UNESCO-Konvention zum Schutz der kulturellen Vielfalt

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Die Konvention zum Schutz und zur Förderung der Vielfalt kultureller Ausdrucksformen wurde auf der 33. UNESCO-Generalkonferenz am 20. Oktober 2005 in Paris verabschiedet und trat am 18. März 2007 in Kraft. „Das Übereinkommen schafft eine völkerrechtlich verbindliche Grundlage für das Recht aller Staaten auf eigenständige Kulturpolitik.“ [1] Auf Basis der Konvention hat jeder Staat das Recht, Maßnahmen zum Schutz der Vielfalt kultureller Ausdrucksformen durchzuführen, insbesondere, wenn diese gefährdet scheint.

Unter kultureller Vielfalt versteht die UNESCO die mannigfaltigen Ausdrucksformen der Kulturen von Gruppen und Gesellschaften. Diese Ausdrucksformen werden sowohl innerhalb als auch zwischen Gesellschaften weitergegeben. Kulturelle Vielfalt zeigt sich außerdem in den verschiedenen Ausprägungen des künstlerischen Schaffens sowie der Herstellung, der Verbreitung, des Vertriebs und der Nutzung kultureller Ausdrucksformen.[2]

Geschichte[Bearbeiten]

  • Am 21. Mai 2001 wurde der „Welttag der kulturellen Vielfalt für Dialog und Entwicklung“ [3] verkündet.
  • Auf der 32. Generalkonferenz (29.September bis 17.Oktober 2003) begann die Formulierung der Ziele und Grundsätze der Konvention.[4]
  • Am 20. Oktober 2005 wurde die Konvention zum Schutz und zur Förderung der Vielfalt kultureller Ausdrucksformen verabschiedet.
  • Am 18. März 2007 trat die Konvention in Kraft.
  • Im Dezember 2009 veröffentlichte die Deutsche UNESCO-Kommission das Weißbuch „Kulturelle Vielfalt gestalten“, das Handlungsempfehlungen aus der Zivilgesellschaft zur Umsetzung des UNESCO-Übereinkommens in und durch Deutschland enthält.[5]
  • Bis heute (Stand 31. Januar 2014) haben 133 Mitgliedsstaaten sowie die Europäische Union die Konvention ratifiziert.[6]

Ziele der Konvention[Bearbeiten]

Das Übereinkommen beinhaltet folgende Ziele:

  • Uneingeschränkte kulturelle Selbstbestimmung und Wahlfreiheit auf Basis der Menschenrechte (Präambel)
  • Anerkennung der „Doppelnatur“ von Kulturgütern und –dienstleistungen als Handelsware, aber zugleich als Träger von Identitäten und Bedeutungen (Artikel 1)
  • Das Recht jeden Staates auf eigene Kulturpolitik (Artikel 6)
  • Beteiligung der Zivilgesellschaft im Umsetzungsprozess (Artikel 11)
  • Internationale Zusammenarbeit (Kooperation, Koproduktionen sowie eine Vorzugsbehandlung für Entwicklungsländer) (Artikel 6,8,12,16,17)
  • Integration von Kultur in nachhaltige Entwicklung (Artikel 13)
  • Informationsaustausch u.a. durch die Benennung von nationalen Kontaktstellen (Artikel 9, 28)
  • Gleichberechtigung der Konvention zu anderen internationalen Abkommen (Artikel 20, 21)[7]

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Das UNESCO-Übereinkommen zum Schutz und zur Förderung der Vielfalt kultureller Ausdrucksformen. Website der Deutschen UNESCO-Kommission e.V., Stand März 2011, Abgerufen am 3. Juli 2011.
  2. Das UNESCO-Übereinkommen über Schutz und zur Förderung der Vielfalt kultureller Ausdrucksformen: Magna Charta der Internationalen Kulturpolitik. (PDF; 2,0 MB) Bonn: Köllen Druck+Verlag, 2006, S. 20, ISBN 3-927907-89-8, Stand August 2006, Abgerufen am 3. Juli 2011.
  3. Welttag der kulturellen Vielfalt. Website der Deutschen UNESCO-Kommission e.V., Stand Mai 2011, Abgerufen am 3. Juli 2011.
  4. Roland Bernecker: Kultur im Völkerrecht: Die neue UNESCO-Konvention zum Schutz der kulturellen Vielfalt (PDF; 58 kB). In: Kulturpolitische Mitteilungen, Nr. 111, IV/2005, Stand Dezember 2005, Abgerufen am 3. Juli 2011.
  5. Kulturelle Vielfalt gestalten. Website der Deutschen UNESCO-Kommission e.V., Stand Mai 2010, Abgerufen am 3. Juli 2011.
  6. Convention on the Protection and Promotion of the Diversity of Cultural Expressions. Paris, 20 October 2005. In: UNESCO.org. Abgerufen am 31. Januar 2014 (englisch).
  7. Kulturelle Vielfalt gestalten: Handlungsempfehlungen aus der Zivilgesellschaft zur Umsetzung des UNESCO-Übereinkommens zur Vielfalt kultureller Ausdrucksformen (2005) in und durch Deutschland. Weissbuch (PDF; 1,2 MB). Deutsche UNESCO-Kommission e. V. Stand Dezember 2009, abgerufen am 31. Januar 2014.