U-Bahn-Station Volkstheater

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Volkstheater
U-Bahn Wien.svg
U-Bahn-Station in Wien
Volkstheater
U3-Bahnsteige, Glasfries von Anton Lehmden
Basisdaten
Bezirk: Innere Stadt
Eröffnet: 1980
Gleise (Bahnsteig): 4 (Seitenbahnsteig, Mittelbahnsteig)
Nutzung
Linie(n): U2 U3
Umsteigemöglichkeiten: Volkstheater:
49 48A N46 N49

Dr.-Karl-Renner-Ring:
D 1 2 46 49 71 48A N25 N38 N46 N60 N66

Die Station Volkstheater ist eine dreigeschoßige, unterirdische Kreuzungsstation der U-Bahnlinien U2 und U3 im 1. Wiener Gemeindebezirk Innere Stadt. Namensgeber der Station ist das nahegelegene Volkstheater. Verbunden ist er mit der Bellariapassage.

Die Anlagen der U3 erstrecken sich unter der Bellariastraße vom Dr. Karl-Renner-Ring bis zur Museumstraße auf der sogenannten Zweierlinie an der Grenze zwischen 1. und 7. Bezirk. Die Bahnsteige der U2 befinden sich direkt unter dem Museumsplatz. Die U3, die über einen Mittelbahnsteig verfügt, befindet sich im rechten Winkel zur U2 in einem großzügig wirkenden, mit einem Glasfries von Anton Lehmden künstlerisch ausgestalteten, hallenartige Station. Die Bahnsteige der U2 sind mit jenen der U3 über Rolltreppen, feste Stiegen sowie eine Aufzugsanlage verbunden. Eine kleine Geschäftspassage, die Bellariapassage, unterquert den Dr. Karl-Renner-Ring. Hier besteht die Möglichkeit auf die stadtauswärts führenden Linien 46, 49 und 48A, auf die Ringstraßenbahnlinien D, 1, 2 und 71 sowie auf die innerstädtische Buslinie 3A umzusteigen.

Geschichte[Bearbeiten]

Nach der Opernpassage, die 1955 eröffnet wurde, baute die Stadtverwaltung in den 1960er Jahren, der damaligen Verkehrspolitik entsprechend, weitere Fußgängerunterführungen. Am 14. Juli 1961 wurde die Bellariapassage eröffnet.

In den 1960er Jahren fand auch die Verlegung der so genannten Zweierlinien, der Straßenbahnlinien mit der Indexziffer 2, die auf der Lastenstraße verkehrten, unter die Straßenoberfläche statt. Eine Station der „Ustraba“ genannten Unterpflaster-Straßenbahn wurde am 8. Oktober 1966 beim Volkstheater unter dem Namen Burggasse eröffnet.[1]. Die Station wurde damals als Vorleistung für eine künftige U-Bahn angesehen, aber für das kleinere Profil der Straßenbahnfahrzeuge errichtet. Von der Bellariapassage war sie räumlich durch zwei Häuserblocks getrennt.

In den 1970er Jahren erfolgte der Umbau für die U-Bahn. Ende Juni 1980 wurde der Straßenbahnverkehr im Tunnel beendet, am 30. August 1980 wurde die U-Bahn-Linie U2 mit der Station unter dem heutigen Namen Volkstheater eröffnet. Damit wurde das Konzept der eindeutigen Stationsnamen weitergeführt, denn auf dem Gürtel gab es die damals noch zur Stadtbahn gehörende Station Burggasse-Stadthalle.

Zwischen Bellariapassage und U2-Station Volkstheater wurde eine Ebene tiefer die U3-Station gebaut, deren Mittelbahnsteig die beiden älteren Bauten verbindet. Am 6. April 1991 wurde das erste Teilstück der U3, Erdberg–Volkstheater, eröffnet.

Die U2-Bahnsteige waren aufgrund des geringen Stationsabstandes der U2 nur auf Kurzzüge ausgerichtet. Im Zusammenhang mit der geplanten Verlängerung der U2 wurden die Bahnsteige zu Beginn der 2000er Jahre verlängert; die nördlich dicht benachbarte U-Bahn-Station Lerchenfelder Straße wurde in diesem Zusammenhang am 27. September 2003 aufgelassen.[2]

Ausgestaltung[Bearbeiten]

Im oberen Teil des U3-Bahnsteigs befindet sich an drei Seiten das Wandbild „Das Werden der Natur“ von Anton Lehmden. Lehmden wurde 1987 von den Wiener Linien beauftragt, diese Station künstlerisch auszugestalten, fertiggestellt wurde die Arbeit 1991 als erstes U-Bahn-Kunstwerk in Wien. Das zentrale Bild an der Stirnwand stellt den Urknall und die Entstehung des Universums dar, wobei dieses Bild bewusst heller als die übrigen ist. An den Seitenwänden wird in je fünf Tafeln die Entwicklungsgeschichte der Natur dargestellt. Die linke Seite wird von horizontalen geologischen Schichten und der Trennung von Erde und Wasser dominiert, die rechte Seite stellt die Evolution dar und ist bewusst dynamischer.

Die elf Originalbilder Lehmdens wurden zunächst fotografisch reproduziert und vergrößert, anhand dieser Vorlage wurde das Bild als Mosaik gefertigt. Absolventen einer Mosaik-Schule in Spilimbergo (bei Udine) kamen nach Wien und führten das Werk in zweieinhalbjähriger Arbeit aus. Insgesamt wurden vier Millionen fingernagelgroße Mosaiksteine verlegt, die Gesamtfläche des Wandbilds beträgt 360 m².[3]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Eröffnung der USTRABA-Station Burggasse
  2. Upflastraba, U-Bahn und Utopien
  3. Wieland Schmied in Johann Hödl (Hrsg): Wiener U-Bahn-Kunst. Wiener Linien, Wien 2011, ISBN 978-3-200-02173-0, S. 117ff.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: U-Bahn-Station Volkstheater – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
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48.20508333333316.358055555556Koordinaten: 48° 12′ 18″ N, 16° 21′ 29″ O