U-Bahnhof Ruhleben

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Lage des U-Bahnhofs Ruhleben

Der U-Bahnhof Ruhleben ist ein Berliner U-Bahnhof der Linie U2 im Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf, Ortsteil Westend. Er wurde 1929 eröffnet und ist bis heute die westliche Endstation der U-Bahnlinie U2.

Geschichte[Bearbeiten]

Querschnitt des Bahnhofs von Alfred Grenander
Ausgang Charlottenburger Chaussee
Südseite des U-Bahnhofs

Der U-Bahnhof Ruhleben der heutigen U-Bahnlinie 2 wurde 1929 errichtet und am 22. Dezember des gleichen Jahres eröffnet. Er stellt bis heute den Endpunkt der ehemaligen Stammlinie dar. Der Architekt Alfred Grenander errichtete auf einem Damm einen funktionalen Bahnhof mit überdachtem Mittelbahnsteig und einer Empfangshalle darunter. Da die Gleise hinter dem Bahnsteig nicht weitergeführt werden, müssen die Züge am Bahnsteig wenden; die Annahme, die Kapazität des Bahnhofes sei daher stark eingeschränkt, ist aber falsch. Im Jahr 1946 kam es zu einem Unfall, als ein Zug über das Bahnsteigende hinausfuhr und erst auf der steil abfallenden Böschung zum Stendelweg zum Stehen kam.[1]

Bis zur Eröffnung der U-Bahnlinie 7 im Jahr 1984 zum Rathaus Spandau war der Bahnhof Ruhleben Hauptanschluss Spandaus an das Berliner U-Bahn-Netz und wurde in der Hauptverkehrszeit rund alle drei Minuten bedient. Mehrere Buslinien verteilten von hier aus die Fahrgäste bis in die Spandauer Ortsteile Gatow/Kladow, Staaken, Falkenhagener Feld und Hakenfelde. Der starke Umsteigeverkehr zwischen Bus und U-Bahn wurde durch entsprechend eingebaute Rolltreppen vorbildlich organisiert. Eine Besonderheit in Berlin war auch die bis heute erhaltene Uhr zur Anzeige der nächsten U-Bahn-Abfahrt an der Vorderseite (Bus-Ankunft aus Spandau) des Bahnhofs. Andersherum wurde den Busfahrern mittels einer roten Signallampe an der Haltestelle angezeigt, ob eine U-Bahn gerade den Bahnhof erreicht hat. In diesem Falle hätte der Bus noch etwas länger gewartet. Die Lampe ist ebenfalls noch erhalten und wurde in ähnlicher Form auch auf anderen U-Bahnhöfen verwendet.

Streckenende vor dem Umbau, 1993
Bahnsteig mit Zug der Baureihe GI/1
A3-Zug bei der Einfahrt in den U-Bahnhof, 1993

Eine seit den 1920er-Jahren geplante Streckenverlängerung der U2 über Rathaus Spandau nach Hakenfelde bzw. später zum Falkenhagener Feld wurde zugunsten der damals umstrittenen U-Bahnlinie 7 zurückgestellt. Im U-Bahnhof Rathaus Spandau entstanden aber bereits Bauvorleistungen für die Verlängerung der U-Bahnlinie 2. Ruhleben gehört heute eher zu den schwächer genutzten U-Bahnhöfen, dafür hatte die BVG jedoch schon 1984 durch die drastische Reduzierung der Zubringerbusse gesorgt. Daher lässt die BVG viele U-Bahn-Züge inzwischen nur noch bis Theodor-Heuss-Platz fahren. Dies liegt aber auch an der starken Konkurrenz des U-Bahnhofes Ruhleben, was den Umsteigeverkehr angeht:

Der weniger leistungsfähige Regionalverkehr über Westkreuz und Jungfernheide nach Spandau spielt hierbei eine Nebenrolle.

Seit 1996 besitzt der Endbahnhof der U2 eine Aufzugsanlage, sodass ein barrierefreier Zugang zum Bahnsteig möglich ist.[2] In den Jahren 2010/2011 erfolgten umfangreiche Arbeiten zur Grundinstandsetzung des Bahnhofs und zur Sanierierung des Bahndamms, nachdem bereits seit 2007 das Gleis 2 wegen abgerutschter Böschungen gesperrt war. Der U-Bahnbetrieb war während der Bauarbeiten im Abschnitt Olympia-Stadion – Ruhleben eingestellt. Die Baukosten lagen bei 7,7 Millionen Euro.[3][4]

Auf der Wiese am Südausgang des Bahnhofs befindet sich ein Findling, der aus der Murellenschlucht an diese Stelle transportiert wurde und als Naturdenkmal gelistet ist (siehe Findlinge in der Murellenschlucht).

Anbindung[Bearbeiten]

Am U-Bahnhof besteht eine Umsteigemöglichkeit von der Linie U2 zu den Omnibuslinien 130, 131 und M45 der Berliner Verkehrsbetriebe.

Linie Verlauf
Berlin U2.svg Pankow – Vinetastraße – Schönhauser Allee – Eberswalder Straße – Senefelderplatz – Rosa-Luxemburg-Platz – Alexanderplatz – Klosterstraße – Märkisches Museum – Spittelmarkt – Hausvogteiplatz – Stadtmitte – Mohrenstraße – Potsdamer Platz – Mendelssohn-Bartholdy-Park – Gleisdreieck – Bülowstraße – Nollendorfplatz – Wittenbergplatz – Zoologischer Garten – Ernst-Reuter-Platz – Deutsche Oper – Bismarckstraße – Sophie-Charlotte-Platz – Kaiserdamm – Theodor-Heuss-Platz – Neu-Westend – Olympia-Stadion – Ruhleben

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: U-Bahnhof Ruhleben – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. 80 Jahre Interessengemeinschaft der Eigenheimsiedlung Ruhleben e. V. Eine Chronik der Jahre 1922–2002. Selbstverlag, S. 29 (mit Foto).
  2. Aufzüge und Rampen für behinderte Fahrgäste. In: Berliner Zeitung, 24. Mai 1996
  3.  Kurzmeldungen: U-Bahn. In: Berliner Verkehrsblätter. Nr. 7, 2010, S. 136.
  4.  Kurzmeldungen: U-Bahn. In: Berliner Verkehrsblätter. Nr. 9, 2011, S. 176.

52.52555555555613.241388888889Koordinaten: 52° 31′ 32″ N, 13° 14′ 29″ O