UN-Weltfrauenkonferenz

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Die UN-Weltfrauenkonferenz ist eine Veranstaltung zum Thema Frauen, die von den Vereinten Nationen im Prinzip alle fünf Jahre durchgeführt werden sollte. Die erste Weltfrauenkonferenz fand unter der Leitung Kemal Atatürks in Istanbul, die erste UN-Weltfrauenkonferenz im ersten Internationalen Jahr der Frau 1975 in Mexiko-Stadt statt.

Mexiko-Stadt, 1975[Bearbeiten]

Im Internationalen Jahr der Frau fand in Mexiko-Stadt erstmals eine UN-Weltfrauenkonferenz statt. Delegierte aus 133 Ländern diskutieren über Gleichberechtigung, Entwicklung und Frieden. Es wurde ein "Welt-Aktionsplan" verabschiedet mit dem Ziel, die Stellung der Frau weltweit zu verbessern. Der Welt-Aktionsplan wurde von der UN-Generalversammlung übernommen, die 1976–1985 als "UN-Dekade der Frau" festlegt. Als Folge der Konferenz wurde 1976 die UNIFEM mit dem Ziel gegründet, die Situation und den Lebensstandard von Frauen in Entwicklungsländern über konkrete Investitionen und über den Gesetzesweg zu verbessern. Die an der Konferenz entworfene Konvention zur Beseitigung jeder Form von Diskriminierung der Frau (Convention on the Elimination of All Forms of Discrimination Against Women CEDAW) wurde 1979 in leicht veränderter Form von der Generalversammlung adoptiert.

Kopenhagen, 1980[Bearbeiten]

An der UN Mid-Decade World Conference on Women (Weltkonferenz in der Mitte der Dekade) in Kopenhagen (Dänemark) nahmen über 1300 Delegierte aus 145 Ländern teil, um über die Umsetzung der in Mexiko-Stadt verabschiedeten Resolutionen und Aktionspläne zu diskutieren. Parallel zur offiziellen Konferenz fand ein NGO-Forum statt.

Nairobi, 1985[Bearbeiten]

An der Dritten UN-Weltfrauenkonferenz in Nairobi (Kenia) nahmen 1400 offizielle Delegierte aus 157 Ländern teil. Es wurde ein Papier namens Forward-Looking Strategies adoptiert, ein Aktionsplan für die Umsetzung der Beschlüsse von Mexiko-Stadt und Kopenhagen bis zum Jahr 2000.

Peking, 1995[Bearbeiten]

An der Vierten UN-Weltfrauenkonferenz und dem parallel dazu stattfindenden NGO-Forum im September 1995 in Peking nahmen 47.000 Teilnehmerinnen, darunter 6000 offizielle Delegierte aus 189 Ländern teil. Die Konferenz stand unter dem Motto "Handeln für Gleichberechtigung, Entwicklung und Frieden". Insbesondere das kulturell und traditionell unterschiedliche Verständnis von Frauenrechten wurde heftig und kontrovers diskutiert. Das Ergebnis der Diskussionen war ein Forderungskatalog, die so genannte Aktionsplattform, welche mithilfe von Nichtregierungsorganisationen ausgearbeitet und von 189 Staaten im Konsens verabschiedet wurde. Darin verpflichteten sich Staaten insbesondere, die Gleichstellung der Geschlechter in allen Bereichen der Gesellschaft (d. h. Politik, Wirtschaft und Gesellschaft) zu fördern, die Rechte der Frauen zu schützen, die Armut von Frauen zu bekämpfen, Gewalt gegen Frauen als Menschenrechtsverletzung zu verfolgen, und geschlechtsspezifische Unterschiede in der Gesundheitsversorgung und im Bildungssystem abzubauen. Um die Umsetzung der Aktionsplattform zu überwachen, wurde bei den Vereinten Nationen eine "Abteilung zur Förderung der Frau" eingerichtet.[1]

New York, 2013[Bearbeiten]

Im März 2013 tagten Delegierte aus 193 Staaten und 6000 Nichtregierungsorganisationen knapp zwei Wochen lang bei der Fünften UN-Weltfrauenkonferenz und handelten ein Vertragswerk aus. Unter anderem wurde beschlossen, zukünftig von einem Femizid zu sprechen, wenn Frauen oder weibliche Embryos allein wegen ihres Geschlechtes getötet werden. Das Papier verpflichtet die Staaten dazu, die Rechte von Frauen und Mädchen genauso zu schützen wie die von Männern und Jungen. Die sexuelle Selbstbestimmung aller Menschen wurde ebenso festgehalten wie das Recht auf gynäkologische Versorgung.[2]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Erklärung und Aktionsplattform auf der Vierten UN-Weltfrauenkonferenz in Peking. 15. September 1995, deutsche Übersetzung, Website der UN.
  2. Einigung in letzter Minute bei UNO-Frauenkonferenz. Kronen Zeitung, 16. März 2013, abgerufen am 8. Mai 2013.