U-Bahnhof Märkisches Museum
Der U-Bahnhof Märkisches Museum ist eine Station der Berliner U-Bahn-Linie U2 im Berliner Ortsteil Mitte. Er ist 600 Meter vom U-Bahnhof Klosterstraße und 465 Meter vom U-Bahnhof Spittelmarkt entfernt. Im Bahnhofsverzeichnis der BVG wird er als Mk geführt (bis 1935: I).
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Geschichte und Bauwerk [Bearbeiten]
Planung und erste Jahrzehnte [Bearbeiten]
Im Zuge der Verlängerung der damals sogenannten Spittelmarktlinie als Centrumslinie zum Alexanderplatz entstand der Bahnhof Inselbrücke in unmittelbarer Ufernähe der im anschließenden Streckenverlauf zu querenden Spree, weswegen er mit für damalige Verhältnisse sehr tiefen sechseinhalb Metern unterhalb des Straßenniveaus eine bauliche Besonderheit jener Zeit darstellte.[1]
Dank der tiefen Lage konnte Alfred Grenander als Architekt die Station mit einer großen und geräumigen Halle und einem Korbbogengewölbe ausstatten. Aufgrund dieser in Berlin ungewöhnlichen Bauweise wurde die Station oft mit jenen der Pariser Métro in Verbindung gebracht. Im Berliner U-Bahn-Netz verfügt nur der U-Bahnhof Platz der Luftbrücke über eine solche stützenlose Konstruktion.
Der Mittelbahnsteig ist 121,3 Meter lang und 7,6 Meter breit; die Halle ist an ihrer größten Stelle 5,2 Meter hoch.[1]
Für den Bahnhof wählte Grenander die Kennfarbe grün, ebenso wie für den Bahnhof Leipziger Platz, denn sein Farbschema für diese Strecke sah eine regelmäßige Wiederholung der Farben vor.[2] Der Bahnhof, der jeweils in östlicher und westlicher Richtung ein kleines Mittelgeschoss besitzt, erhielt einen 121,3 Meter langen und 7,6 Meter breiten Mittelbahnsteig.[1]
Nach langwierigen Bauarbeiten nahm die Hochbahngesellschaft am 1. Juli 1913 den Betrieb auf der 1,7 Kilometer langen Linie Spittelmarkt – Alexanderplatz auf.
Seit 1928 trugen die U-Bahnlinien, die den Bahnhof Inselbrücke befuhren, die Bezeichnungen AI und AII.[3][4]
1935 wurde der Bahnhof nach dem benachbarten Märkischen Museum umbenannt.
Zweiter Weltkrieg [Bearbeiten]
Am 24. Mai 1944 erlitt die Gewölbedecke durch eine Fliegerbombe leichte Schäden. Anfang April 1945 drang Wasser in Folge eines Bombentreffers in den nahe gelegenen Klostertunnel [5] sowie auf Umwegen vom in den letzten Kriegstagen gesprengten S-Bahntunnel unter dem Landwehrkanal[6] ein und drang bis zum Bahnhof vor. Zu diesem Zeitpunkt war der Betrieb allerdings längst eingestellt, da kein Strom mehr zur Verfügung stand.
Nachkriegszeit [Bearbeiten]
Am 31. Juli wurde der Bahnhof Märkisches Museum wieder in Betrieb genommen. Er diente zunächst als Endstation eines Pendelverkehrs zum Bahnhof Stadtmitte. Bis zum 1. November konnte auch die Spreeunterführung zum U-Bahnhof Klosterstraße vorerst eingleisig wiederhergestellt werden. Am 15. September 1946 war der Umlaufbetrieb zwischen Pankow und Ruhleben zumindest bis zur durch den Mauerbau bedingten Unterbrechung der Linie wieder vollständig.[1][7]
DDR [Bearbeiten]
Die DDR stellte die Instandhaltung des Bahnhofes lange Zeit zugunsten eines Ausbaus der Verkehrsverbindungen in die entstehenden Berliner Neubaugebiete zurück. Erst zur 750-Jahr-Feier Berlins wurde ein Sanierungsprogramm beschlossen. In diesem Zusammenhang nahmen die Künstler Jo Doese (Materialcollagen) sowie Karl-Heinz Schäfer und Ulrich Jörke (24 Stuckreliefs) gestalterisch Bezug auf das benachbarte und namensgebende Museum. Die Autorin Ingrid Bartmann-Kompa unterstrich dies mit passenden Zitate.[8] Außerdem wurde eine neue Lichtanlage, bestehend aus kugelförmigen Pendelleuchten, installiert.[9]
Bei dieser Umgestaltung konnte (und musste) die eigentliche Deckenstruktur ermittelt werden, da kein tragfähiger Beton für die Anbringung der Lampen vorhanden war. Das Korbbogengewölbe besteht nach diesen Erkenntnissen aus einer rechteckigen, mit mehreren Kantenbrüchen vollendeten Decke, dabei sind die Lücken mit Putz aufgefüllt. An den beiden Ausgängen ließ die Stadt Berlin neue, den historischen Vorbildern nachempfundene Eingangsportale errichten.[10][11][12]
Nachwendezeit [Bearbeiten]
Alle diese Arbeiten änderten nichts an der Notwendigkeit einer Grundsanierung, die auch die Gewölbedecke selbst mit einschloss. Diese begann im Jahre, wobei anfangs – ohne Zustimmung der Denkmalschutzbehörde – alle Fliesen abgeschlagen wurden.[13] Nachdem sich die Verkehrsbetriebe mit der Senatskulturverwaltung nachträglich auf eine denkmalgerechte Sanierung geeinigt hatten, investierte die BVG gemeinsam mit Land und Bund zwölf Millionen Mark in die Bauarbeiten.[14]
Dabei wurden unter anderem
- alle Fliesen originalgetreu nachgebrannt,
- eine neue Beleuchtungsanlage installiert,
- die Bahnsteigplatte erneuert und
- die Wandcollagen aufgefrischt.
Zusätzlich baute die BVG einen Aufzug von der Mitte des Bahnsteiges zur oberirdischen Verkehrsinsel auf der Wallstraße ein. Die Arbeiten konnten im Jahr 2002 abgeschlossen werden.
Die Sanierung dieses Bahnhofs bildete einen Anfangspunkt für das von der BVG geplante „Geschichtslinienkonzept“, nach dem alle Bahnhöfe zwischen Alexanderplatz und Stadtmitte in ihren ursprünglichen Zustand zurückversetzt werden.[15]
Anbindung [Bearbeiten]
Am U-Bahnhof besteht eine Umsteigemöglichkeit von der Linie U2 zu den Omnibuslinien der Berliner Verkehrsbetriebe.
| Linie | Verlauf |
|---|---|
| Pankow – Vinetastraße – Schönhauser Allee – Eberswalder Straße – Senefelderplatz – Rosa-Luxemburg-Platz – Alexanderplatz – Klosterstraße – Märkisches Museum – Spittelmarkt – Hausvogteiplatz – Stadtmitte – Mohrenstraße – Potsdamer Platz – Mendelssohn-Bartholdy-Park – Gleisdreieck – Bülowstraße – Nollendorfplatz – Wittenbergplatz – Zoologischer Garten – Ernst-Reuter-Platz – Deutsche Oper – Bismarckstraße – Sophie-Charlotte-Platz – Kaiserdamm – Theodor-Heuss-Platz – Neu-Westend – Olympia-Stadion – Ruhleben |
Weblinks [Bearbeiten]
- pdf-Umgebungsplan der BVG (34 KB)
- Eintrag in der Berliner Landesdenkmalliste mit weiteren Informationen
- Beschreibung des Bahnhofes bei berliner-untergrundbahn.de
- Weitere Bilder bei untergrundbahn.de
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ a b c d Jürgen Meyer-Kronthaler: Berlins U-Bahnhöfe – Die ersten hundert Jahre, be.bra Verlag, Berlin 1996, S. 125, 167, ISBN 3-930863-16-2
- ↑ Hochbahngesellschaft Berlin: Zur Eröffnung der Erweiterungslinie über den Alexanderplatz zur Schönhauser Allee, Juli 1913, S. 3, 4
- ↑ U-Bahngeschehnisse in den 1920er Jahren
- ↑ U-Bahngeschehnisse in den 1930er Jahren
- ↑ Dokumentation der Kriegsereignisse bei der Berliner U-Bahn
- ↑ Geschichte der Berliner S-Bahn im Zweiten Weltkrieg
- ↑ U-Bahngeschehnisse in den 1940er Jahren
- ↑ Beitrag „Märkisches Museum (U-Bahnhof)“ bei luise-berlin.de
- ↑ Beschreibung des U-Bahnhofes bei berliner-untergrundbahn.de
- ↑ Denkmalpflege-Verein Nahverkehr Berlin: U2 - Geschichte(n) aus dem Untergrund, GVE, Berlin 1995, S. 84f., 30f., 86, ISBN 3-89218-032-6
- ↑ U-Bahngeschehnisse 1910er Jahre
- ↑ U-Bahngeschehnisse 1910er Jahre
- ↑ Abgeschlagene Fliesen werden nachgebrannt. In: Berliner Zeitung, 22. Juni 1999
- ↑ Uwe Aulich: Im U-Bahnhof stehen immer noch Gerüste. In Berliner Zeitung, 9. Dezember 1999
- ↑ Thomas Fülling: Mit der U2 durch die Geschichte. In: Berliner Morgenpost, 14. März 2005
52.51194444444413.408888888889Koordinaten: 52° 30′ 43″ N, 13° 24′ 32″ O