U-Bahnlinie 3 (Wien)

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Zug der Linie U3 in der Endstation Ottakring

Die U-Bahnlinie U3 gehört zum Netz der Wiener U-Bahn und fährt bei einer derzeitigen Streckenlänge von rund 13,5 Kilometern 21 Stationen an. Sie verläuft in West-Ost-Richtung von der Station Ottakring über das Zentrum Wiens zur Station Simmering. Die durchschnittliche Reisezeit zwischen den beiden Endbahnhöfen beträgt 25 Minuten.

Die U3 ist die jüngste und gleichzeitig am meisten frequentierte U-Bahn-Linie Wiens, wobei die Strecke zwischen Westbahnhof und Landstraße am stärksten ausgelastet ist. Sie verläuft mit Ausnahme der Stationen Ottakring und Erdberg vollständig im Untergrund. Der erste Spatenstich zum Bau der U3 fand im Jahr 1983 statt, das erste Teilstück wurde 1991, das letzte im Dezember 2000 eröffnet. Diese U-Bahnlinie gilt als vollendet, Ausbauten und Verlängerungen sind derzeit nicht vorgesehen, ihre Signalfarbe ist Orange.

Verlauf[Bearbeiten]

Ottakring ↔ Simmering
Streckenlänge: 13,402 km
Spurweite: 1435 mm (Normalspur)
Stromsystem: 750V =
BSicon uhKBHFa.svg 0,000 Ottakring S-Bahn Wien
BSicon uBS2+l.svgBSicon uBS2+r.svg
BSicon uDST.svgBSicon uSTR.svg
Betriebsbahnhof Ottakring
BSicon uBS2l.svgBSicon uBS2r.svg
BSicon uTUNNELa.svg
BSicon utHST.svg 0,735 Kendlerstraße
BSicon utHST.svg 1,299 Hütteldorfer Straße
BSicon utHST.svg 2,024 Johnstraße
BSicon utHST.svg 2,611 Schweglerstraße
BSicon utHST.svg 3,492 Westbahnhof S-Bahn Wien, U6
BSicon utHST.svg 4,100 Zieglergasse
BSicon utHST.svg 4,619 Neubaugasse
BSicon utHST.svg 5,508 Volkstheater U2
BSicon utHST.svg 6,145 Herrengasse
BSicon utHST.svg 6,676 Stephansplatz U1
BSicon utHST.svg 7,259 Stubentor
BSicon utABZrg.svg Betriebsgleis 7: U4-Schwedenplatz
BSicon utWSTR.svg Wienfluss
BSicon utHST.svg 7,762 Landstraße S-Bahn Wien, CAT, U4
BSicon utHST.svg 8,404 Rochusgasse
BSicon utHST.svg 9,159 Kardinal-Nagl-Platz
BSicon utHST.svg 9,770 Schlachthausgasse
BSicon uTUNNELe.svg
   
10,434 Erdberg Eingehaust
BSicon uBS2+l.svgBSicon uBS2+r.svg
BSicon uSTR.svgBSicon uKDSTe.svg
Betriebsbahnhof Erdberg
BSicon uBS2l.svgBSicon uBS2c3.svg
BSicon uTUNNELa.svg
BSicon utHST.svg 11,316 Gasometer
BSicon utHST.svg 11,972 Zippererstraße
BSicon utHST.svg 12,698 Enkplatz
BSicon uKBHFe.svg 13,402 Simmering S-Bahn Wien
Oberirdische Station Erdberg
Station Johnstraße
Eingang von der Mariahilfer Straße in die Station Zieglergasse
Die im Jahr 2000 eröffnete Station bei den Wiener Gasometern

Von Ottakring zum Westbahnhof[Bearbeiten]

Die U3 beginnt in Hochlage am Bahnhof Ottakring und fährt parallel zu den Gleisanlagen der ÖBB in Richtung Süden. Kurz vor der Station Kendlerstraße endet der oberirdische Teil der U3 im 16. Bezirk. Nachdem die Trasse die Grenze zum 14. Bezirk bei der Steinbruchgasse unterfahren hat, beginnt ein leichter Linksschwenk, gefolgt von der Station Hütteldorfer Straße. Nach der Station folgt eine weitere leichte Linkskurve; die U3 fährt ab Höhe Beckmanngasse, die gleichzeitig die Bezirksgrenze zum 15. Bezirk darstellt, direkt unter der Meiselstraße Richtung Osten. Es folgt die Station Johnstraße. In einer leichten S-Kurve liegt die Station Schweglerstraße. Nach dem Westbahnhof, bei dem die Linie U6 gekreuzt wird und der Ausgangspunkt zahlreicher nationaler und internationaler Bahnstrecken ist, unterquert die U3 den Gürtel und damit die Grenze vom 15. Bezirk zum 6. und 7. Bezirk.

Vom Westbahnhof bis Landstraße[Bearbeiten]

Nun unterfährt die Linie die Mariahilfer Straße an der Grenze zwischen Mariahilf und Neubau. Hier folgen die Stationen Zieglergasse und Neubaugasse, deren Bahnsteige in zwei Stockwerken untereinander liegen. Nach der Kirchengasse im 7. Bezirk nimmt die Trasse eine leichte Linkskurve und verläuft nun weiter nach Norden bis zur Station Volkstheater zwischen dem Ring und der Zweierlinie. Hier wird die U2 gekreuzt. Nach dieser Station, die bereits zu einem Großteil im 1. Bezirk liegt, unterfährt die U-Bahn in einer Rechtskurve den Volksgarten. Die nächste Haltestelle ist die Station Herrengasse. Nach dieser Station schwenkt die U3 wieder nach rechts und unterfährt dann den Graben, der am Stephansplatz endet. Hier befindet sich die gleichnamige Station im Zentrum Wiens, an der die Linie U1 gekreuzt wird. Die Strecke setzt sich unter dem 1. Bezirk fort; die letzte Station der U3 in der Inneren Stadt ist die Station Stubentor am Stubenring. Nach dieser unterfährt die U3 den Stadtpark und unterquert im Bereich der Stubenbrücke den Wienfluss, der die Grenze zwischen dem 1. und dem 3. Bezirk bildet. Es folgt mit dem kürzesten Stationabstand zwischen zwei Stationen der U3 die Station Landstraße mit 503 Meter Entfernung zum Stubentor.[1] Die U3-Station liegt niedriger als jene der Linie U4, zu der man hier umsteigen kann. Diese Station wird auch von der S-Bahn befahren.

Von Landstraße nach Simmering[Bearbeiten]

Die Strecke setzt sich unter der Landstraßer Hauptstraße fort. Nach der Station Rochusgasse verläuft die Trasse geradeaus weiter unter der Hainburger Straße. An dieser befinden sich die Station Kardinal-Nagl-Platz und die Station Schlachthausgasse. Nach einer erneuten leichten S-Kurve unterfährt die U3 den Thomas-Klestil-Platz, benannt nach dem ehemaligen Bundespräsidenten Thomas Klestil, und tritt dann bei der früheren Endstation Erdberg zum ersten Mal seit Beginn des Tunnels im 16. Bezirk wieder ans Tageslicht. Die Linie fährt parallel zur Erdbergstraße weiter, die Trasse führt am Betriebsbahnhof Erdberg vorbei, senkt sich wieder in den Tunnel ab, und nimmt anschließend eine Rechtskurve, an deren Ende die Station Gasometer liegt, die sich bereits im 11. Bezirk befindet. Es folgt die Station Zippererstraße mit einer anschließenden Linkskurve. Die Simmeringer Hauptstraße wird unterquert. Die vorletzte Station befindet sich am Enkplatz. Ab hier verläuft die Strecke der U3 parallel zur Simmeringer Hauptstraße leicht versetzt weiter, bis die Endstation Simmering erreicht wird.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Linie U3 ist eine reine Neubaustrecke. Planungen für diese Linie gab es schon seit den 1960er-Jahren. Im Zuge des Baues der U1-Station Stephansplatz wurden die Bahnsteige der U3 bereits im Rohbau mitgebaut. Erst in den 1980er Jahren wurde mit dem Bau der U3 begonnen. Der erste Abschnitt dieser Linie von Erdberg bis Volkstheater wurde am 6. April 1991 eröffnet. Die U3 ist damit die jüngste Linie im Wiener U-Bahn-Netz. 1993 wurde die Linie bis zum Westbahnhof verlängert und gleichzeitig die beiden durch die innere Mariahilfer Straße bis zum Burgring verkehrenden Straßenbahnlinien 52 und 58 bis zum Westbahnhof verkürzt. Heute wird diese Entscheidung kritisch gesehen, da die U3 gerade in diesem Abschnitt ihre stärkste Auslastung verzeichnet. 1994 wurde das nächste Teilstück der U3 zwischen Westbahnhof und Johnstraße eröffnet. Erst 4 Jahre später folgte der Abschnitt von der Johnstraße zum Bahnhof Ottakring, womit die U3 ihre westliche Endstelle erreicht hatte.

Im Jahre 2000, rechtzeitig zur Jahrtausendwende, wurde die U3 auch im Osten zu ihrer heutigen Endstelle Simmering verlängert. Derzeit sind keine weiteren Verlängerungen in Planung, es gibt jedoch Forderungen seitens diverser Bezirkspolitiker die U3 von Simmering über den Zentralfriedhof bis Kaiserebersdorf zu verlängern. Eine Besonderheit im Netz der Wiener U-Bahn stellen die U3-Stationen Stubentor, Stephansplatz, Neubaugasse und Zieglergasse dar, bei denen die Gleise und Bahnsteige übereinander liegen.

Typisch für diese Linie sind auch die oft künstlerisch gestalteten Stationen. Dabei handelt es sich vor allem um zeitgenössische Kunstwerke, unter anderem von Anton Lehmden, Adolf Frohner, Oswald Oberhuber und dem Videokünstler Nam June Paik. In einigen Stationen sind auch archäologische Fundstücke zur Wiener Stadtgeschichte zu sehen.[2][3]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Kilometerauskunft U3 der Wiener Linien (PDF; 11 kB)
  2. Kunst in den Stationen
  3. Kunst-Linie U3

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: U-Bahnlinie U3 (Wien) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien