien Belgien 2:1
11. Oktober 1986, Kula
Deutschland BundesrepublikBundesrepublik Deutschland BR Deutschland Rumänien 1965Rumänien Rumänien 3:0

WM-Qualifikation[Bearbeiten]

13. Oktober 1986, Zenta
Bulgarien 1971Bulgarien Bulgarien BelgienBelgien Belgien 1:0
13. Oktober 1986, Čantavir
Jugoslawien Sozialistische Föderative RepublikJugoslawien Jugoslawien Rumänien 1965Rumänien Rumänien 5:0

Halbfinale[Bearbeiten]

13. Oktober 1986, Sombor
Deutschland Demokratische Republik 1949DDR DDR Deutschland BundesrepublikBundesrepublik Deutschland BR Deutschland 1:0
13. Oktober 1986, Bačka Topola
ItalienItalien Italien SchottlandSchottland Schottland 1:0

Spiel um Platz drei[Bearbeiten]

15. Oktober 1986, Subotica
Deutschland BundesrepublikBundesrepublik Deutschland BR Deutschland SchottlandSchottland Schottland 1:0

Finale[Bearbeiten]

Der U-18-Fußball-Europameister am 16. Oktober 1986.
Paarung Deutschland Demokratische Republik 1949DDR DDRItalienItalien Italien
Ergebnis 3:1 (2:1)
Datum 15. Oktober 1986
Stadion Gradski, Subotica
1.000 Zuschauer
Schiedsrichter Lajos Németh (Ungarn)
Tore 0:1 Stefano Impallomeni (17.)
1:1 Axel Kruse (30.)
2:1 Matthias Sammer (42.)
3:1 Marco Köller (81.)
DDR Holger Hiemann; Karsten Neitzel; André Barylla; Thomas Ritter; Dirk Schuster; Jörg Prasse (89. Hendrik Herzog); Rico Steinmann; Marco Köller; Stefan Minkwitz; Axel Kruse (68. Uwe Jähnig); Matthias Sammer
Italien Daniele Limonta; Mirco Omiccioli, Alberto Rivolta (74. Zanocelli), Andrea Rocchigiani, Mario Manzo; Giovanni Piacentini, Stefano Impallomeni, Marco Carrara (46. David Fiorentini); Luca Giunchi, Gianluigi Lentini, Massimo Ciocci


Entscheidungen[Bearbeiten]

Neben Europameister DDR qualifizierten sich Bulgarien, die BR Deutschland, Italien, Jugoslawien und Schottland für die Junioren-Fußballweltmeisterschaft 1987.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. ND vom 9. Oktober 1986 S. 8

Weblinks[Bearbeiten]