USNS Comfort (T-AH-20)

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USNS Comfort
Die Comfort am 11. April 2009 vor Haiti

Die Comfort am 11. April 2009 vor Haiti

p1
Schiffsdaten
Flagge Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten
andere Schiffsnamen
  • Rose City
Schiffstyp Hospitalschiff
Klasse San-Clemente-Klasse
Eigner United States Navy
Bauwerft National Steel and Shipbuilding Company, San Diego
Stapellauf 1976
Verbleib in Fahrt
Schiffsmaße und Besatzung
Länge
272 m (Lüa)
Breite 32,18 m
Verdrängung 70.470 t
Maschine
Geschwindigkeit max. 17 kn (31 km/h)
Sonstiges
Registrier-
nummern

IMO 7390478

Die USNS Comfort (T-AH-20) ist ein Hospitalschiff der United States Navy.

Es ist das dritte Schiff, das den Namen Comfort („Trost“) trägt, und das zweite Schiff der Mercy-Klasse im Dienst der US-Marine. Wie ihr Schwesterschiff Mercy wurde die Comfort ursprünglich als Öltanker gebaut. Sie lief 1976 unter dem Namen Rose City als eines von 13 Tankschiffen der San-Clemente-Klasse bei der National Steel and Shipbuilding Company (NASSCO) in San Diego vom Stapel.

Nach Umbau für den Sanitätseinsatz wurde sie am 1. Dezember 1987 der Navy übergeben. Gemäß der Genfer Konventionen dürfen die Comfort und ihre Besatzung keine Bewaffnung führen, das Beschießen der Comfort wäre ein Kriegsverbrechen. Die Comfort trägt die IMO-Nummer 7390478 und das Rufzeichen NCOM.

Einsätze der Comfort[Bearbeiten]

Operationen Desert Shield und Desert Storm[Bearbeiten]

Während der Operation Desert Storm lag die Comfort in der Nähe Kuwaits, vor der Küste Saudi-Arabiens nahe Khafji. Am 12. März 1991 begab sich die Comfort auf die Rückfahrt und erreichte ihren Heimathafen Baltimore am 15. April 1991. Auf dem mehr als 35.000 Meilen (65.000 km) langen Einsatz verbrauchte die Comfort ca. 11 Millionen Liter Kraftstoff. Mehr als 8.000 Patienten wurden ambulant versorgt und 700 Patienten stationär aufgenommen. Es gab 337 chirurgische Eingriffe.

Operation Sea Signal[Bearbeiten]

1994 nahm die Comfort Flüchtlinge aus Haiti auf und fungierte als schwimmende Einwanderungsbehörde.

Operation Uphold Democracy[Bearbeiten]

Im September 1994 wurde die Comfort zum US-Marinestützpunkt in die Guantanamo-Bucht entsandt, um dort Intensivpatienten der 35.000 kubanischen und haitianischen Flüchtlinge zu versorgen.

Operation Noble Eagle[Bearbeiten]

Comfort passiert auf ihrem Weg nach Manhattan die Freiheitsstatue

Am Nachmittag des 11. Septembers 2001 wurde die Comfort alarmiert und lief am nächsten Tag aus, um am Pier 92 in Midtown Manhattan als 250-Betten-Klinik zu dienen. 561 Patienten wurden medizinisch behandelt; weitere 500 Rettungsarbeiter erhielten psychologische Betreuung.[1]

Operation Iraqi Freedom[Bearbeiten]

Die Comfort erhielt am 26. Dezember 2002 ihren Einsatzbefehl und lief am 6. Januar 2003 aus. Nach einem Zwischenstop in Diego Garcia, bei dem sie weiteres medizinisches Personal an Bord nahm, fuhr sie weiter in den Persischen Golf und blieb dort 56 Tage lang. Am 12. Juni 2003 lief sie wieder in Baltimore ein mit einer Bilanz von 590 chirurgischen Eingriffen, 600 Bluttransfusionen, mehr als 8.000 Röntgenbildern und knapp 700 behandelten Patienten, darunter etwa 200 irakische Zivilisten und feindliche Kriegsgefangene.

Joint Task Force Katrina[Bearbeiten]

Nach einer zweitägigen Vorbereitung lief die Comfort am 2. September 2005 aus, um an der Golfküste die Hilfsmaßnahmen nach den Zerstörungen durch den Hurrikan Katrina zu unterstützen.

Operation Continuing Promise[Bearbeiten]

Diese humanitäre Mission der Comfort begann am 15. Juni 2007 und war ein wesentlicher Bestandteil der Initiative von Präsident Bush zur Förderung der Sozialen Gerechtigkeit in den Amerikas („Advancing the Cause of Social Justice in the Western Hemisphere“). Die Comfort besuchte 12 mittelamerikanische, südamerikanische und karibische Länder, wo ihr medizinisches Personal unentgeltlich Gesundheitsdienste für Bedürftige leistete. Sie behandelten mehr als 98.000 Patienten und operierten 1.100 mal.

Erdbeben in Haiti 2010[Bearbeiten]

Am 13. Januar 2010 erhielt die Comfort den Befehl, bei den Hilfsmaßnahmen nach einem Erdbeben in Haiti zu helfen.[2] Am 21. Januar traf das Schiff vor Port-au-Prince ein und nahm täglich zwischen 200 und 300 Patienten auf, die mit Helikoptern der US Marine zur Comfort geflogen werden müssen, weil sie nicht im Hafen anlegen konnte und somit auch Platz für Schiffe mit Hilfsgütern freihielt. Am 10. März 2010 beendete die Comfort ihren Einsatz, nachdem an Bord 843 Operationen durchgeführt und neun Kinder geboren wurden.

Daten und Fakten[Bearbeiten]

Kapitän Dean Bradford begrüßt Prinzessin Anne am 11. Juli 2002, als sein Schiff in Southampton auf Dock liegt
  • Patienten-Kapazität:
    • Intensivabteilung: 80 Betten
    • Genesungsstation: 20 Betten
    • Intermediate-Care-Station: 280 Betten
    • Leichte Pflege: 120 Betten
    • Eingeschränkte Pflege: 500 Betten
    • Kapazität insgesamt: 1.000 Betten
    • Operationssäle: 12
  • Abteilungen und Einrichtungen:
    • Notaufnahme
    • Intensivstation
    • Radiologie
    • Labor und Satellitenlabor
    • Zentrale sterile Annahme
    • Medizinisches Lager/Apotheke
    • Physische Therapie und Pflege für Verbrennungen
    • Zahnmedizin
    • Optometrie/Linsenlabor
    • Leichenhaus
    • Wäscherei
    • Sauerstofferzeuger (2)
    • Medizinische Fotografie
    • Vier Destillationsanlagen zur Erzeugung von Trinkwasser aus Meerwasser (ca. 1100 Kubikmeter pro Tag)
    • Flugdeck für die größten Helikopter (CH-53D, CH-53E, MH-53E, Mi-17)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: USNS Comfort – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. Hospital Ship Receives Humanitarian Medal for Sept. 11 Mission
  2. Bacon, Lance M.: Carl Vinson, 6 Other Ships Headed to Haiti. Navy Times. 13. Januar 2010. Abgerufen am 13. Januar 2010.