U-Bahn Peking

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Logo der Pekinger U-Bahn
Station Wangjingxi
U-Bahnhof auf der Linie 2

Die U-Bahn von Peking (北京地铁) ist das U-Bahn-Netzwerk, das Groß-Peking mit seinen Vorstädten verbindet. Das Pekinger U-Bahn-Netz misst etwa 465 Kilometer und ist damit vor der Metro Shanghai das längste der Welt. Die U-Bahn verkehrt von 5:10 bis 23:40, wobei der Takt in der Hauptverkehrszeit drei bis vier Minuten beträgt, sonst acht Minuten. 2011 wurden 2,18 Milliarden Fahrgäste befördert.[1] Am 12. Juli 2013 wurden 11,0469 Millionen Fahrgäste im gesamten Netz der U-Bahn transportiert. Dies ist ein Fahrgastrekord für die Pekinger U-Bahn.[2]

Geschichte[Bearbeiten]

Pekings U-Bahn-System war das erste der Volksrepublik China, der Bau dafür begann 1965. Die erste Strecke vom Hauptbahnhof nach Pingguoyuan wurde am 1. Oktober 1969 eröffnet. Die Strecke entspricht heute dem westlichen Teil der Linie 1 und dem südlichen Teil der Linie 2. Die U-Bahn durfte zuerst nur von Beamten benutzt werden, erst 1977 war die Benutzung durch die übrigen Einwohner Pekings erlaubt.

Am 20. September 1984 wurde der restliche Teil der Ringlinie eröffnet und damit der Betrieb auf zwei Linien aufgeteilt. Am 12. Dezember 1992 wurde die Linie 1 ostwärts von Fuxingmen nach Xidan verlängert. Eine weitere Verlängerung von Xidan nach Sihuidong fand am 28. September 1999 statt. Seit dem 24. Juni 2000 ist es möglich, dass Züge direkt von Pingguoyuan nach Sihuidong durchfahren können, davor bestand keine direkte Gleisverbindung.

Eine weitere Linie wurde am 28. September 2002 (westlicher Teil bis Huoying) und am 28. Januar 2003 (östlicher Teil) eröffnet. Die Batong-Linie, die als Verlängerung der Linie 1 gebaut wurde, ist am 27. Dezember 2003 als separate Linie in Betrieb gegangen. Die Linie 5 wurde am 7. Oktober 2007 eröffnet.

Die Eröffnung der für die Olympischen Spiele wichtigen U-Bahn Linien 10 und Airport-Express fanden am 19. Juli 2008 statt. Der „olympische Zubringer“ zwischen den Stationen „Beitucheng“ und „Senlin Gongyuan Nanmen“, der offiziell schon als Linie 8 bezeichnet wird, durfte bis zum Ende der Olympischen Spiele aber nur mit Akkreditierung für die Olympischen Spiele oder mit einer Eintrittskarte für den entsprechenden Tag benutzt werden. Die Besonderheit besteht darin, dass die entsprechenden Sicherheitskontrollen bereits vor Betreten der U-Bahn stattfinden.

Seit 2008 ist die U-Bahn Teil des Benchmarking-Systems Community of Metros. Der Westbahnhof wurde am 30. Dezember 2012 ebenfalls an das Pekinger U-Bahn-Netz angeschlossen.

Linien[Bearbeiten]

Linie Farbe[3] Strecke Eröffnung Länge (km) Bahnhöfe
Linie 1 Dunkelrot Pingguoyuan Sihui Ost 1969 30,4 23
Linie 2 Blau Xizhimen Peking Zentralbahnhof 1969 23,1 18
Linie 4 Türkis Anheqiao Nord Gongyixiqiao 2009 28,2 24
Linie 5 Lila Tiantongyuan Nord Songjiazhuang 2007 27,6 23
Linie 6 Dunkelgrün Haidian Wuluju Caofang 2012 30,4 20
Linie 8 Grün Zhuxinzhuang Nanluoguxiang 2013 26,6 17
Linie 9 Hellgrün Guogongzhuang National Library 2012 16,5 12
Linie 10 Hellblau Xiju Shoujingmao 2012 57 45
Linie 13 Gelb Xizhimen Dongzhimen 2002 40,9 16
Linie 14 Hellrosa Xiju Zhangguozhuang 2013 12,4 6
Linie 15 Braun Wangjing West Fengbo 2010 30,2 13
Batong Linie Dunkelrot Sihui Tuqiao 2003 18,9 13
Changping Linie Rosa Xi'erqi Nanshao 2010 21,24 7
Daxing Linie Türkis Gongyixiqiao Tiangongyuan 2010 21,7 11
Fangshan Linie Orange Suzhuang Guogongzhuang 2010 24,79 11
Yizhuang Linie Pink Songjiazhuang Yizhuang Bahnhof 2010 23,3 14
Flughafenlinie Grau Dongzhimen Flughafen Peking 2008 28,1 4

Zeichnung


Die Linie 1 verläuft mitten unter dem Stadtzentrum Pekings und verbindet unter anderem den Tian’anmen-Platz (Platz des himmlischen Friedens) und den Kaiserpalast („Verbotene Stadt“) mit den Einkaufspassagen Wangfujing, Xidan, Dongdan und Xiushui Shichang („Seidengasse“) und führt im Westen bis in die Westberge Pekings und führt am Westbahnhof von Peking vorbei. Die Linie 1 stellt somit eine wichtige Ost-West-Verbindung dar, mit Anschluss zur Linie 2, 4, 5, 10 und der Batong Linie.

Die Linie 2 verläuft als Ring um das Stadtzentrum Pekings, zum überwiegenden Teil unter der heutigen zweiten Ringstraße, der ehemaligen Stadtmauer. Die Linie 2 stellt die wichtigste Transitlinie im Zentrum dar, da sie das Zentrum und den Hauptbahnhof mit den äußeren Stadtteilen Pekings und dem Flughafen verbindet, u. a. über die Überlandbusbahnhöfe bei Dongzhimen und Xizhimen, sowie über Verbindungen zu den Linien 1, 4, 5, 13 und der Flughafenlinie.

Die Linie 4 verläuft von der nordöstlichen Station Anheqiao Nord über das Zentrum zur südlichen Station Gongyixiqiao. Sie verbindet das Zentrum mit dem Universitätsbezirk Haidian sowie dem Alten und dem Neuen Sommerpalast. Gleichzeitig verbindet sie den neuen Südbahnhof, und damit den Kopfbahnhof der Schnellfahrstrecke Peking–Tianjin, mit dem U-Bahnsystem.

Die Linie 5 verläuft von der nördlichen Station Taipingzhuangbei zu der südlichen Station Songjiazhuang. Sie bietet Anschluss an die Linien 1, 2, 10 und 13. 16,9 Kilometer der Linie 5 verlaufen unterirdisch.

Die Linie 6 ist ebenfalls eine Ost-West Verbindung. Sie beginnt in Haidian Wuluju und endet bei Caofang. Sie wurde am 30. Dezember 2012 eröffnet. Ihre Länge beträgt im Augenblick 30, 4 km und sie besitzt 20 Stationen. Sie bietet Anschluss an die Linien 2, 4, 5, 9, 10.

Die Linie 8 verläuft von Huilongguan Dongdajie im Norden Pekings zum Stadtzentrum Pekings. Sie wurde am 30. Dezember 2012 eröffnet, hat 12 Stationen und ist 22 km lang. Sie bietet Anschluss an die Linien 2, 10 und 13.

Die Linie 9 verbindet die Fangshan Linie mit den Linien 1, 10, 6 und 4. Sie beginnt bei der Station Guogongzhuang und verläuft über den Westbahnhof zur Station National Library. Ihre Länge beträgt 16,5 km und hat 12 Stationen. Sie wurde am 30. Dezember 2012 eröffnet.

Die Linie 10 verläuft komplett unterirdisch von der westlichen Station Bagou zur südwestlich gelegenen Station Shoujingmao und folgt dabei grob dem dritten Pekinger Autobahnring. Ein weiteres Teilstück wurde am 30. Dezember 2012. Der Restteil von der Station Shoujingmao bis zur Station Xiju wurde im Mai 2013 fertiggestellt. Die Linie ist damit neben der Linie 2 die zweite Ringlinie des U-Bahn-Netzes. Diese Linie umfasst 57 km und 45 Stationen. Sie bietet Anschluss zu den Linien 1, 4, 5 ,6 ,8 , 9, 13, 14 und zur Flughafenlinie.

Die Linie 13 verläuft überwiegend oberirdisch in grober Hufeisenform im Norden von Peking. Sie schließt bei beiden Endstationen an die Linie 2 an und verbindet die nördlichen Stadtteile Pekings mit dem Zentrum.

Der erste Bauabschnitt der Linie 14 wurde am 5. Mai 2013 in Betrieb genommen. Der fertiggestellte Abschnitt sorgt für den Anschluss des Geländes der 9. China (Beijing) Flower Expo an das U-Bahn-Netz. Dieser erste Bauabschnitt ist kürzer als ursprünglich geplant ausgefallen, weitere Bauabschnitte werden bis 2015 fertiggestellt. Auf der Linie verkehren die ersten Wagen eines neuen breiteren Typs.

Die Batong-Linie verläuft oberirdisch zum Teil in der Mitte der Jingtong Schnellstraße von Sihui bis Tuqiao. Auf ihr verkehren klimatisierte Züge, die moderner, aber auch kürzer sind als die Züge auf den Linien 1 und 2. Sie verbindet den östlichen Teil der Stadt, vor allem den Stadtbezirk Chaoyang, in der einige Universitäten liegen, mit dem Zentrum.

Die Flughafenlinie verläuft von der Station „Donghzimen“ (Anschluss an die Linien 2 und 13) über Sanyuanqiao (Anschluss an die Linie 10) zum 2008 eröffneten Terminal 3 des Flughafens Peking und führt über die Station „Terminal 2“ zurück.

Planungen und weiterer Ausbau[Bearbeiten]

Das zukünftige U-Bahn-Netz im Jahr 2015

Wegen der Olympischen Sommerspiele 2008 wurden noch vier weitere U-Bahnlinien gebaut. Besonders wichtig war dafür die Linie 10, die mit der Linie 8 den Anschluss an den Olympiapark gewährleistete. Die Bauarbeiten dafür begannen im März 2004. Die Airport-Linie ist eine Express-Linie und führt nordöstlich von Dongzhimen nach Flughafen Peking, mit 27 Kilometer und 4 Stationen. Die Eröffnung für beide Linien war am 19. Juli 2008.

Ein weiterer Bauabschnitt wird die Linie 6 um weitere 12,4 km und 7 Stationen erweitern. Mit der Vollendung des dritten Bauabschnittes, der für Ende 2015 geplant ist, wird die Linie insgesamt 52 km lang sein und 32 Stationen besitzen.[4]

Weitere geplante Linien:

Die Linie 8 war als Olympia-Zweig der U-Bahn vorgesehen und verbindet Linie 10 und den Olympiapark. Der Teil bis Gulou Dajie ist fertig, Erweiterungen sind für das Jahr 2013 und 2015 geplant; und zwar nach im Süden nach Meishuguanhoujie über das Stadtzentrum.

Bis 2014 sollen folgende Linien neugebaut bzw. erweitert und eröffnet werden:

  • Die zweite Phase der Linie 6 von Canfang nach Dongxiaoying (12,4 km und 7 Stationen)
  • Die Linie 7 vom Pekinger Westbahnhof nach Jiaohuachang (23,9 km und 21 Stationen)
  • Die zweite Phase der Linie 14 von Xiju nach Shangezhuang (35,4 km und 27 Stationen)
  • Die erste Phase der Linie 15 von der Tsinghua University East nach Wangjing West (10,2 km und 7 Stationen)

Bis 2015 sollen folgende Linien neugebaut bzw. erweitert und eröffnet werden:

  • Der erste Abschnitt der Linie 6 von Pingguoyuan nach Haidian Wuluju (8,9 km und 5 Stationen)
  • Der dritte Abschnitt der Linie 8 von Museum of Art nach Wufutang (17,3 km und 14 Stationen)
  • Der zweite Abschnitt der Changping Linie von Nanshao nach Ming Tombs Scenic Area (10 km und 4 Stationen)
  • Die Haidian Shanhou Linie von Suzhoujie nach Baianhe (23,4 km und 13 Stationen)
  • Die neue Flughafenlinie vom Südbahnhof Peking zum Neuen Pekinger Flughafen (37 km und 4 Stationen)

Bis 2016 sollen folgende Linien neugebaut bzw. erweitert und eröffnet werden:

  • Die Linie 16 von Suzhoujie nach Wanping (16 km und 17 Stationen)

Vor 2020 sollen folgende Linien eröffnet werden:

  • Die Linie 3 von Tiancun nach Dongba (37 km und 29 Stationen)
  • Der dritte Abschnitt der Linie 8 von Wufutang nach Yinghaizhen (5 km und 2 Stationen)
  • Die Linie 12 von Tiancun nach Jiuxianqiao (24 km und 20 Stationen)
  • Die Linie R1 von Shang'ancun nach Songzhuang (55 km und 15 Stationen)
  • Die Linie R2 von Weilai kejicheng zur Yizhuang Railway Station (49 km und 21 Stationen)
  • Die Pinggu Linie von Dongba nach Pinggu (52 km und 5 Stationen)

Nach Fertigstellung von allen bis 2020 geplanten Linien wird das Pekinger U-Bahn-Netz eine Länge von etwa 1.000 km haben.

Fahrkarten[Bearbeiten]

Eine Fahrt mit der U-Bahn kostet 2 Renminbi (Stand: Juni 2014), unabhängig von der Fahrstrecke und eventuellem Umsteigen. Es gibt Einzelfahrkarten und elektronisch aufladbare Karten. Fahrkarten können an Automaten und an allen Stationen fast immer auch am Schalter erworben werden. Die Einzelfahrkarten können nur an der Station, an der sie gekauft worden sind, benutzt werden. Ein Kauf auf Vorrat ist nicht möglich. Dauerkarten enthalten einen aufladbaren Geldbetrag, der beim Eintritt in den U-Bahnhof abgebucht wird. Die Fahrkarten werden am Eingang zur U-Bahn an ein drahtloses Lesegerät gehalten, um die Schranke zur U-Bahn zu öffnen. So lange man sich im U-Bahn-Bereich aufhält, kann man fahren wohin und so lange man will. Am Ausgang befinden sich ebenfalls Schranken und die Fahrkarte dient erneut zum Öffnen. Die Einzelfahrkarten werden dort eingezogen. Die Dauerkarte gilt auch für den Bus und kann zum Zahlen in Taxis verwendet werden.

Technische Informationen[Bearbeiten]

Die U-Bahn Züge haben eine Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h mit Ausnahme der Linie 6, deren Züge eine Höchstgeschwindigkeit von 100 km/h haben.

Die U-Bahn Züge der Line 6 können maximal 1960 Fahrgäste transportieren und sind die größten der Pekinger U-Bahn.

Die Haltestelle der Line 6 an der Dongsi Station liegt 34 m unter der Oberfläche und ist damit die tiefste U-Bahnstation des Netzes.[4]

Auf der U-Bahn-Linie 10 wurden im Januar 2013 im Durchschnitt täglich 1 Million Fahrgäste gezählt.[5]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: U-Bahn Peking – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Seite der Metro Peking (Chinesisch)
  2. [1]
  3. Farbschema folgt der chinesischsprachigen Wikipedia. Siehe die Artikeldiskussionen in der englischsprachigen Wikipedia und chinesischsprachigen Wikipedia.
  4. a b Beijing’s Subway System branches out bei China Radio International (CRI English) 4. Januar 2013, abgerufen am 4. Januar 2013
  5. Subway line 10 to become the busisiest line in Beijing China Daily Online 8. Januar 2013, abgerufen am 8. Januar 2013