USS Kitty Hawk (CV-63)

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Heckansicht der Kitty Hawk von 2006
Heckansicht der Kitty Hawk von 2006
Geschichte Flagge
Bestellung 1. Oktober 1955
Kiellegung 27. Dezember 1956
Stapellauf 21. Mai 1960
Indienststellung 29. April 1961
Außerdienststellung 12. Mai 2009
Technische Daten
Verdrängung

80.800 ts

Länge

323,8 m Deck, 302 m Wasserlinie

Breite

76,8 m Deck, 39,36 m Wasserlinie

Tiefgang

10,9 m

Besatzung

3150 Nautische + 2480 Flug

Antrieb

8 Dampfkessel, 4 Dampfturbinen, 280.000 shp (210 MW)

Geschwindigkeit

> 30 Knoten

Bewaffnung

Zu Beginn Terrier-, später Sea-Sparrow- und RAM-Lenkwaffen, Phalanx-CIWS-Kanonen

Fluggeräte

Bis zu 85

Die USS Kitty Hawk (CV-63) (bis 1973 CVA-63) ist ein Flugzeugträger der United States Navy und Typschiff der Kitty-Hawk-Klasse. Sie ist nach der Stadt Kitty Hawk in North Carolina benannt, in der die Gebrüder Wright ihren ersten Motorflug durchführten.

Das Schiff wurde 1961 in Dienst gestellt und nahm ab 1966 am Vietnamkrieg teil. In den 1970er und 1980er Jahren fuhr der Flugzeugträger etwa während des Ogadenkrieges, der Geiselnahme von Teheran und dem Iran-Irak-Krieg auch im Indischen Ozean und dem Arabischen Meer. Während des Golfkrieges 1990 lag die Kitty Hawk in der Werft, so dass sie nicht zum Einsatz kam. 1998 wurde sie als einziger vorgeschobener Träger der US Navy permanent in Yokosuka (Japan) stationiert. Von dort aus wurde sie während des Irakkrieges 2003 eingesetzt.

Die Kitty Hawk war der letzte verbliebene Träger mit ölbefeuertem Antrieb in der US-Flotte und wurde am 31. Januar 2009 nach über 47 Jahren außer Dienst gestellt.

Technik[Bearbeiten]

Hauptartikel: Kitty-Hawk-Klasse
Flugzeuge auf dem Flugdeck der Kitty Hawk, 1980

Die Kitty-Hawk-Klasse besteht aus drei im Wesentlichen baugleichen Flugzeugträgern, eine vierte Einheit, die John F. Kennedy gilt auf Grund von vorgenommenen Modifikationen teilweise als eigene Klasse. Die Kitty Hawk ist 323 Meter lang, das Flugdeck ist über 75 Meter breit. Die Verdrängung des Schiffs beträgt voll beladen über 80.000 Standard-Tonnen (ts).

Im Gegensatz zu den inzwischen von der US Navy verwendeten Trägern, die durch Kernreaktoren angetrieben werden, besaßen Kitty Hawk und ihre Schwestern als letzte Träger noch einen konventionellen Antrieb. Acht ölbefeuerte Dampfkessel erzeugten Dampf für vier Getriebeturbinen, die die vier Wellen des Trägers antrieben. Die Antriebsleistung lag bei rund 280.000 Wellen-PS, die maximal mögliche Geschwindigkeit bei über 30 Knoten.

Zu Beginn ihrer Einsatzzeit besaß die Kitty Hawk am Heck zwei Lenkraketenstarter für RIM-2 Terrier. Diese Waffen konnten Luftziele auf mittlere Entfernung angreifen. 1975 wurden die Terrier abgerüstet, stattdessen wurden als Punktverteidigungssysteme drei Starter für RIM-7 Sea Sparrow und 1980 drei Phalanx-CIWS-Kanonen eingerüstet. 2001 kam außerdem ein Starter für die RIM-116 Rolling Airframe Missile hinzu, der auf einer Plattform am Bug eine Sea Sparrow und eine Phalanx ersetzte. Im Hangar direkt unter dem Flugdeck und auf dem Deck selbst konnten insgesamt bis zu 85 Luftfahrzeuge mitgeführt werden, diese waren in einem Carrier Air Wing organisiert und deckten sämtliche benötigten Rollen von Aufklärung über Luftverteidigung und Bodenangriffe bis hin zu Rettungseinsätzen und Transportflügen ab.

Verteidigung gegen angreifende Flugzeuge, Schiffe oder U-Boote bot dem Träger die obligatorische Flugzeugträgerkampfgruppe, die aus mehreren Zerstörern und Kreuzern sowie Atom-U-Booten bestand. Diese bildete zusammen mit den Luftraumüberwachungsflugzeugen einen Schutzschirm um den Träger und konnte außerdem Marschflugkörper auf feindliche Landziele abfeuern.

Name und Klassifizierung[Bearbeiten]

Der Flugzeugträger erhielt den Namen Kitty Hawk nach der Stadt Kitty Hawk, North Carolina. Der gerade 3000 Einwohner zählende Ort liegt an der Atlantikküste auf Bodie Island auf den windreichen Outer Banks. Dort gelang den Gebrüdern Wright 1903 mit dem Wright Flyer der erste motorisierter Flug. Bereits im Zweiten Weltkrieg benannte die Navy ein Flugzeugtransportschiff, die USS Kitty Hawk (AKV-1), nach der Stadt.

Zu ihrer Indienststellung erhielt die Kitty Hawk die Kennung CVA-63. Die 63 ist eine laufende Kennnummer über alle Flottenflugzeugträger der US Navy, CVA kennzeichnet den Schiffstyp. CV ist die klassische Kennung für Flugzeugträger, sie steht für Cruiser Volplane, etwa Kreuzer mit Flugdeck. Das A für attack zeigte den Fokus des Träger-Geschwaders auf Landangriffe. 1973, mit dem Wegfall der letzten auf U-Jagd spezialisierten Träger der Essex-Klasse, erhielten die Angriffs-Geschwader auch U-Jagd-Flugzeuge. Auf der Kitty Hawk wurde eine solche gemischte Konfiguration erstmals realisiert. Um das nun breite Spektrum an ausführbaren Missionen anzuzeigen, wurde das A fallengelassen.[1] 1975 wurde das A dann flottenweit aus den Kennungen gestrichen.

Geschichte[Bearbeiten]

USS Kitty Hawk 2006, drei Jahre vor Außerdienststellung

Planung und Bau[Bearbeiten]

Der Bau des ersten Trägers der neuen Klasse wurde am 1. Oktober 1955 genehmigt. Den Auftrag erhielt die New York Shipbuilding am Ostufer des Delaware River bei Camden, New Jersey. Dort wurde am 27. Dezember 1956 der Kiel der CVA-63 gelegt. Nach rund dreieinhalb Jahren Bauzeit lief der Träger am 21. März 1960 vom Stapel und wurde getauft. Taufpatin des Schiffs war Mrs. Camilla F. McElroy, die Ehefrau des früheren US-Verteidigungsministers Neil H. McElroy. Nach Erprobungsfahrten wurde die Kitty Hawk am 21. April 1961 offiziell in Dienst gestellt. Hauptredner auf der Zeremonie in der Philadelphia Naval Shipyard war Admiral Hyman Rickover, der damalige Chief of Naval Operations (CNO). Es folgten weitere Testfahrten aus der Naval Station Norfolk.

Zu dieser Zeit berichteten viele Medien bereits über Probleme, die durch Nachlässigkeiten der Werftarbeiter entstanden seien.[1] Im Juni 1961 bestätigte der damalige United States Secretary of the Navy, John Connally, dies: „A large number of discrepancies and deficiencies have shown up in the Kitty Hawk.“[2] Er kündigte an, dass dies weitere Untersuchungen nach sich ziehen würde, sagte aber auch, dass Probleme bei Typschiffen neuer Klassen nichts Ungewöhnliches seien. Zusätzlich änderte die Navy die Baupläne, nachdem der Träger bereits auf Kiel gelegt worden war, was seinen Teil zur Verzögerung beitrug.[3] Ende 1961 erreichten die Navy und New York Ship eine Einigung, die Navy zahlte für den Bau des Trägers 178 Millionen US-Dollar an die Werft.[2] Der Gesamtpreis inklusive aller Bordausrüstung, aber ohne Flugzeuge, belief sich auf 265,2 Millionen Dollar.[4]

Erste Jahre[Bearbeiten]

Am 17. Juli 1961 landete das erste Flugzeug auf dem Flugdeck des neuen Trägers, eine Grumman C-1A Trader. Auf der Kitty Hawk wurde das Geschwader Carrier Air Wing Eleven (CVW 11) stationiert. Nach weiteren Probefahrten im Atlantik verließ die Kitty Hawk am 11. August Norfolk mit Ziel San Diego, wo sie stationiert werden sollte. Im Oktober umrundete sie Kap Hoorn und lief in den Pazifik ein, am 1. November 1961 erreichte der Träger San Diego. Auf dieser Fahrt machte die Kitty Hawk bereits Auftaktbesuche in vielen Häfen Mittel- und Südamerikas; als sie ihr Ziel erreicht hatte, waren bereits über 1000 Flugzeuglandungen an Deck zu verzeichnen.

Die Kitty Hawk neben der Topeka während der Leistungsdemonstration 1961

Im November kam der damalige Chief of Naval Operations (CNO) George Whelan Anderson, Jr. an Bord, erstmals wurde der Marineführung die Leistungsfähigkeit des neuen Trägers dargestellt. Die Kitty Hawk leitete ihre Kampfgruppe Topeka, Henry B. Wilson, Preble und Blueback bei U-Jagd-Übungen. Im Anschluss ging sie in die Werft. In der San Francisco Naval Shipyard wurden auf den ersten Fahrten gefundene Fehler behoben. Im Mai 1962 dockte die Kitty Hawk aus.

Im Herbst begann die Kitty Hawk dann ihre erste Einsatzfahrt. Im Oktober 1962 löste sie die Midway im Westpazifik ab. Am 13. Oktober war der Träger Flaggschiff der Siebten Flotte, als Admiral Thomas H. Moorer auf dem Träger das Kommando über die Siebte Flotte übernahm. Im Laufe der Fahrt wohnten mehrere ausländische Gäste Einsatz-Vorführungen bei, später standen Übungen vor Taiwan und Japan sowie Hafenbesuche in mehreren asiatischen Häfen an. Im April 1963 kehrte der Träger zurück nach San Diego. Im Juni besuchte US-Präsident John F. Kennedy mit seinem Marineminister Fred Korth und Mitgliedern des militärischen Führungsstabs Joint Chiefs of Staff den Träger vor der Küste Kaliforniens. Eine Streitmacht mit über 30 Kriegsschiffen demonstrierte unter anderem ihre Möglichkeit, Seewege zu kontrollieren, wie die USA es im vorhergehenden Jahr während der Kubakrise getan hatten.

Eine U-2 auf Kitty Hawks Schwesterschiff America

Im August 1963 startete Project Whale Tale auf der Kitty Hawk. Da die CIA Probleme hatte, ihre Spionageflugzeuge vom Typ Lockheed U-2A Dragon Lady nah genug an potentiellen Zielgebieten zu stationieren, sollten diese auf ihre Trägertauglichkeit geprüft werden. Am 5. August startete eine U-2 erstmals vom Deck der Kitty Hawk. Während der Start ohne Katapult-Unterstützung gelang, konnte Testpilot Bob Schumacher nicht wieder auf dem Träger landen. Nach einigen weiteren Versuchen von durch Kelly Johnson modifizierten U-2 auf anderen Trägern wurde das Projekt abgebrochen. Flugzeugträger hätten zu viel Zeit benötigt, um die Zielgebiete zu erreichen.[5] [6]

Im Oktober 1963 verlegte der Träger zu seiner zweiten Fahrt in den Westpazifik. Er nahm um den Jahreswechsel an zwei Übungen für amphibische Kriegsführung mit den Streitkräften Taiwans teil. Ab Mai 1964 flogen Flugzeuge der Kitty Hawk Aufklärungsmissionen über Laos, wo die Pathet Lao begann, kommunistische Kämpfer über den Ho-Chi-Minh-Pfad in das Land zu bringen. Während dieser Flüge wurden zwei Flugzeuge der Kitty Hawk abgeschossen. Während der zweite abgeschossene Pilot am 7. Juni nur einen Tag nach dem Abschuss gerettet wurde, wurde der am 6. Juni getroffene Charles F. Klusmann von den Rebellen gefangen genommen und blieb fast drei Monate in Gefangenschaft. Er war damit der erste US-Marineflieger, der im beginnenden Konflikt in Gefangenschaft geriet.[2] Beide Piloten wurden von der Air America aus dem Land geflogen. Im Juli 1964 kehrte die Kitty Hawk nach Amerika zurück.

Von September 1964 bis Januar 1965 wurde der Träger für 14 Millionen US-Dollar in der Puget Sound Naval Shipyard überholt. Im Anschluss wurden Teile des Disney-Films Lt. Robin Crusoe, USN, auf der Kitty Hawk gedreht. Im Oktober verließ sie San Diego und begann mit Zwischenstation in Pearl Harbor, Hawaii die erste Fahrt in den Vietnamkrieg. An Bord befanden sich neben Überwachungsflugzeugen des Typs Grumman E-2 Hawkeye vor allem Bomber des Typs North American A-5 Vigilante und Grumman A-6 Intruder sowie später auch Vought A-7 Corsair II. Jagdschutz boten McDonnell F-4B Phantom II und Douglas A-4 Skyhawk.

Vietnamkrieg[Bearbeiten]

Zwei Grumman A-6 der Kitty Hawk 1966 über der Südchinesischen See

Über Subic Bay erreichte die Kitty Hawk Ende November 1965 die Küste von Vietnam. Am 26. November hoben erstmals Flugzeuge der Kitty Hawk zu Angriffen auf Ziele in Nordvietnam ab. Der Träger bezog Position auf der Yankee Station, einem Punkt im Golf von Tonkin, von dem aus regelmäßig drei Flugzeugträger der US Navy Angriffe fliegen ließen. Bereits am ersten Tag fanden im Rahmen der Operation Rolling Thunder 90 Abflüge statt, die Flugzeuge warfen 140 Tonnen Bomben ab. Am 2. Dezember verlor der Träger sein erstes Flugzeug in diesem Krieg, beide Piloten starben. Vier Tage später brach in Maschinenraum 3 ein Feuer aus, durch das zwei Besatzungsmitglieder starben und 29 weitere verletzt wurden. Der Besatzung gelang es, das Feuer nach drei Stunden zu löschen, der Träger blieb voll einsatzfähig. Kurz vor den Weihnachtstagen griffen Verbände aus bis zu 110 Flugzeugen von drei Flugzeugträgern die Kraftwerke von Uong Bi an, insgesamt vier Maschinen der Staffeln der Kitty Hawk wurden dabei abgeschossen. Im Anschluss wurde die Kitty Hawk abgelöst und verbrachte den Jahreswechsel im Hafen in Japan. Mitte Januar war der Träger wieder vor der Küste, im Rahmen der Operation Steel Tiger sollte das Einsickern nordvietnamesischer Kräfte über Laos in den Süden verhindert werden. Im Februar flogen die Flugzeuge der Kitty Hawk wieder verstärkt Rolling-Thunder-Missionen. Schlechtes Wetter behinderte in den folgenden Wochen die Einsätze von Yankee- und Dixie Station. Mitte März wurde die Kitty Hawk dann nach Subic Bay geschickt, wo sie zwei Wochen lag. Am 31. März war sie wieder auf Dixie Station präsent, später dann auf Yankee. Bei den von dieser Position gestarteten Einsätzen warfen die Flugzeuge rund 100 Tonnen Bomben pro Tag auf nordvietnamesische Stellungen und Städte ab. Im Monat April verlor das Schiff neun Flugzeuge durch Beschuss oder technisches Versagen. Am 30. April folgte die nächste Ruheperiode in Subic Bay, am 8. Mai erreichte das Schiff wieder Yankee Station. Bis zum 23. Mai warfen die Flugzeuge wieder rund 110 Tonnen Bomben pro Tag auf Nordvietnam ab. Danach beendete die Kitty Hawk ihren ersten Kriegseinsatz, während dem über 10.000 Flüge vom Deck des Trägers starteten. Die Besatzung erhielt für den Einsatz eine Navy Unit Commendation. Im Juni erreichte die Kitty Hawk San Diego, um Instandhaltungsarbeiten durchführen zu lassen. Am 25. Juni wurde Lt. Robin Crusoe, USN, im Hangar des Trägers uraufgeführt.

Im November 1966 war die Kitty Hawk zum zweiten Mal vor Vietnam. Bis in den Juni 1967 hinein verbrachte der Träger insgesamt 117 Tage auf Yankee Station, in über 10.000 Einsatz- und Unterstützungsflügen warfen die Flugzeuge über 11.000 Tonnen Munition auf nordvietnamesische Ziele, insgesamt wurden während Rolling Thunder 38 Industrieziele angegriffen. Darunter befanden sich Kraftwerke und Erdöl-verarbeitende Betriebe bei Hải Phòng und Bắc Giang, Waffenfabriken bei Thanh Hóa und Van Dien sowie Schwerindustrie bei Thái Nguyên. Hinzu kamen 15 Missionen, während denen Flüsse in Nordvietnam vermint wurden, um die Industrie des Landes weiter zu schwächen. Währenddessen errangen die Piloten der Kitty Hawk vier Luftsiege über nordvietnamesische Piloten. Am 20. Dezember 1966 schossen zwei McDonnell F-4B Phantom II zwei Antonow An-2, am 24. April 1967 zwei F-4B zwei nordvietnamesische Mikojan-Gurewitsch MiG-17 ab.[7] Während dieser Periode schossen nordvietnamesische Stellungen außerdem zehn Flugzeuge der Kitty Hawk ab. Auf dem Rückweg nach San Diego übernahm der Träger am 16. Juni Treibstoff vom Tanker Platte. Dabei kollidierten die beiden Schiffe. Während die Kitty Hawk nahezu keine Schäden davontrug, wurde die Platte schwer beschädigt und musste nach Hawaii zurückfahren. Bis in den Oktober wurde die Kitty Hawk dann zu Instandhaltungsarbeiten in der Long Beach Naval Shipyard eingedockt.

Gelagerte Bomben auf dem Flugdeck der Kitty Hawk 1970 vor Vietnam

Bereits Ende 1967 war die Kitty Hawk wieder in Subic Bay. Während das Schiff im Hafen lag, brach am 18. Dezember ein Feuer in einem als Reifenlager genutzten Raum aus, das erst nach neun Stunden gelöscht werden konnte. Durch die starke Rauchentwicklung wurden rund 125 Seeleute leicht verletzt, konnten aber alle an Bord verbleiben. Schäden entstanden keine, so dass die Kitty Hawk wie geplant nach Vietnam verlegen konnte. Während der Fahrt warfen die Flugzeuge des Trägers bis Juni 1968 in über 10.000 Flügen über 16.000 Tonnen Munition ab. Anfang 1968 bombardierten die Flugzeuge NVA-Truppen während der Schlacht um Khe Sanh. Die zweite Hälfte des Einsatzes fand während der nordvietnamesischen Tet-Offensive statt. Die Jets griffen insgesamt 185 größere Zielgebiete an, darunter wieder Industriegebiete, Flugfelder und Kommunikationseinrichtungen. Durch die Anweisung Lyndon B. Johnsons, die Bombardierungen auf Flächen nördlich des 20. Breitengrades zu beschränken, waren die Ziele ab März vor allem nordvietnamesische Nachschublinien im panhandle Nordvietnams.

Zu Silvester 1968 verlegte die Kitty Hawk bereits wieder Richtung Vietnam, Ende Januar 1969 begann der erste Einsatz. Diese Fahrt dauerte für die Kitty Hawk bis in den September 1969, im Oktober dockte sie dann in der Puget Sound NSY ein, wo eine Überholung durchgeführt wurde. Im November begann für die Kitty Hawk ihre fünfte Verlegung nach Vietnam. Mittlerweile fanden die Angriffe über Laos und Südvietnam statt. So unterstützen die Flugzeuge den südvietnamesischen, letztlich gescheiterten, Versuch, in der Operation Lam Son 719 nach Laos vorzudringen. Bis in den Juni 1971 warfen Flugzeuge des Trägers mehr als 22.000 Tonnen Munition ab.

Nach einer Überholung im Heimathafen fand von Februar 1972 bis November 1972 die letzte Vietnamkriegsfahrt des Trägers statt. Die Nguyễn-Huệ-Offensive (auch bekannt als Oster-Offensive) der nordvietnameischen Truppen traf die USA unvorbereitet, die Kitty Hawk wurde im März frühzeitig aus Subic Bay auf Yankee Station berufen. Hauptziele der Luftangriffe der Flugzeuge waren Flugabwehrraketenstellungen, um den Boeing B-52 Stratofortress der US Air Force einen ungefährdeten Anflug auf ihre Ziele im Rahmen der Operation Linebacker zu erlauben. Diese Angriffe schwächten die nordvietnamesische Industrie weiter, zusätzlich verminten Flugzeuge der Kitty Hawk und drei anderer Flugzeugträger im Mai die Häfen von Hải Phòng, Cẩm Phả und weiteren Industriezentren Nordvietnams, um den Staat von Nachschublieferungen auf dem Seeweg abzuschneiden. Während der gesamten Fahrt wurden über 26.000 Tonnen Munition abgeworfen. Im Mai schossen zwei Phantom der Kitty Hawk außerdem zwei nordvietnamesiche Mikojan-Gurewitsch MiG-21 ab.[7] Im Oktober endete die Operation Linebacker, die Kitty Hawk wurde daraufhin nach Subic Bay zurückgezogen.

Ursprünglich sollte sie nach einer kurzen Hafenliegezeit dort den Heimweg antreten. Stattdessen wurde sie jedoch ein weiteres Mal nach Vietnam geschickt. Schwarze und weiße Matrosen isolierten sich zu dieser Zeit immer weiter voneinander. Begünstigt wurde dieser Prozess auch durch getrennte Schlafsäle an Bord der Kitty Hawk. Kurz nach dem Auslaufen, am 12. Oktober, begannen auf der Kitty Hawk Rassenunruhen, nachdem gezielt ein schwarzer Seemann nach seiner Beteiligung an einer Kneipenschlägerei in Subic Bay befragt wurde und dieser Seemann direkt im Anschluss zwei weiße Köche attackierte. Daraufhin brachen Unruhen in einer der Messen aus, die der Executive Officer (XO), einer von fünf schwarzen Offizieren an Bord, nach einer Stunde schlichten konnte. Im Hangardeck, wo sich nun Gruppen schwarzer Seeleute mit Werkzeugen bewaffneten, setzte sich die Konfrontation aber fort. Dort versuchte der weiße Commanding Officer der Kitty Hawk zu schlichten. Jedoch zogen kurz darauf kleine Gruppen schwarzer Seeleute durch das Schiff und verletzten wahllos weiße Matrosen. Letztlich schlichtete der XO auch hier, sagte jedoch später, er habe das Gefühl gehabt, er wäre von den Gruppen in dem Moment umgebracht worden, in dem er sie ansprach, wäre er nicht ebenfalls schwarz gewesen.[8] Resultat der Unruhen waren 40 weiße und sechs schwarze Verletzte, 21 Schwarze wurden später angeklagt.[9] Nachdem die Unruhen geschlichtet waren, blieb die Kitty Hawk auf Station und kehrte erst Ende November nach San Diego zurück.

Insgesamt verlegte die Kitty Hawk damit zwischen 1965 und 1972 sechsmal in den Vietnamkrieg. Dabei verbrachte der Träger rund vier Jahre auf den Einsatzfahrten im Rahmen des Krieges.

Nachkriegsjahre[Bearbeiten]

Heckansicht der Kitty Hawk 1977 vor der Küste Kaliforniens

Im Januar 1973 dockte die Kitty Hawk zu Überholungsarbeiten in der San Francisco NSY ein. Während dieser wurden unter anderem stärkere Flugzeugkatapulte und Gasstrahlabweiser (engl. Jet Blast Deflectors) eingebaut, um größere und schwere Flugzeuge wie die Grumman F-14 Tomcat starten zu können. Im September nahm sie dann an der multinationalen Übung RIMPAC in den Gewässern vor Hawaii teil. Im November verlegte das Schiff erstmals seit 1964 wieder im Frieden, Ziel war der Indische Ozean. Wie schon während vieler Fahrten in Südostasien beschatteten sowjetische Aufklärer und Bomber des Typs Tupolew Tu-95 die Kitty Hawk über weite Strecken. Am 11. Dezember brach in Maschinenraum Nummer eins ein Feuer aus, in dem fünf Seeleute starben. 1974 fuhr der Träger, vom Feuer unbeeinträchtigt geblieben, ins Arabische Meer ein und verblieb dort einige Wochen.

Im April 1975 nahm die Kitty Hawk an Übungen vor der kalifornischen Küste teil und verlegte im Mai wiederum in den Westpazifik, erstmals auch mit Tomcats an Bord. Besonders im Japanischen Meer wurde die Kitty Hawk erneut von sowjetischen Bombern und Schiffen beschattet. Anfang 1976 folgte eine grundlegende Überholung in der Puget Sound NSY. Unter anderem wurden notwendige Wartungseinrichtungen für den Einsatz der F-14 Tomcat geschaffen. Außerdem wurden die Lenkraketen Terrier gegen Sea Sparrow ausgetauscht. Die Kosten für die Werftliegezeit lagen bei 100 Millionen Dollar.[10] Erst im Oktober 1977 ging die Kitty Hawk wieder in Einsatz. Anfang 1978 lag das Schiff in Subic Bay, als sie auf Grund des Ogadenkrieges in Somalia in Bereitschaft ging und bis März 1978 vor Singapur wartete, ob etwa amerikanische Staatsbürger zu evakuieren seien. Letztlich wurde sie aber nicht in den Indik geschickt, im Mai kehrte des Schiff zurück an die US-Küste.

Ein Jahr später verlegte die Kitty Hawk wieder und nahm an Übungen mit der japanischen Marine vor Okinawa teil. Auf dieser Fahrt wurde das CVW 11 erstmals durch ein anderes Geschwader abgelöst, das Carrier Air Wing Fifteen (CVW 15) kam an Bord. Nach der Ermordung des südkoreanischen Präsidenten Park Chung-hee am 16. Oktober 1979 wurde die Kitty Hawk vor Koreas Küste geschickt, um dort Nordkorea in der turbulenten Zeit von militärischen Aktionen gegen den Süden abzuhalten. Im November zog sie Richtung Subic Bay ab, und sollte nach einem Aufenthalt dort nach San Diego zurückzukehren. Nachdem jedoch die Spannungen im Iran nach der Geiselnahme von Teheran stiegen, wurde die Kitty Hawk ins Arabische Meer verlegt, wo sie am 4. Dezember ankam und Station hielt. Im Januar 1980 wurde sie von der Nimitz abgelöst und erreichte im Februar San Diego. Nach einer weiteren Verlegung 1981 ins Arabische Meer ging die Kitty Hawk Anfang 1982 zur Überholung in die Puget Sound NSY. Im Januar 1983 waren die Testfahrten nach der Überholung beendet, an diesem Tag kam es auch zu einer Beinahe-Kollision mit dem kanadischen Zerstörer Yukon. Letztlich berührten sich aber nur Antennen der beiden Schiffe. Ebenfalls im Januar operierten erstmals McDonnell Douglas F/A-18 Hornets von Deck der Kitty Hawk.

Das sowjetische U-Boot nach der Kollision beim Abtauchen

Anfang 1984 wurde die Kitty Hawk wieder in Richtung Westpazifik und Indik in Marsch gesetzt. Für diese Fahrt wurde das Carrier Air Wing Two (CVW 2) an Bord stationiert. Am 12. März 1984 durchfuhr der Träger während einer Übung die Koreastraße. Gegen 22 Uhr Ortszeit tauchte das sowjetische Atom-U-Boot K-314 vom Projekt 671 direkt vor der Kitty Hawk auf. Die Schiffe kollidierten; im Anschluss daran machte die Besatzung der Kitty Hawk den Turm des U-Bootes aus, der sich unbeleuchtet vom Träger entfernte. Schaden schien das U-Boot nicht genommen zu haben. Die Kitty Hawk signalisierte dem nahen sowjetischen Kreuzer der Kara-Klasse Petropavlovsk, der jedoch nicht reagierte. Nach späteren Aussagen der US Navy sei das U-Boot in den vorherigen Tagen über 15mal ausgemacht und simuliert versenkt worden. James D. Watkins, damaliger CNO, schob die Schuld der sowjetischen Seite zu und wunderte sich über die Probleme des Kapitäns, von der Kitty Hawk genügend Abstand zu halten.[2] Bis Juni hielt sich die Kitty Hawk nach diesem Zwischenfall im Arabischen Meer auf, wo der Iran-Irak-Krieg und in diesem auch der „Tankerkrieg“ tobte. Auch Mitte bis Ende 1985 verlegte die Kitty Hawk zu einer Fahrt in den Indischen Ozean, im Anschluss wurde CVW 2 durch Carrier Air Wing Nine (CVW 9) ersetzt.

Die Kitty Hawk 1987 bei ihrer einzigen Fahrt in europäischen Gewässern vor Cannes

Anfang 1987 verließ der Träger San Diego und fuhr auf einer unvollständigen Weltumrundung durch den Pazifik und durch die Straße von Malakka in den Indik. Im Arabischen Meer folgten drei Monate Flugoperationen im Rahmen des Tankerkrieges. Am 17. Mai durchfuhr der Träger den Sueskanal ins Mittelmeer, blieb aber nach dem irakischen Angriff auf die Fregatte Stark noch im östlichen Mittelmeer in Bereitschaft, bis die Nimitz den Sueskanal Richtung Golf durchquert hatte und die Kitty Hawk damit ablöste. Im November erreichte sie die Philadelphia Naval Shipyard. Dort durchlief die Kitty Hawk ein Service Life Extension Program, also eine ausgedehnte Überholung, die die Dienstzeit des Trägers verlängern sollte. Die Werftperiode dauerte bis Mitte 1991 und kostete rund 800 Millionen US-Dollar.[11] Modernisiert wurden unter anderem die Antriebsanlagen und der Rumpf, die Radaranlagen sowie die Unterkünfte an Bord.

Kampfeinsätze im Golf[Bearbeiten]

Im Dezember 1991 erreichte der Träger wieder San Diego, er lag also während der gesamten Operation Desert Storm in der Werft. Im Sommer 1992 nahm die Kitty Hawk zum zweiten Mal am Manöver RIMPAC teil. Am 1. August wurde sie als Bereitschafts-Flugzeugträger der Pazifikflotte ausgewählt und auf 96-Stunden-Bereitschaft gesetzt. Im November wurde die Kitty Hawk, jetzt wieder mit dem Geschwader CVW 15, in den Indischen Ozean verlegt, um dort als Flaggschiff der Operation Restore Hope vor Somalia zu kreuzen. Während über die Weihnachtstage amerikanische Flugzeuge über Somalia flogen, um dort UN-Bodentruppen Luftnahunterstützung zu geben, verletzten gleichzeitig irakische Kampfflugzeuge die südliche Flugverbotszone über ihrem Land. Die Kitty Hawk wurde sofort mit nur einer Eskorte, der Leahy, in den Persischen Golf beordert, wo sie nach einer viertägigen Hochgeschwindigkeitsfahrt am 31. Dezember ankam. Dort startete sie noch am Neujahrstag 1993 Flugzeuge zu Combat Air Patrols im Rahmen der Operation Southern Watch. Nur zwei Wochen später flogen 110 alliierte Kampfflugzeuge, davon 35 von der Kitty Hawk, einen massierten Einsatz gegen irakische Flugabwehrraketenstellungen und Bodenkontrollstationen. Im März verließ die Kitty Hawk den Golf und wurde von der Nimitz abgelöst. Im Anschluss fand eine Instandhaltungsperiode statt. Anfang 1994 wurden Teile des Hollywood-Films Das Kartell mit der Kitty Hawk gedreht.

Bei der Einsatzfahrt Mitte bis Ende 1994 verlegte die Kitty Hawk in den Westpazifik. Während der Zeit nach dem Tod von Kim Il-sung war der Flugzeugträger vor der koreanischen Halbinsel in Bereitschaft und absolvierte Übungen mit japanischen und südkoreanischen Marinekräften. Dort gelang es westlichen Kräften unter Führung der Kitty Hawk erstmals, den akustischen Kontakt zu einem chinesischen U-Boot der Han-Klasse und einem russischen der Oscar-II-Klasse längere Zeit aufrecht zu halten. Nachdem 1995 wieder Modernisierungsarbeiten anstanden, nahm die Kitty Hawk im Sommer 1996 an der Übung RIMPAC teil, der Träger verlegte erst Ende 1996 wieder. Zwischen November 1996 und März 1997 fuhr das Schiff im Persischen Golf, wo sie bei der Durchsetzung der UN-Sanktionen gegen den Irak half, unter anderem durch die Überprüfung von Frachtschiffen, die irakische Häfen anliefen oder von dort kamen. Flugzeuge der Kitty Hawk flogen über 1000 Einsätze zur Überwachung der Flugverbotszonen. Stationiert wurde für diese Fahrt das Geschwader CVW 11. Im Anschluss folgte eine zweigeteilte Überholung (Complex Overhaul) in San Diego und der Puget Sound NSY. Unter anderem wurden dabei alle vier Propeller und Wellen in Stand gesetzt und die vier Ruder durch die der außer Dienst gestellten Ranger ersetzt.

Nach der Überholung wurde die Kitty Hawk als einziger vorgeschobener Träger der USA in Yokosuka, Japan stationiert, wo sie die Independence ersetzte. Gleichzeitig kam das ebenfalls permanent in Japan stationierte Carrier Air Wing Five (CVW 5) an Bord.

Heimathafen Japan[Bearbeiten]

Rechts die Kitty Hawk neben der Independence, die sie als in Japan stationierter Träger ersetzte

Im August 1998 erreichte die Kitty Hawk Yokosuka, im November erhielt sie als nun dienstältestes Schiff der US-Flotte die Ehre, den First Navy Jack als Gösch zu hissen. 2001 erging die Order an jedes Schiff der Flotte, für die Dauer des Krieges gegen den Terror ebenfalls diese Gösch zu zeigen, die Kitty Hawk führte sie aber noch immer auch als dienstältestes Schiff. Im März 1999 verlegte der Träger zu einer dreimonatigen Übung in die Gewässer um Guam. Im April wurde jedoch der Marschplan des Trägers geändert. Die Kitty Hawk sollte die Enterprise im Golf ablösen, da deren vorgesehene Ablösung stattdessen kurzfristig ins Mittelmeer geschickt wurde, um dort Angriffe im Rahmen des Kosovokrieges fliegen zu lassen. Im April lief die Kitty Hawk wieder in den Golf ein, neben über 8800 Flügen zur Durchsetzung und Überwachung der irakischen Flugverbotszone warfen Trägerflugzeuge 20 Tonnen Munition auf Bodenziele im Irak ab. Im Juli wurde sie von der Theodore Roosevelt abgelöst, nachdem der Kosovokrieg zu Ende gegangen war. Über die Jahrtausendwende lag das Schiff im Dock zu Instandhaltungsarbeiten. Während Übungseinsätzen überflogen am 17. Oktober 2000 zwei russische Kampfjets den Träger, ohne dass sie vorher abgefangen worden wären. Dies lag laut US Navy an Kommunikationsfehlern[2].

Im Frühjahr 2001 nahm die Kitty Hawk an einer gemeinsamen Übung mit der Royal Australian Navy und dem Canadian Forces Maritime Command teil. Zur Feier des 50-jährigen Jubiläums des ANZUS-Abkommens war die Kitty Hawk in Woolloomooloo Bay, Sydney, der amerikanische Vertreter. Im Juni ging die Kitty Hawk in Yokosuka in die Werft, wo die Rolling-Airframe-Missile-Starter installiert wurden. Dort lag sie auch während der Terroranschläge am 11. September 2001. Nach einer auf Grund der Geschehnisse verkürzten Probefahrt nach der Werftliegezeit wurde die Kitty Hawk am 1. Oktober im Rahmen der Operation Enduring Freedom ins Arabische Meer verlegt. Auf dieser Fahrt waren nur 15 Fluggeräte an Bord, da die Kitty Hawk vor Ort als Basis für Spezialeinheiten dienen sollte. Ab dem 12. Oktober kamen von der omanischen Insel Masirah 600 Soldaten der Task Force Sword mit 20 Helikoptern an Bord. Diese führten bis Dezember Angriffe gegen Taliban-Ziele in Afghanistan durch. Nach 74 Tagen auf Kampfstation kehrte der Träger nach Japan zurück. Anfang 2002 fanden Instandhaltungsarbeiten statt, im Anschluss Erprobungs- und Trainingsfahrten. Nachdem im Sommer 2002 insgesamt sechs Besatzungsmitglieder der Kitty Hawk auf Landgang in Japan wegen Einbruch, Raub und Drogenschmuggel festgenommen wurden, wurde der Kommandant des Schiffs, Thomas A. Hejl, seines Kommandos enthoben. Zusätzlich zu der schlechten Führung der Mannschaft wurde ihm zum Verhängnis, dass der Träger 2002 unter seinem Kommando eine Boje vor Singapur gerammt hatte und dabei ein Propeller und die zugehörige Welle beschädigt wurden und später bei einer routinemäßigen technischen Überprüfung durchfiel.[12]

Nachtstart einer F-14 Tomcat zu Beginn des Irakkrieges

Im Februar 2003 fand wieder eine Verlegung in den Persischen Golf statt. Dort angekommen, wurden zunächst Flüge im Rahmen der Operation Southern Watch durchgeführt. So befand sich das Schiff zu Beginn des Irakkrieges bereits vor Ort, seine Flugzeuge warfen am ersten Tag des Krieges 37 lasergelenkte Bomben auf irakische Ziele ab. Bis Ende April warfen die Flugzeuge der Kitty Hawk rund 400 Tonnen Munition ab. Zurück in Japan, wurde der Träger bis Oktober eingedockt und modernisiert. 2004 und 2005 nahm das Schiff an mehreren Übungen und Manövern teil, 2006 war die Kitty Hawk einer von drei Trägern im Manöver Valiant Shield, der größten Flottenansammlung im Pazifik seit dem Vietnamkrieg. Auch im Oktober 2006 war die Kitty Hawk mit ihrer Kampfgruppe zu Manövern auf See vor Okinawa. Während dieser Fahrt konnte ein chinesisches, dieselelektrisch getriebenes U-Boot der Song-Klasse die Gruppe unbemerkt verfolgen und in die Gruppe eindringen. Es tauchte schließlich circa fünf Meilen entfernt von der Kitty Hawk auf und wurde erst daraufhin von Flugzeugen des Trägers gesichtet. Damit befand sich die Kitty Hawk vor der Entdeckung des Bootes innerhalb von dessen Waffenreichweite.[13]

Zu Thanksgiving 2007 sollte die Kitty Hawk in Hong Kong liegen und dort die Feiertage mit vielen eingeflogenen Familienmitgliedern der Crew verbringen. Zusammen mit ihren Eskorten näherte sich die Kitty Hawk dem Hafen im November, wurde jedoch von der lokalen Hafenbehörde abgewiesen, die vorgeblich nichts von dem laut US Navy seit Monaten geplanten Besuch wusste. Nach ersten Versuchen, die Verwirrungen zu klären, musste die Kampfgruppe die Küste verlassen, da dort schlechtes Wetter erwartet wurde. Erst als die Kampfgruppe bereits wieder auf dem Weg nach Yokosuka war, erlaubte China die Einfahrt; die Gruppe drehte jedoch nicht mehr um. Diese Episode fiel in eine Zeit, in der China und die USA sich über Handelsverträge uneinig waren und der US-Kongress die Congressional Gold Medal, die höchste zivile Auszeichnung des Kongresses, an den Dalai Lama Tendzin Gyatsho verliehen hatte.[14]

2008 nahm die Kitty Hawk noch an einer Übung mit Japans Marine teil und verließ am 28. Mai Yokosuka das letzte Mal. Sie sollte direkt über Hawaii nach San Diego zurückkehren. In Hawaii sollte sie ihre Ablösung als vorgeschobener Träger treffen und einen Großteil der Crew tauschen, so dass in Japan stationierte Seeleute dort verbleiben konnten. Als neuer Träger für Yokosuka wurde die George Washington ausgewählt. Diese Entscheidung wurde vor dem Hintergrund der Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki in Japan kritisch aufgenommen, da die Washington ein Träger der Nimitz-Klasse und damit nuklear angetrieben ist. Da die Kitty Hawk jedoch der letzte konventionell betriebene Träger der US Navy ist, gab es keine Alternative und die japanische Regierung stimmte dem Plan zu. Auch der Gouverneur der Präfektur Kanagawa, Shigefumi Matsuzawa, gab seinen anfänglichen Widerstand auf.

Die letzten Flugdeckstarts der Flugzeugtypen EA-6B-Prowler und F/A-18F Super Hornet im August 2008

Außerdienststellung[Bearbeiten]

Die Kitty Hawk passiert 2008 in San Diego die Washington, die sie in Japan ersetzt

Bereits am 22. Mai 2008, sechs Tage bevor die Kitty Hawk in Yokosuka abgelegt hatte und auf dem Weg nach Pearl Harbor war, brach auf der George Washington jedoch ein Feuer aus, das Schiff wurde zur Reparatur nach San Diego geschickt. Die Kitty Hawk wurde, nachdem klar geworden war, dass die Reparatur längere Zeit in Anspruch nehmen würde, vorerst nach Apra Harbor auf Guam umgeleitet. Da die Washington jedoch schwerer beschädigt war, als zu Beginn gedacht, durfte die Kitty Hawk bei der 2008er-Auflage der Übung RIMPAC den Platz der Washington einnehmen. Erst Anfang August trafen sich die beiden Träger zum Besatzungsaustausch in San Diego. Am 25. September erreichte der neue Träger Yokosuka.

Die Kitty Hawk hingegen wurde am 31. Januar 2009 außer Dienst gestellt. Ihren Platz in der Flotte nimmt der letzte Träger der Nimitz-Klasse, die George H. W. Bush ein. Am 12. Mai 2009 wurde das Schiff auf der Puget Sound Naval Shipyard and Intermediate Maintenance Facility in Bremerton, Washington stillgelegt.[15] Bis zur Indienststellung der Gerald R. Ford 2015 soll die Kitty Hawk im Reservestatus gehalten werden.[16][17] Was mit dem Rumpf der Kitty Hawk geschehen wird, ist bislang unklar. Eine Gruppe aus Wilmington, North Carolina will das Schiff neben die dort vertäute North Carolina legen und wie diese als Museumsschiff herrichten.[18]

Literatur[Bearbeiten]

  • Richard F. Miller: A Carrier at War: On Board the USS Kitty Hawk in the Iraq War. Potomac Books, Washington D.C. 2005, ISBN 1-57488-960-5.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: USS Kitty Hawk (CV-63) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Norman Polmar: Naval Institute Guide to the Ships and Aircraft of the U.S. Fleet. US Naval Institute Press, Annapolis 2005, ISBN 978-1591146858. Seiten 122f
  2. a b c d e Geschichte der Kitty Hawk im Dictionary of American Naval Fighting Ships (engl.)
  3. Norman Friedman: U.S. Aircraft Carriers: An Illustrated Design History. US Naval Institute Press, Annapolis 1983, ISBN 0-87021-739-9, Seiten 277ff.
  4. Stefan Terzibaschitsch: Seemacht USA. Bernard & Graefe Verlag, Bonn 1981, ISBN 3860475762, Seite 296.
  5. National Museum of the Air Force: U-2 Aircraft Carrier Tail Hook and Q-tip (engl.)
  6. The CIA and the U-2 Program, 1954–1974 (PDF; 9,7 MB) Seiten 247ff. (engl.)
  7. a b Arthur Wyllie: Aerial Victories of the Jet Era. Eigenverlag, 2005, ISBN 978-1411665989.
  8. Zusammenfassung einer Anhörung vor dem US-Kongress (engl.)
  9.  Feuer im Schiff. In: Der Spiegel. Nr. 48, 1972 (online).
     Legt sie um. In: Der Spiegel. Nr. 51, 1972 (online).
  10. Geschichte auf der offiziellen Schiffswebsite (engl.)
  11. Chris & David Miller, Moderne Kriegsschiffe, Verlag Stocker-Schmid, Dietikon-Zürich 1990, Seite 117
  12. CBS: U.S. Aircraft Carrier Captain Canned (engl.)
  13. Washington Times: China sub stalked U.S. fleet (engl.)
  14. Navy Times: China snubs Kitty Hawk (engl.)
  15. Newell, Casandra: US decomissions Kitty Hawk, in: Janes Defence Weekly, Volume 46, Issue 20, 20. Mai 2009.
  16. WWAY News Channel 3 "USS Kitty Hawk will have to stay in reserve" veröffentlicht 4. Dezember 2008
  17. After decades of fathful service, the USS Kitty Hawk is awaiting her fate while in reserve status with the US Navy.
  18. Pressemitteilung McIntyre Asks Navy To Bring USS Kitty Hawk To Wilmington der North Carolina Democratic Party (engl.)
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Dieser Artikel wurde am 10. Januar 2009 in dieser Version in die Liste der exzellenten Artikel aufgenommen.