Unterstützungsmission der Vereinten Nationen in Afghanistan

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UNAMA
Einsatzgebiet Afghanistan
Deutsche Bezeichnung Unterstützungsmission der Vereinten Nationen in Afghanistan
Englische Bezeichnung United Nations Assistance Mission in Afghanistan
Basierend auf UN-Resolution 1401 (28. März 2002)
Weitere UN-Resolutionen 1746 (23. März 2007), 1806 (20. März 2008), 1917 (2010), 1974 (2011), 2041 (22. März 2012), 2096 (19. März 2013)
Art der Mission politische Mission
Leitung Ján Kubiš
Lage des Einsatzgebietes

Die Unterstützungsmission der Vereinten Nationen in Afghanistan, kurz UNAMA (von engl. United Nations Assistance Mission in Afghanistan), ist eine politische Mission der Vereinten Nationen (UN), welche auf der am 28. März 2002 vom UN-Sicherheitsrat beschlossenen Resolution 1401 basiert. Das Mandat wurde mehrfach verlängert und ist derzeit bis zum März 2014[veraltet] befristet.[1]

Leiter der Mission ist seit dem 23. November 2011 der Sonderbeauftragte für Afghanistan Ján Kubiš, der ehemalige Außenminister der Slowakei.[2] Seine Vorgänger waren Kai Eide, Tom Koenigs, Jean Arnault, Lakhdar Brahimi und Staffan de Mistura. Der stellvertretende Sonderbeauftragte für Wiederaufbau ist Robert Watkins, ein Brite und Kanadier; der Deutsche Martin Kobler ist stellvertretender Sonderbeauftragter für politische Angelegenheiten.

Die Mission, die von der Hauptabteilung Friedenssicherungseinsätze geleitet wird, hat etwa 1.000 meist afghanische Mitarbeiter. Das Hauptquartier ist in Kabul. Es gibt acht regionale Büros, mehrere Unterbüros und Verbindungsbüros in Islamabad und Teheran.

Politische Aufgaben[Bearbeiten]

Vom 12. bis zum 19. Juni 2002 wurde eine Loja Dschirga (Emergency Loya Jirga) auf dem Gelände der Polytechnischen Hochschule Kabul abgehalten. Ihre 1.670 Delegierten bestimmten Hamid Karzai zum Präsidenten der Übergangsregierung von Afghanistan. Die Special Independent Commission for the Convening of the Emergency Loya Jirga[3] mit ihren 20 afghanischen Mitgliedern[4] legte in Kooperation mit den Vereinten Nationen die Regeln für diese Wahl fest. Die Vorbereitungen begannen im April 2002, wobei 50 UNAMA Mitarbeiter und weitere internationale Beobachter den Prozess im gesamten Land und bei den Flüchtlingen außerhalb des Landes organisierten und beobachteten.

Eine verfassunggebende Loya Jirga fand dann am 4. Januar 2004 statt. 502 Delegierte beschlossen eine von einer neun-köpfigen Kommission[5] ausgearbeiteten Verfassung.

Des Weiteren bestand die Aufgabe der UNAMA darin, die Wahl zum Präsidenten am 9. Oktober 2004 und die Wahl des Parlamentes am 18 September 2005 zu begleiten. Beide Wahlen wurden vom Joint Electoral Management Body (JEMB), einer aus Afghanen und Vertretern der Vereinten Nationen gebildeten Kommission, organisiert. Für die Parlamentswahl gab es zusätzlich eine Kommission (Media Commission), die den Zugang der Kandidaten zu den Medien überwachte, und eine Kommission (Electoral Complaints Commission), welche Beschwerden zur Wahl überprüfen sollte.

Flüchtlinge und Wiederaufbau[Bearbeiten]

Die UNAMA koordinierte die Bemühungen der anderen UN-Organisationen (wie z. B. dem UNHCR) und der nationalen und internationalen NGOs. In Kooperation mit der afghanischen Übergangsregierung wurden so mehr als 1 Million Flüchtlinge bei ihrer Rückkehr nach Afghanistan unterstützt. Des Weiteren wurde die Verteilung von Nahrung, Dünger und Saatgut überwacht.

Verlängerungen des Mandates[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b unama.unmissions.org: Mandate. Abgerufen am 10. April 2013 (englisch).
  2. unama.unmissions.org: SRSG. Abgerufen am 10. April 2013 (englisch).
  3. eurasianet.org: Regeln für die Wahl der Mitglieder der Emergency Loya Jirga (eng.)
  4. un.org: Mitgliederliste der Special Independent Commission
  5. unama-afg.org: Mitgliederliste der verfassungsausarbeitenden Kommission
  6. Wortlaut der Resolution 1806 des UN-Sicherheitsrats (PDF; 62 kB)
  7. United Nations Security Council Resolution 1917 vom 22, März 2010.
  8. un.org: Security Council Extends Mandate of Afghanistan Mission until 23 March 2012, Unanimously Adopting Resolution 1974 (2011), Zugriff am 24. August 2011

Weblinks[Bearbeiten]