Stammstrecke 1 (U-Bahn München)

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Verlauf der ersten Stammstrecke

Die Stammstrecke 1 der Münchner U-Bahn ist die erste von insgesamt drei realisierten Stammstrecken im U-Bahn-Netz der bayerischen Landeshauptstadt München. Sie verläuft überwiegend in Nord-Süd-Richtung und wird derzeit von den beiden U-Bahn-Linien U3 und U6 befahren. Außerdem verkehrt auf dem Abschnitt Olympiazentrum–Scheidplatz seit dem 15. Dezember 2013 samstags die Verstärkerlinie U8. Zwischen den U-Bahnhöfen Münchner Freiheit und dem Implerstraße verlaufen die Linien U3 und U6 auf einem gemeinsamen Streckenweg, davor bzw. dahinter verzweigen sie sich und die beiden Stränge werden dann nur noch von jeweils einer Linie bedient. Die Stammstrecke 1 hat eine Gesamtlänge von 41 Kilometern und führt an 42 U-Bahnhöfen vorbei. Sie verläuft nicht ausschließlich auf Münchner Stadtgebiet, sondern für eine Streckenlänge von etwa acht Kilometern im nördlich gelegenen Garching. Ein großer Teil des nördlichen Abschnittes der U6 verläuft oberirdisch, der übrige Teil vollständig im Tunnel.

Am 19. Oktober 1971 wurde mit der Linie U6 der Betrieb auf der ersten Stammstrecke aufgenommen. In den folgenden Jahren wurden in unregelmäßigen Abständen zwölf Erweiterungen bzw. Ausbauten in Betrieb genommen. Zuletzt wurde der Streckenabschnitt zwischen den U-Bahnhöfen Olympia-Einkaufszentrum und Moosach im Jahr 2010 eröffnet. Für die Zukunft ist eine Verlängerung von Großhadern nach Martinsried geplant, ein Baubeginn für diese Erweiterung ist jedoch noch nicht festgelegt worden.

Geschichte[Bearbeiten]

Die U6 befährt die älteste Münchner U-Bahnstrecke. Der Lindwurmtunnel (Abschnitt zwischen Sendlinger Tor und einschließlich Bahnhof Goetheplatz) wurde bereits 1938–41 als Teil einer Nord-Süd-S-Bahn-Strecke erbaut, die im Wesentlichen dem heutigen Verlauf der U6 ähnelt. Der Bahnhof Goetheplatz ist aus diesem Grund einige Meter länger als die üblichen 120 Meter Bahnsteiglänge, da er für andere Züge konzipiert wurde. Dieser Tunnel wurde beim Bau der U6 ab 1. Februar 1965 in die Linienführung integriert. Ab 19. Oktober 1971 fuhren die ersten Züge zwischen Kieferngarten und Goetheplatz.

Der Bau der Linie U3 wurde drastisch beschleunigt, als München Mitte der 1960er Jahre den Zuschlag für die Olympischen Sommerspiele 1972 bekam. 1966 wurde der erst ein Jahr zuvor verabschiedete Liniennetzplan revidiert und die U3 als Zubringer zum Olympiagelände festgelegt, da die ursprünglich geplante Streckenführung über den Hauptbahnhof in der Kürze der Zeit nicht realisiert werden konnte. Außerdem hielt man für den Betrieb die direkte Anbindung an die in Fröttmaning gelegene Technische Basis für erforderlich. Die Stationen, die nicht bereits im Zuge der Eröffnung der U6 in Betrieb genommen wurden (Bonner Platz bis Olympiazentrum), wurden am 8. Mai 1972 eröffnet.

Am 22. November 1975 wurde die Haltestellen Implerstraße und Harras eröffnet. Bereits damals wurde der Bahnhof Implerstraße als Verzweigungsbahnhof gebaut, obwohl der Südast der U3 erst 14 Jahre später in Betrieb ging. Die U3 endete damals am Harras, wo es nun eine zweite Umsteigemöglichkeit zur S-Bahn gab. Die zwischen Goetheplatz und Implerstraße gelegene Station Poccistraße wurde erst nachträglich gebaut und am 28. Mai 1975 eröffnet. Der Abschnitt über Partnachplatz und Westpark bis Holzapfelkreuth wurde zur Internationalen Gartenbauausstellung (IGA) am 16. April 1983 als Blumenlinie eröffnet. Die Gestaltung der drei Bahnhöfe, die demselben Grundmuster folgt, wurde mit dem Internationalen Designpreis 1983/84 ausgezeichnet.

Der südliche Ast der Trasse wurde erst in den 1980er Jahren vorangetrieben. Ab dem 28. Oktober 1989 konnte man vom U-Bahnhof Implerstrasse zur damaligen Endhaltestelle Forstenrieder Allee fahren. Dadurch wurde der Abschnitt zwischen Implerstraße und Holzapfelkreuth nicht mehr von der U3 bedient. Am 1. Juni 1991 wurde der heutige Endbahnhof Fürstenried West erreicht. Die bisherige Tramlinie 16 (Harras - Ratzingerplatz - Fürstenried) hatte ausgedient und wurde in Etappen abgebaut.

Weitere Streckenverlängerungen im Süden zum Klinikum Großhadern (am 22. Mai 1993) und im Norden nach Fröttmaning (am 30. Juni 1994) und weiter nach Garching-Hochbrück (am 28. Oktober 1995) folgten.

Für den Anschluss der Allianz Arena wurde der Bahnhof Fröttmaning zwischen 10. Oktober 2002 und 4. Mai 2005 umgebaut. Der Bahnhof wurde um etwa eine halbe Bahnsteiglänge nach Norden verschoben, der bestehende Bahnsteig abgerissen, ein zweiter Bahnsteig gebaut und nördlich des nun viergleisigen Bahnhofes eine neue Abstellanlage errichtet. Der jetzige Bahnhof ist komplett überdacht und verfügt jetzt auch am Nordende über einen Zugang, der sich direkt an die Esplanade der Allianz Arena anschließt.

Freimann war lange Zeit der letzte U-Bahnhof, der nicht barrierefrei erreichbar war. Seit August 2006 wurden drei Fahrstühle nachgerüstet, so dass seit Juni 2009 auch dieser Bahnhof für mobilitätseingeschränkte Personen mühelos erreichbar ist.

Die auf Garchinger Gebiet verlaufende Strecke Garching-Forschungszentrum, über Garching und Garching-Hochbrück bis kurz vor dem Bahnhof Fröttmaning wurde von der Stadt Garching mit Finanzhilfen des Freistaats Bayern und des Landkreises München gebaut und am 14. Oktober 2006 eröffnet. Mit dem Betrieb ist die MVG beauftragt, die dafür Gleisanlagen, Bahnhöfe und zwei Langzüge von Garching pachtet.

Bis 2007 endete die Linie U3 im Norden der Stadt am Bahnhof Olympiazentrum. Ende Oktober 2007 wurden die beiden Stationen Oberwiesenfeld und Olympia-Einkaufszentrum eröffnet. Im Dezember 2010 erfolgte die Verlängerung über den Moosacher St.-Martins-Platz nach Moosach mit Anbindung an die S1.

Verlauf[Bearbeiten]

Nord (U3)[Bearbeiten]

Linie U3 Nord
Münchner U-Bahn
BSicon utKBHFa.svg Moosach (MO) S1 Straßenbahnlinie 20 Bus
BSicon utBHF.svg Moosacher St.-Martins-Platz (MM)
BSicon utBHF.svg Olympia-Einkaufszentrum (OK) U1 Bus
BSicon utBHF.svg Oberwiesenfeld (ON) Bus
BSicon utBHF.svg Olympiazentrum (OZ) Bus
BSicon utBHF.svg Petuelring (PR) Straßenbahnlinie 27 Bus
BSicon utBHF.svg Scheidplatz (SP) U2 Straßenbahnlinie 12 Straßenbahnlinie 28 Bus
BSicon utBHF.svg Bonner Platz (BP)
BSicon utABZrg.svg U6 Nord
BSicon utBHF.svg Münchner Freiheit (MU) U6 Straßenbahnlinie 23 Bus
BSicon utSTR.svg U3/U6 Zentrum
Olympiazentrum
Münchner Freiheit

Im Norden beginnt die U3 seit Dezember 2010 am Bahnhof Moosach. Über den Moosacher St.-Martins-Platz führt die Strecke zum Bahnhof Olympia-Einkaufszentrum, wo die U1 beginnt. Über den Bahnhof Oberwiesenfeld, der den nördlichen Teil des Olympiaparks erschließt, wird der viergleisige Bahnhof Olympiazentrum erreicht, wo die U3 von 1972 bis 2007 ihren nördlichen Endpunkt hatte.

Schon für den jetzigen Bahnhof Olympiazentrum war zeitweise der Name Oberwiesenfeld vorgesehen, weswegen in den Linienbändern jeweils einmal Olympiazentrum (Oberwiesenfeld) zu lesen ist. Um den ursprünglichen Namen des Stadtteils im Stadtbild zu bewahren, wurde der Arbeitstitel Olympiapark Nord verworfen.

Über den Bahnhof Petuelring wird der Scheidplatz erreicht, wo man am selben Bahnsteig gegenüber zeitgleich zur U2 Anschluss findet. Über Bonner Platz wird schließlich der Bahnhof Münchner Freiheit erreicht, wo die Strecke in die gemeinsame U3/U6-Stammstrecke einmündet.

Die vier Bahnhöfe Olympiazentrum, Petuelring, Scheidplatz und Bonner Platz sind alle in Sichtbeton mit Reliefs an den Wänden gestaltet, die Leitfarbe orange für die U3 spiegelt sich im Linienband und der sonstigen Bahnhofsarchitektur wider. Sie weichen in Form und Gestaltung bereits recht stark von der Grundform der nur kurz zuvor geplanten und ausgeführten Bahnhöfe der U6 ab – die Olympiaentscheidung und das damit verbundene Renommee rechtfertigten ein eigenständiges Erscheinungsbild der Bahnhöfe.

Nord (U6)[Bearbeiten]

Linie U6 Nord
Münchner U-Bahn
BSicon utKBHFa.svg Garching-Forschungszentrum (GF) Bus
BSicon utSTRe.svg
BSicon utSTRa.svg
BSicon utBHF.svg Garching (GR) Bus
BSicon utSTRe.svg
BSicon uBHF.svg Garching-Hochbrück (GK) Bus
BSicon uSBRÜCKE.svg Autobahnring München
BSicon uBHF.svg Fröttmaning (FT)
BSicon uABZrg.svg Technische Basis
BSicon uBHF.svg Kieferngarten (KG) Bus
BSicon uBRÜCKE.svg Heidemannbrücke
BSicon uBHF.svg Freimann (FR)
BSicon uABZrf.svg Münchner Nordring
BSicon uSBRÜCKE.svg A9
BSicon uSBRÜCKE.svg Frankfurter Ring
BSicon uBHF.svg Studentenstadt (ST) Bus
BSicon utSTRa.svg
BSicon utBHF.svg Alte Heide (AH) Bus
BSicon utBHF.svg Nordfriedhof (NF)
BSicon utBHF.svg Dietlindenstraße (DL) Bus
BSicon utABZlg.svg U3 Nord
BSicon utBHF.svg Münchner Freiheit (MU) U3 Straßenbahnlinie 23 Bus
BSicon utSTR.svg U3/U6 Zentrum
Fröttmaning
Münchner Freiheit

Die U6 beginnt im Norden unterirdisch in Garching-Forschungszentrum, der Abschnitt über Garching bis Garching-Hochbrück wurde am 14. Oktober 2006 eröffnet. Der in einfacher Tieflage gelegene Bahnhof am Forschungszentrum erschließt die dort angrenzenden Forschungsinstitute erstmals per Schiene, kurz danach kommt die U6 für etwa 500 Meter an die Oberfläche. Nach diesem kurzen oberirdischen Streckenabschnitt wird der 17 Meter tief gelegene Tunnelbahnhof Garching unter dem Garchinger Maibaumplatz erreicht. Anschließend kommt die Strecke erst kurz vor Garching-Hochbrück wieder ans Tageslicht.

Der Abschnitt zwischen Garching-Hochbrück und der nächsten, für die Allianz Arena umgebauten Station Fröttmaning ist mit etwa 4,1 km der längste zwischen zwei Stationen im Münchner Netz. Dieses Teilstück unterquert zudem den Autobahnring München.

In Fröttmaning befindet sich außerdem die Technische Basis mit der Hauptwerkstätte der Münchner U-Bahn. Ab dem Bahnhof Kieferngarten, der wegen des Anschlusses zur Technischen Basis und der damit verbundenen Ein- und Ausrückfahrten viergleisig ausgeführt ist, führt sie über die 450 Meter lange Heidemannbrücke zum Bahnhof Freimann, der direkt neben der A9 liegt. Diese wird hinter der Haltestelle ebenso wie der Frankfurter Ring und der Münchner Nordring, zudem an dieser Stelle auch ein Gleisanschluss besteht, unterquert. Der nächste Bahnhof Studentenstadt liegt neben der Ungererstraße, deren Verlauf die Strecke nun folgt.

Nach Studentenstadt verschwindet die U6 für den Rest ihres Verlaufs im Untergrund. Die drei folgenden von Paolo Nestler gestalteten Bahnhöfe Alte Heide, Nordfriedhof (neben Garching-Hochbrück der einzige Bahnhof mit Seitenbahnsteigen auf der U6) und Dietlindenstraße liegen allesamt unter der Ungererstraße. Der Bahnhof Nordfriedhof liegt zudem unter dem Mittleren Ring. Anschließend mündet die Strecke in der Station Münchner Freiheit in die gemeinsame U3/U6-Stammstrecke ein.

Zentrum (U3 und U6)[Bearbeiten]

Linie U3 und U6 Zentrum
Münchner U-Bahn
BSicon utSTR.svg U6 Nord
BSicon utABZlg.svg U3 Nord
BSicon utBHF.svg Münchner Freiheit (MU) Straßenbahnlinie 23 Bus
BSicon utBHF.svg Giselastraße (GI) Bus
BSicon utBHF.svg Universität (UN) Bus
BSicon utBHF.svg Odeonsplatz (OD) U4 U5 Bus
BSicon utBHF.svg Marienplatz (MP) S-Bahn Bus
BSicon utBHF.svg Sendlinger Tor (SE) U1 U2 Straßenbahn Bus
BSicon utBHF.svg Goetheplatz (GO) Bus
BSicon utBHF.svg Poccistraße (PC) Bus
BSicon utABZlg.svg Betriebsanlage Theresienwiese
BSicon utBHF.svg Implerstraße (IP) Bus
BSicon utABZrf.svg U6 Süd
BSicon utSTR.svg U3 Süd
Bauarbeiten für einen Entlastungstunnel am Marienplatz
Parallelbahnsteig am Marienplatz; zwischen den schwarzen Säulen Durchgänge zum eigentlichen Bahnsteig

Nach Giselastraße und Universität kreuzt die U3 am Odeonsplatz die Linien U4 und U5. Da deren Strecke erst später geplant wurde, musste der Südkopf des Bahnhofs aufwändig umgebaut werden. Vom tiefer gelegenen neuen Bahnsteig wurden Aufgänge sowohl direkt zum Sperrengeschoss als auch zum existierenden Bahnsteig gebaut. Dieser Verbindungsgang ist ein gravierender Engpass in dieser stark frequentierten Doppelstation.

Am von Alexander von Branca entworfenen Bahnhof Marienplatz werden die S-Bahn-Linien S1–S8 gekreuzt, hier kommt es vor allem im Berufs- und im Stadionverkehr häufig zu Überlastungen. Der Bahnhof ist der am stärksten frequentierte im gesamten U-Bahn-Netz. Deshalb – und im Hinblick auf die Fußball-Weltmeisterschaft 2006 – entschied der Stadtrat, dass „unter seinen Füßen“, nämlich unter dem Rathaus, zwei zusätzliche Fußgängertunnel das Gedränge entzerren sollten. Die Erweiterung wurde am 29. Mai 2006 eingeweiht.

Sendlinger Tor

Am Sendlinger Tor werden die Linien U1 und U2 gekreuzt. Über den bereits 35 Jahre zuvor errichteten Lindwurmtunnel wird der ebenfalls im Rohbau vor 1941 gebaute Bahnhof Goetheplatz erreicht. In diesem Tunnelabschnitt sind die Wandausbuchtungen für die ursprünglich vorgesehenen Oberleitungsmasten ebenso wie die Kennzeichnungen an den Wänden als Luftschutzraum im Zweiten Weltkrieg noch erkennbar. Der folgende Bahnhof Poccistraße (nahe dem ehemaligen Nahverkehrsbahnhof München Süd) wurde nachträglich zwischen den bereits in Betrieb befindlichen Tunneln eingebaut und am 28. Mai 1978, also knapp drei Jahre nach dem Rest der Strecke, eröffnet. Am Bahnhof Implerstraße trennen sich die Linienwege von U3 und U6 wieder, hier besteht außerdem in Gegenrichtung ein eingleisiger Abzweig zur Betriebsanlage Theresienwiese, über die die Strecke der U4/U5 erreicht wird.

Süd (U3)[Bearbeiten]

Linie U3 Süd
Münchner U-Bahn
BSicon utSTR.svg U3/U6 Zentrum
BSicon utBHF.svg Implerstraße (IP) U6 Bus
BSicon utABZrf.svg U6 Süd
BSicon utBHF.svg Brudermühlstraße (BL) Bus
BSicon utBHF.svg Thalkirchen (TK) Bus
BSicon utBHF.svg Obersendling (OS) S7 (Siemenswerke); Bus
BSicon utBHF.svg Aidenbachstraße (AB) Bus
BSicon utBHF.svg Machtlfinger Straße (MR) Bus
BSicon utBHF.svg Forstenrieder Allee (FO) Bus
BSicon utBHF.svg Basler Straße (BA)
BSicon utKBHFe.svg Fürstenried West (FW) Bus
Machtlfinger Straße
Forstenrieder Allee

Vom dreigleisigen Verzweigungsbahnhof Implerstraße aus führt die U3 fast genau Richtung Süden. Der nächste Bahnhof Brudermühlstraße wurde zusammen mit dem darüberliegenden Brudermühltunnel des Mittleren Rings gebaut, weswegen er vergleichsweise tief im Grundwasser liegt. Ein alter Mühlstein im Sperrengeschoss erinnert an die Tradition der Straße. Im Bahnhof Thalkirchen (Tierpark) verweisen Tiermotive an den von Ricarda Dietz gestalteten Hintergleiswänden auf den nahegelegenen Tierpark Hellabrunn. Auf der Südseite führt eine Rampe vom U-Bahnhof ins Zwischengeschoss und weiter Richtung Isar und Zoo.

Das Isarhochufer erklimmend, erreicht die U3 nach knapp 30 Höhenmetern den säulenlosen Bahnhof Obersendling, ein Verknüpfungspunkt zum S-Bahnhof Siemenswerke. Obersendling war der erste Bahnhof, in dem die Planer des U-Bahn-Referats die Bohrpfahlwände als Gestaltungselemente offen stehen ließen, nur in rotbraun gestrichen. Der folgende Bahnhof Aidenbachstraße zeichnet sich durch zwölf gebrochene Spiegelflächen aus, die entsprechend den Mittelpfeilern angeordnet sind. Ähnlich wie in Obersendling wurden die Bohrpfahlwände an dem nun folgenden Bahnhof Machtlfinger Straße bordeauxrot gestrichen und mit Kunstobjekten von Rupprecht Geiger versehen. Als Besonderheit hat der nicht sehr tief gelegene Bahnhof zwei große Oberlichter.

Der nächste Bahnhof Forstenrieder Allee ist ähnlich wie der an der Aidenbachstraße gestaltet, jedoch zeigt er Bilder des Künstlers Helmut Pfeuffer. An der Basler Straße hat sich in Form eines roten Teufels der Karikaturist Ernst Hürlimann verewigt, der damit auf Figuren der Basler Fasnacht anspielen will. Der Aufzugsschacht lässt auch hier viel Tageslicht auf den Bahnsteig einfließen. Am Endbahnhof Fürstenried West kam erstmals ein neuartiges Lichtkonzept zur Anwendung, das zwei Drittel des Lichts indirekt über große Reflektoren auf den Bahnsteig verteilt.

Süd (U6)[Bearbeiten]

Linie U6 Süd
Münchner U-Bahn
BSicon utSTR.svg U3/U6 Zentrum
BSicon utBHF.svg Implerstraße (IP) U3 Bus
BSicon utABZlf.svg U3 Süd
BSicon utBHF.svg Harras (HS) S7 Bus
BSicon utBHF.svg Partnachplatz (PA) Bus
BSicon utBHF.svg Westpark (WP) Bus
BSicon utBHF.svg Holzapfelkreuth (HK) Bus
BSicon utBHF.svg Haderner Stern (HD) Bus
BSicon utBHF.svg Großhadern (GH) Bus
BSicon utKBHFe.svg Klinikum Großhadern (KL) Bus
Großhadern

Hinter dem U-Bahnhof Implerstraße zweigt die Trasse der U6 in einer Rechtskurve nach Westen ab. Vor dem Bahnhof zweigt die einzige Betriebsstrecke der Münchner U-Bahn in die dreigleisige Betriebsanlage Theresienwiese ab und weiter zum U-Bahnhof Schwanthalerhöhe der U4/U5 ab.

Am Harras besteht Anschluss zur S-Bahnlinie S7 sowie zu den Zügen der Bayerischen Oberlandbahn (BOB). Manche Fahrten der U6 enden hier. Die folgenden Haltestellen Partnachplatz, Westpark und Holzapfelkreuth entstanden im Rahmen der IGA. Charakteristisch für diese drei Stationen sind die Farbverläufe an den Wänden.

Im weiteren Verlauf wird über Haderner Stern und Großhadern der Endbahnhof am Klinikum Großhadern erreicht, dessen Zugang an der Oberfläche in Form zweier Glaspyramiden weithin sichtbar ist. Die letzten drei Bahnhöfe sind die am aufwändigsten gestalteten der U6. Wand, Boden, Decke sowie das Lichtkonzept sind hier genau aufeinander abgestimmt und künstlerisch verarbeitet.

Betrieb[Bearbeiten]

U3[Bearbeiten]

Die Linie U3 der Münchner U-Bahn hat 25 Stationen und ist mehr als 20 km lang. Sie verläuft vom Bahnhof Moosach nach Osten zur Münchner Freiheit, von dort Richtung Süden nach Thalkirchen, biegt dort nach Westen ab und endet in Fürstenried West.

U6[Bearbeiten]

Die Linie U6 der Münchner U-Bahn hat 26 Stationen und ist mit 27,4 km die längste Münchner U-Bahnlinie. Sie verläuft in Nord-Süd-West-Richtung von Garching-Forschungszentrum über Fröttmaning, Münchner Freiheit, Odeonsplatz, Marienplatz, Sendlinger Tor, Implerstraße und Harras bis zum Klinikum Großhadern.

Die U6 verkehrt als einzige Linie wochentags außerhalb der Hauptverkehrszeiten, sowie samstags tagsüber in einem dichteren Takt zwischen Münchner Freiheit und Harras (alle 3/7 Minuten), um auf dem gemeinsamen Abschnitt mit der U3 eine Taktverdichtung auf 3/3/4 Minuten angesichts der hohen Fahrgastzahlen zu ermöglichen.

U8[Bearbeiten]

Seit dem 15. Dezember 2013 verkehrt die Verstärkerlinie U8 samstags von Olympiazentrum über den Hauptbahnhof nach Sendlinger Tor. Von Olympiazentrum bis Scheidplatz fährt sie parallel zur U3 und biegt am Scheidplatz auf die Stammstrecke 2 ab. Damit erhalten die bereits seit einiger Zeit samstags durchgeführten Fahrten zwischen Olympiazentrum und Sendlinger Tor eine eigene Liniennummer. Die Linie fährt auf einer Teilstrecke der bereits von 1980 bis 1988 von Olympiazentrum über Sendlinger Tor nach Neuperlach Süd verkehrenden U8 (heute U2).

Planung[Bearbeiten]

U3 (Nord): Untermenzing[Bearbeiten]

Eine Verlängerung der U3 im Norden über Moosach hinaus zum 2005 eröffneten S-Bahnhof Untermenzing ist im Verkehrsentwicklungsplan 2006 der Stadt München als "Korridor für Netzergänzung" gekennzeichnet[1]. Langfristig könnte auch eine Verlängerung zum Bahnhof München-Pasing realisiert werden.

U6 (Nord): Landkreis Freising[Bearbeiten]

Da das Nordende der U6, der Bahnhof Garching-Forschungszentrum, bereits direkt an der Grenze zum Landkreis Freising liegt, wird eine Verlängerung nach Norden zu den S-Bahn-Haltestellen Neufahrn, Eching oder gar Flughafen gefordert (siehe Regionalplan München 2004). In einer von der MVG selbst in Auftrag gegebenen Machbarkeitsstudie wurde eine Verlängerung der U6 zum Neufahrner S-Bahnhof untersucht. Während die Studie den Erwartungen entsprechend aufzeigte, dass diese Planungen keinen Ersatz für eine Schnellbahn- bzw. Express-S-Bahn-Verbindung zwischen dem Münchner Hauptbahnhof und dem Flughafen darstellt, kam sie doch zu dem Ergebnis, dass die Vernetzung von U6 und S1 viele Vorteile bringen würde. So wurde neben den Fahrzeitgewinnen zum Flughafen ab der U6-Haltestelle Universität vor allem die Erreichbarkeit der Allianz-Arena vom Flughafen und von Nord- und Ostbayern aus und die Verbindung der Standorte Garching und Freising-Weihenstephan der TU München hervorgehoben.[2]

U3 (Süd): Neuried[Bearbeiten]

Der südwestliche Endbahnhof der U3, Fürstenried West, liegt bereits unmittelbar an der Stadtgrenze, eine weitere Verlängerung nach Neuried ist daher denkbar.

U6 (Süd): Martinsried[Bearbeiten]

Die Verlängerung der U6 im Süden nach Martinsried wurde am 20. Juli 2009 vom Kreistag München beschlossen. Die 67 Millionen Euro teure, etwa 900 Meter lange Strecke sollte ursprünglich 2014/2015 in Betrieb gehen.[3] Angesichts der Ende 2011 immer noch nicht abgeschlossenen Verhandlungen über die Finanzierung ist dieser Termin jedoch nicht zu halten. Eine Fertigstellung ist nicht vor 2017 zu erwarten.[4]

Bestandssanierungen[Bearbeiten]

Da die 40 Jahre alte Heidemannbrücke zwischen den Bahnhöfen Freimann und Kieferngarten (Nordast der U6) von Grund auf saniert werden musste, war die Strecke zwischen den Bahnhöfen Studentenstadt und Kieferngarten 2013 für 3 Monate unterbrochen.[5] In dieser Zeit wurde die Westseite der Brücke (Fahrtrichtung Stadtmitte) erneuert. 2014 kommt es zu einer erneuten Streckenunterbrechung, um den Ostteil (Fahrtrichtung Fröttmaning) zu sanieren.

Trivia[Bearbeiten]

Die Liniennummer stammt von der Straßenbahnlinie 6, die vor der Eröffnung der U6 mit einem Laufweg von Freimann über Nordfriedhof, Odeonsplatz, Stachus, Sendlinger-Tor-Platz, Harras zum Lorettoplatz ein der heutigen U6 ähnliches Einzugsgebiet bediente.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  •  Friedhelm Blennemann: U-Bahnen und Stadtbahnen in Deutschland. Planung, Bau, Betrieb. alba, Düsseldorf 1975, ISBN 3-87094-304-1.
  •  Christoph Hackelsberger, Stefan Müller-Naumann: U-Bahn-Architektur in München. Prestel Verlag, München 1997, ISBN 3-7913-1827-6.
  •  Fritz D. Kegel: U-Bahnen in Deutschland. Planung, Bau, Betrieb. alba, Düsseldorf 1971.
  •  Holger Junghardt, Wolfgang Pischek: Die Münchner U-Bahn. Unterirdisch durch die bayerische Landeshauptstadt. 2. Auflage. München 2002, ISBN 3-7654-7194-1.
  •  Florian Schütz: Münchner U-Bahn Album. Alle Münchner U-Bahnhöfe in Farbe. Robert Schwandl Verlag, Berlin 2008, ISBN 978-3-936573-19-0.
  •  Peter Schricker: Münchner Schienennahverkehr. Tram, S-Bahn, U-Bahn, O-Bus. GeraMond, München 2005, ISBN 3-7654-7137-2.
  •  U-Bahn-Referat der Landeshauptstadt München (Hrsg.): 25 Jahre U-Bahnbau in München. München 1990.
  •  U-Bahn-Referat der Landeshauptstadt München (Hrsg.): Die U6-West. Vom Harras zum Klinikum Großhadern. Festschrift zur Eröffnung der letzten Teilstrecke am 22. Mai 1993. München 1993.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Stammstrecke 1 (U-Bahn München) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Verkehrsentwicklungsplan. Landeshauptstadt München Referat für Stadtplanung und Bauordnung. 2006. Abgerufen am 7. Mai 2010.
  2. Machbarkeitsstudie U6-Verlängerung nach Neufahrn (zur MVG-Pressemitteilung vom 21. Mai 2008).
  3. sueddeutsche.de: „U-Bahn wird bis Martinsried verlängert“
  4. Münchner Merkur: U-Bahn: Staatskanzlei soll Verhandlungen retten, 9. November 2011
  5. MVG Pressemeldung 6. Juli 2012 (PDF; 51 kB)