UN-Klimakonferenz in Doha 2012

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UN-Klimakonferenz 2012
Ort Qatar National Convention Centre, Doha, Katar
Datum 26. November bis 8. Dezember 2012
Teilnehmer Mitglieder der UNFCCC

Die UN-Klimakonferenz in Doha fand vom 26. November bis 8. Dezember 2012 in Doha, der Hauptstadt des arabischen Emirats Katar statt. Es war die 18. Konferenz der Vertragsstaaten der Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen (COP 18) und gleichzeitig das achte Treffen im Rahmen des Kyoto-Protokolls (CMP 8). Sie sollte unter anderem der weiteren Gestaltung einer Nachfolgeregelung zum Kyoto-Protokoll dienen.

Das Kyoto-Protokoll war bereits auf der UN-Klimakonferenz in Durban 2011 mit einer zweiten Verpflichtungsperiode ab 1. Januar 2013 verlängert worden. Über die Dauer der zweiten Verpflichtungsperiode (entweder bis Ende 2017 oder bis Ende 2020) und die Reduktionsbeiträge der beteiligten Industriestaaten sollte auf dieser Konferenz in Doha entschieden werden.[1]

Verlauf[Bearbeiten]

Klimagipfel-Präsident Abdullah Bin Hamad Al-Attiyah und Generalsekretärin Christiana Figueres (links)

Da die Konferenz in dem Staat einberufen wurde, dessen Einwohner pro Kopf am meisten CO2 produzieren, war bereits im Vorfeld Kritik geübt worden. Um ein Zeichen zu setzen, kündigte die Regierung von Katar am 1. Dezember an, dass bereits im kommenden Jahr mit der Produktion von Solarzellen in Ras Laffan, nördlich von Doha, begonnen werde.[2] Der Vertrag für die etwa eine Milliarde US-Dollar (798 Millionen Euro) teure Fabrik wurde bereits am 29. Mai 2012 unterzeichnet.[3]

Auf Druck von Gastgeber Katar einigte man sich am 8. Dezember 2012 – einen Tag nach dem geplanten Ende der Konferenz – darauf, das Kyoto-Protokoll („Kyoto II“) bis 2020 zu verlängern. In einem umstrittenen Abstimmungsverfahren rief Klimagipfel-Präsident Abdullah bin Hamad Al-Attiyah am Ende der Konferenz die Kompromissvorschläge einzeln schnell hintereinander auf und erklärte sie bei fehlendem Widerspruch für angenommen. Damit wurde ein Scheitern des Gipfels verhindert. An der zweiten Verpflichtungsperiode werden Australien, die 27 EU-Länder sowie weitere europäische Staaten teilnehmen, die für ca. 11-13 % des weltweiten CO2-Ausstoßes verantwortlich sind – Russland, Kanada, Japan und Neuseeland erklärten ihren Austritt.[4]

Ebenfalls wurde ein Fahrplan für ein international verbindliches Klimaschutzabkommen ab 2020 verabschiedet. Bis 2015 soll ein neues Abkommen ausgehandelt werden, das langfristig alle Länder in eine Klimaschutzvereinbarung einbezieht.[4] Die Finanzierung des Green Climate Fonds scheiterte. Bestätigt werden konnte jedoch der bereits im Frühjahr 2012 vorläufig festgelegte Sitz des Green Climate Funds in Songdo, Incheon, Südkorea. [5] Die Verhandlungen zu einem Welt-Klimavertrag werden in Polen auf der UN-Klimakonferenz in Warschau vom 11. bis 19. oder 22. November 2013 fortgesetzt. Im Jahresverlauf sind zahlreiche Vorbereitungssitzungen auch in Bonn in Nähe des UNFCCC-Sekretariats geplant.[6] [7] [8] [9] [10]

Deutsche Medien bezeichneten das Ergebnis als einen „Mini-Kompromiss“.[11][4]

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. “Outcome of the work of the Ad Hoc Working Group on Further Commitments for Annex I Parties under the Kyoto Protocol at its sixteenth session, advance unedited version (PDF; 277 kB). UNFCC-Dokument, abgerufen am 1. Dezember 2012.
  2. http://www.cop18.qa/en-us/News/SingleStory.aspx?ID=199
  3. Solar-Silizium aus der Wüste: Qatar Solar Technologies sichert Finanzierung für Polysilizium-Fabrik in der Industrieansiedlung Ras Laffan. In: SolarServer. 30. Mai 2012, abgerufen am 9. Dezember 2012.
  4. a b c Kyoto-Protokoll verlängert: Mini-Kompromiss beim Welt-Klimagipfel bei faz.net, 8. Dezember 2012 (abgerufen am 8. Dezember 2012).
  5. Green Climate Fund auf der Webseite des UNFCCC-Sekretariats, abgerufen am 26. Dezember 2012.
  6. UNFCCC-Kalender 2013 in englischer Sprache, abgerufen 1. Mai 2013
  7. UNEP-Kalender 2013: COP 19 und CMP 9
  8. Weltklimakonferenz COP 19 in Warschau, Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit
  9. Stadt Warszawa, COP 19, Veranstaltungsorte (englisch)
  10. Marcin Korolec, Umweltminister der Republik Polen, zu COP 19 (englisch)
  11. Welt-Klimagipfel in Doha: Klimakonferenz verlängert Kyoto-Protokoll bis 2020 bei sueddeutsche.de, 8. Dezember 2012 (abgerufen am 9. Dezember 2012).